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Wechsel nach Parteivorsitz der SPD

Reissl und die altgedienten Schlachtrösser der CSU: Neue Sitzordnung im Münchner Rathaus

Neue Heimat: Ex-SPD-Fraktionschef Reissl Anfang Oktober in den Reihen der CSU-Fraktion
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Neue Heimat: Ex-SPD-Fraktionschef Reissl Anfang Oktober in den Reihen der CSU-Fraktion.

Das Rathausbeben und seine Folgen: Anfang Oktober nahm der langjährige SPD-Fraktionschef Alexander Reissl erstmals nach seinem spektakulären Seitenwechsel bei seinen neuen CSU-Fraktionskollegen Platz. Die Rathaus-SPD hat sich derweil neu sortiert.

  • Sozialdemokrat Alexander Reissl wechselte im Oktober 2019 zur CSU.
  • Mit dem Kurs der Münchner SPD hatte sich der Fraktionsvorsitzende überworfen.
  • So formiert sich die SPD nach dem Abgang Reissls für die Kommunalwahlen 2020.

München - An dieses Bild wird man sich erst noch gewöhnen müssen: der langjährige SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Alexander Reissl, inmitten der Reihen der CSU. Zum ersten Mal nahm Reissl am Mittwoch bei der jüngsten Vollversammlung seinen neuen Platz ein – zwischen den altgedienten CSU-Schlachtrössern Walter Zöller, Richard Quaas und Hans Podiuk. „Wir haben da jetzt eine Reihe ehemaliger Fraktionsvorsitzender“, witzelte Zöller. Er und Podiuk waren lange Zeit Chefs der Rathaus-CSU, Reissl elf Jahre lang bei der SPD.

Kommunalwahlen in München: Ein konservativer Sozialdemokrat in der CSU

Der Sozialdemokrat Alexander Reissl hatte bekannt gegeben, die Partei zu verlassen – wegen unüberbrückbarer politischer Differenzen und persönlicher Verletzungen. Seither gehört er der CSU-Fraktion als parteiloses Mitglied an. Mit dem Kurs der Münchner SPD hatte sich der 61-Jährige – er galt als Sozialdemokrat konservativer Prägung – überworfen. Für die SPD-Stadtratsliste der Kommunalwahlen 2020 wäre er zwar wohl nominert worden, allerdings auf keinem Spitzenplatz. Und den Fraktionsvorsitz hätte er nach 2020 gewiss nicht mehr bekommen.

Doppelspitze bei der SPD: Verena Dietl (39) und Christian Müller (52).

Den teilt sich bei der SPD nach dem Abgang von Alexander Reissl nun eine gleichberechtigte Doppelspitze: Verena Dietl (39) und Christian Müller (52). Beide fungierten bisher als Stellvertreter. Diesen Posten übernehmen Anne Hübner und Christian Vorländer. Dietl erklärte: „Für uns ist diese Woche eine Woche des Aufbruchs. Wir setzen uns für eine soziale, funktionierende und ökologische Stadt ein, für ein München mit Herz und Charakter.“ Die SPD werde zeigen, „dass wir auch über 2020 hinaus überzeugende Antworten auf die Herausforderungen unserer Stadt haben“. Nach den Worten Müllers braucht München genauso „Verlässlichkeit wie frische Ideen“. München sei eine erfolgreiche Stadt, „soll aber auch eine vielfältige, solidarische Stadt des Miteinanders sein“.

Offiziell geäußert hat sich inzwischen auch die Moosacher SPD, der Reissl entstammt. Die Ortsvereinsvorsitzende und Stadträtin Julia Schönfeld-Knor sprach von einem „völlig unverständlichen Schritt“. Die „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ zwischen den Mandatsträgern in Bezirksausschuss und Stadtrat sowie dem Ortsverein werde auch ohne Reissl fortgeführt.

Der Fall Alexander Reissl hat vor der Kommunalwahl 2020 für ein politisches Erdbeben im Münchner Rathaus gesorgt. Dazu ein Kommentar von Politik-Redakteur Klaus Vick.

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