Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Höhere Beiträgen könnten drohen

Kindergärten: Gratis-Jahr teurer für Eltern

+
Kinder in einem Kindergarten.

München - Das von der Staatsregierung versprochene kostenlose Kindergartenjahr könnte für viele Eltern in Bayern eine hässliche Folge haben: Höhere Kindergartenbeiträge.

Mit der Einführung des kostenlosen letzten Kindergartenjahres in Bayern könnte die Staatsregierung nach Warnung mehrerer Fachverbände genau das Gegenteil ihrer Absichten erreichen: eine finanzielle Mehrbelastung der Eltern anstelle der versprochenen Entlastung. Bei einer Landtagsanhörung übten Vertreter von Gemeindetag, Städtetag, Bayerischem Roten Kreuz, Arbeiterwohlfahrt und anderen Verbänden am Dienstag harsche Kritik an der geplanten Änderung des Kinderbetreuungsgesetzes.

Sie monierten übereinstimmend, dass die Absenkung der Elternbeiträge auf Kosten der geplanten Qualitätsverbesserung gehe - weil nun Geld für die Anstellung zusätzlichen Personals fehle. „Es ist keine Kostenfolgeabschätzung gemacht worden“, klagte Robert Scheller vom Städtetag. „Wenn die Träger die Elternbeiträge anheben müssen, wäre die Beitragsfreiheit konterkariert“, sagte Pia Theresia Franke, die Geschäftsführerin des Landesverbands katholischer Tageseinrichtungen.

Der Hintergrund: Die Ausgaben für die Kinderbetreuung sollen nach dem Entwurf des Sozialministeriums für die Novellierung des Kinderbetreuungsgesetzes jährlich um etwa 185 Millionen steigen. Davon sind im Endausbau allein 125 Millionen für den Ersatz künftig fehlender Elternbeiträge vorgesehen. „Es fehlt ein Gesamtkonzept, und wir sind bestürzt, dass der größte Anteil von über 70 Prozent in diesen Bereich geht“, kritisierte Joachim Feichtl von der Arbeiterwohlfahrt.

Salmonellen und Norovirus: die schlimmsten Fälle

Norovirus: Das sind die schlimmsten Fälle

Kantinenessen
Schmerzen, Übelkeit und Fieber - Salmonellen und auch das Norovirus führen zu Durchfall und Erbrechen. Oft sind Schulen und Kindergärten betroffen. Einige Fälle: © dpa
September 2012: Mindestens 4000 Kinder und Jugendliche und vereinzelt auch Lehrer in Sachsen, Thüringen, Berlin und Brandenburg sind, laut Angaben des Robert-Koch-Institut (28. September 2012) an Durchfall erkrankt und müssen sich übergeben. Die Ursache ist noch immer unklar. Noch tappen die Behörden im Dunkeln. © dapd
Juni 2011: In einem Zeltlager in Bad Segeberg infizieren sich 300 Teilnehmer an dem Norovirus. 143 mussten in Kliniken eingeliefert werden. © dpa
Januar 2011: Ein Fahrgastschiff mit rund 140 Passagieren an Bord steht in Koblenz auch an Neujahr unter Quarantäne. An Silvester waren dutzende Fahrgäste an Brechdurchfall erkrankt. © dpa
September 2010: Bei einer Klassenfahrt in die Lüneburger Heide infizieren sich rund 50 Schüler und mehrere Lehrer einer Gesamtschule aus Bovenden bei Göttingen mit einem Virus. Mehrere Kinder müssen mit Magen-Darm-Beschwerden ins Krankenhaus. © dpa
September 2010: Eine Grundschule bei Delmenhorst (Niedersachsen) muss mehrere Tage schließen und gründlich gereinigt werden. Viele Kinder leiden unter Erbrechen und Durchfall. Ursache ist vermutlich das Norovirus. © dapd
April 2008: In zwei hessischen Kindergärten und einer Grundschule erkranken 40 Kinder an Salmonellen. Sie klagen über Fieber und Kopfschmerzen sowie starken Durchfall. Woher die Bakterien stammten, bleibt ungeklärt. © dapd
April 2008: Nach einer Salmonelleninfektion müssen 60 Kinder und sechs Erwachsene im Raum Görlitz (Sachsen) ärztlich versorgt werden. Die drei betroffenen Kindertagesstätten waren aus derselben Küche beliefert worden. © dapd
Dezember 2007: Rund 100 Kinder und einige Lehrer einer Münchner Grundschule erkranken am Norovirus. Um die Räume zu desinfizieren und um weitere Infektionen zu vermeiden, bleibt die Schule tagelang geschlossen. © dpa
August 2007: Dutzende Kinder und zwei Erzieher erkranken in Hagen, Herdecke und Wetter (Nordrhein-Westfalen) an Salmonellen. Grund ist ein defektes Temperaturmessgerät in einer Großküche. © dpa
Mai 2007: Über 170 Kinder und ein Erwachsener erkranken an mehreren Schulen und Kindertagesstätten in Sachsen-Anhalt an Salmonellen. Ins Visier der Lebensmittelüberwachung gerät ein Essensanbieter. © dapd

Noch 2012 sollen die Elternbeiträge für das letzte Kindergartenjahr um 50 Euro gesenkt werden, von Herbst 2013 an um 100 Euro. Die Verbände sind nun akut besorgt, dass das verbleibende Geld nicht mehr für die ebenfalls geplante Verbesserung des Anstellungsschlüssels ausreicht.

„Die Verbesserung der Qualität ist zu niedrig finanziert. (...) Wenn die Qualität nicht sinken soll, werden die Elternbeiträge steigen müssen“, prophezeite Diakon Ludwig Selzam vom Evangelischen Kita-Verband Bayern. Der Bayerische Gemeindetag ist ebenfalls skeptisch: Das Geld für das kostenlose Kindergartenjahr wäre besser für die Verbesserung von Qualität der Betreuung ausgegeben worden, sagte Gerhard Dix vom Bayerischen Städtetag.

Ministerpräsident Horst Seehofer, FDP-Fraktionschef Thomas Hacker und andere Mitglieder der bayerischen FDP-Spitze hatten sich bei der Einführung des kostenlosen Kindergartenjahrs mit vereinten kräften über die Fachpolitiker beider Parteien hinweg gesetzt. Sowohl Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) als auch die FDP-Sozialexpertin Brigitte Meyer hatten mehrfach Bedenken geäußert. FDP-Fraktionschef Hacker wies die Kritik zurück: „Das beitragsfreie letzte Kindergartenjahr macht Kindergärten nicht teurer. Wer das behauptet, verdreht die Tatsachen.“ Mehr als 100 000 bayerische Familien würden um 600 Euro im Jahr entlastet.

lby

Kommentare