Kauder treibt ab

Homo-Ehe: Kauder forciert Kurswechsel

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Der Unions-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Volker Kauder.

Berlin - Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) treibt einen Kurswechsel seiner Partei zur Gleichberechtigung von Homo-Ehen voran.

Kauder, der bisher starke Vorbehalte hatte, sagte der "Welt am Sonntag", das Urteil des Gerichts vom Dienstag zur Stärkung der Adoptionsrechte für homosexuelle Lebenspartnerschaften werde selbstverständlich umgesetzt. "Dabei werden wir prüfen, ob bei der Umsetzung auch steuerrechtliche Konsequenzen gefordert sind."

Ein Urteil zur steuerlichen Gleichstellung sogenannter Homo-Ehen beim Ehegattensplitting steht noch aus. Auf ihrem Parteitag im Dezember hatte sich die Mehrheit der Delegierten noch klar dagegen positioniert - obwohl führende Politiker wie CDU-Vize Thomas Strobl gemahnt hatten, das Urteil aus Karlsruhe abzuwarten. Während sich die Union nach der Urteilsverkündung zum Adoptionsrecht am Dienstag noch zurückhielt, wurde auf Fraktionsspitzen-Ebene im Laufe der Woche ein offener Umgang mit dem Thema eingeleitet.

Nach Informationen der "Welt am Sonntag" wird die schwarz-gelbe Koalition bereits in den nächsten zwei Wochen über Neuregelungen verhandeln. Ein Gesetzesverfahren zu Adoptionsrecht und Ehegattensplitting für Homosexuelle solle noch vor der Sommerpause und damit vor der Bundestagswahl abgeschlossen werden. In der CSU herrscht allerdings Skepsis. Die Gleichstellung von Homosexuellen wird dort nicht als vorrangiges Thema eingestuft.

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