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Koch: Verschleißprozess ist Grund für Rückzug

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Roland Koch sagt, warum er zurück getreten ist.

Frankfurt/Main - Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat einen Verlust an Gestaltungsmöglichkeiten als Grund für seinen Rückzug aus der Politik genannt.

“An einem bestimmten Punkt tritt für Politiker ein Verschleißprozess ein, der größer ist als seine Gestaltungsmacht. Diesen Punkt muss er aus eigener Kraft finden“, sagte der CDU-Politiker der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Sein Rückzug “bedeutet keine Fahnenflucht“, versicherte der stellvertretende CDU-Vorsitzende.

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“Man darf nicht den Eindruck erwecken, man habe eine Gestaltungsmacht, die man gerade verliert. Das nützt niemandem und wäre Vertrauensmissbrauch.“ Es werde Tage geben, an denen er seinem Amt nachtrauern werde. “Ich habe meinen Entschluss ja nicht aus Überdruss getroffen. Es ist eine Entscheidung der Vernunft“, sagte Koch der Zeitung.

Roland Koch im Porträt

Roland Koch im Porträt

Roland Koch ist einer der begabtesten Politiker in Deutschland, da sind sich Freund und Feind einig. Seit zwölf Jahren führt der Wirtschaftsjurist aus dem hessischen Eschborn die Hessen-CDU, seit elf Jahren regiert er das Bundesland, seit gut drei Jahren ist er stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU hinter Angela Merkel. © dpa
Dabei polarisiert kaum ein Politiker so sehr wie der 52-Jährige. “Roland Koch: verehrt und verachtet“, hieß es 2004 in einer Biografie. © dpa
Koch sog Politik schon im Elternhaus ein - sein Vater Karl-Heinz brachte es bis zum hessischen Justizminister. Das politische Handwerk lernte Koch bei der Jungen Union, seine Parteifreunde von damals umgeben ihn bis heute als Minister. © dpa
Das Negativimage als konservativer Haudegen nährt sich aus der Skrupellosigkeit, mit der Koch manche politischen Themen anpackt. Seinen ersten Wahlsieg 1999 fuhr er ein, weil er nach Meinung vieler Beobachter seiner Kampagne ausländerfeindliche Untertöne gegeben hatte. © dpa
Im Wahlkampf 2007/2008 zog er gegen kriminelle junge Ausländer vom Leder. Und jüngst sorgte er bundesweit für Aufregung, als er Einsparungen ausgerechnet bei der Bildung forderte. © dpa
Als im Jahr 2000 schwarze Kassen bei der hessischen CDU aufflogen, sagte Koch zu einem Detail die Unwahrheit, hielt sich aber im Amt. © dpa
Bis heute versteht sich die Hessen-Partei als Kampfverband, in dem Loyalität über alles geht und der Machterhalt manches Mittel rechtfertigt. © dpa
Im Gegensatz zu solcher Härte steht Kochs enge Freundschaft mit dem sanftmütigen Dalai Lama. © dpa
Dass Koch nach der für ihn miserablen Landtagswahl Anfang 2008 nicht vom Thron kippte, hat er nur dem Fiasko von Andrea Ypsilanti (SPD) zu verdanken. © dpa
Ypsilantis Versuch einer rot-grünen Koalition mit Hilfe der Linken spektakulär scheiterte. © dpa
Bei der Neuwahl Anfang 2009 blieb Koch mit Hilfe einer starken FDP an der Macht. © dpa

dapd

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