Folgen für Versicherte

„Alarmierende Entwicklung“​: Krankenkassen-Beiträge steigen wohl - Trotz Rekord-Einnahmen

Die Krankenkassen werden im Jahr 2019 erstmals wieder Verluste machen. Das könnte künftig auch zu steigenden Zusatzbeiträgen führen - trotz Rekord-Einnahmen.

  • Trotz Rekord-Einnahmen schließen die Krankenkassen ihre Jahresbilanz mit einem Minus.
  • Das könnte auch zu steigenden Beiträgen führen.
  • Als Grund für die Entwicklung werden etwa neue Gesetze genannt.

Berlin - Die deutschen Krankenkassen erleben im Jahr 2019 keine positive Gesamtbilanz: Nach mehreren Jahren mit Überschüssen werden die gesetzlichen Kassen nun erstmals seit 2015 wieder mit Verlusten abschließen. Das könnte bald auch Folgen für die Versicherten haben.

Krankenkassen 2019 im Minus - trotz Rekord-Einnahmen

Mehr als eine Milliarde Euro wird das Defizit der deutschen gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2019 betragen. Das sagte die Vorsitzende des Spitzenverbands der Kassen (GKV), Doris Pfeiffer der Funke Mediengruppe. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 hatten die Kassen noch einen Überschuss von knapp zwei Milliarden Euro erwirtschaften können, wie das Bundesgesundheitsministerium berichtete. Pfeiffer sprach von einer „alarmierenden Entwicklung“, da die Kassen trotz Rekord-Einnahmen ins Minus gerutscht seien. 

Steigen die Krankenkassen-Beiträge?

Das Minus könnte in Zukunft auch Konsequenzen für die Versicherten haben. Pfeiffer schloss steigende Zusatzbeiträge nicht aus. Allerdings werden die Versicherten im kommenden Jahr voraussichtlich noch nicht tiefer in die Tasche greifen müssen. Die meisten Kassen würden zunächst einen Teil ihrer Rücklagen auflösen, so die Vorsitzende. Dadurch könnte man die Zusatzbeiträge 2020 wohl stabil halten. Im darauffolgenden Jahr sei aber mit steigenden Beiträgen zu rechnen.

Krankenkassen im Minus: Neue Gesetze lassen Ausgaben steigen

Doch wie kommt es zu dem Verlust trotz der Rekord-Einnahmen? Nach Pfeiffers Angaben sind dafür unter anderem neue Gesetze verantwortlich, die zu „rasant steigenden Ausgaben“ führten. Explizit wurden das Terminservicegesetz und das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz genannt. Allein durch diese beiden Änderungen müsse die GKV 2020 mit knapp fünf Milliarden Euro an Mehrausgaben rechnen.

Die neuen Gesetze führen den Ausführungen nach auch nicht nur zu einmalig höheren, sondern zu dauerhaft gestiegenen Ausgaben. Deshalb führe auf Dauer „kein Weg an höheren Beiträgen vorbei“, so Pfeiffer.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums lagen die Betriebsmittel und Rücklagen der Krankenkassen Ende 2018 bei rund 21 Milliarden Euro.

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rjs

Rubriklistenbild: © dpa / Jens Kalaene

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