Kandidatenvorstellung Landtagswahl 2018: Stimmkreis Rosenheim-Ost

24 Fragen an Martin Hagen (FDP)

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Martin Hagen, Direktkandidat der FDP im Stimmkreis Rosenheim-Ost hat sich den Fragen von rosenheim24.de gestellt.

Rosenheim/Bayern - In Bayern wird am Sonntag, 14. Oktober, ein neuer Landtag gewählt. Im Stimmkreis 127 Rosenheim-Ost bewerben sich zwölf Direktkandidaten für einen Sitz im bayerischen Landesparlament. Wir stellen die Kandidaten einzeln vor. Dieses Mal: Martin Hagen (FDP).

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Die Antworten auf den Fragebogen von rosenheim24.de

1. Name 

Martin Hagen 

2. Partei 

Freie Demokratische Partei (FDP) 

3. Alter 

37 Jahre

4. Wohnort 

Baldham 

5. Familienstand 

Verheiratet 

6. Kinder 

Zwei Töchter 

7. Wie verlief Ihre politische Karriere? 

Ich bin mit 17 den Jungen Liberalen beigetreten, deren Landesvorsitzender ich 2004 wurde. In der FDP habe ich mich schon früh für Themen wie Bildung und Generationengerechtigkeit stark gemacht. 

Von 2010 bis 2017 war ich Hauptgeschäftsführer der Freien Demokraten in Bayern. Anfang dieses Jahres habe ich mich in einer Urwahl als Spitzenkandidat der Partei für die Landtagswahl gegen sieben Mitbewerber durchgesetzt. 

8. Wer sind Ihre politischen Vorbilder? 

Es gibt viele Politiker, die mich beeindruckt haben, aber ein konkretes Vorbild habe ich nicht. 

9. Was verbindet Sie mit der Region? Was ist das Besondere bei uns? 

Der Landkreis Rosenheim ist meine Heimat, hier bin ich aufgewachsen. Ich mag die Menschen hier und die Landschaft, vor allem das wunderschöne Chiemgau. 

10. Warum sind genau Sie der Richtige? 

Ich stehe für eine neue Generation Bayern. Die FDP wird als Motor des Fortschritts und als Kraft der Vernunft dringend gebraucht. Bayern muss sich weiterentwickeln und die Politik darf nicht von den Rändern dominiert werden. Die Mitte der Gesellschaft braucht wieder eine starke Stimme im Landtag. 

11. Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele? 

Erstens möchte ich weltbeste Bildung für jeden: Talent ist unser wichtigster Rohstoff, deshalb müssen wir jedes Talent fördern. Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. 

Zweitens möchte ich, dass unser Land die Chancen der Digitalisierung nutzt: Wir müssen flächendeckend schnelles Internet ausbauen, die Verwaltung digitalisieren und beste Rahmenbedingungen für Startups und innovative Unternehmen schaffen. 

Drittens möchte ich das liberale, weltoffene Klima in unserer Gesellschaft erhalten: Leben und leben lassen, das macht uns in Bayern aus! 

12. Was wollen Sie für die Menschen in der Region erreichen? 

Ich möchte in Stadt und Land die bestmöglichen Lebensbedingungen schaffen. Dazu gehört bezahlbarer Wohnraum, ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr, schnelles Internet, Kitas mit flexiblen Öffnungszeiten und eine gute medizinische Versorgung auch auf dem Land. Mittelstand und Handwerk brauchen optimale Rahmenbedingungen, damit die Wirtschaft in unserer Region weiterhin floriert. 

13. Thema Infrastruktur: Wie stehen Sie zu den vorgestellten ersten Grobtrassenentwürfen zum Brenner- Nordzulauf, welche Probleme bleiben bestehen, welche kommen hinzu und welche Lösungen haben Sie? 

Ich begrüße es, wenn Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagert wird. Der Brenner-Basis- Tunnel ist ein wichtiges Projekt, das auf deutscher Seite aber zu lange verschlafen wurde. Beim Nordzulauf müssen die Bedürfnisse der Anwohner berücksichtigt werden, vor allem in Punkto Schallschutz. Lösungen müssen mit den betroffenen Menschen in der Region entwickelt werden, nicht über ihre Köpfe hinweg.

14. Thema Verkehr: Ist der sechsspurige Ausbau der A8 dringend erforderlich, welche Alternativen sehen Sie? 

Ja, der Ausbau ist erforderlich, um Staus zu reduzieren. 

15. Thema Wohnen: Wie kann gerade in der Region bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden? 

In keiner deutschen Mittelstadt sind die Immobilienpreise in den vergangenen fünf Jahren so stark gestiegen wie in Rosenheim. Der Grund ist die steigende Nachfrage bei stagnierendem Angebot. Es muss deshalb mehr Wohnraum geschaffen werden. Wir müssen mehr, höher und günstiger bauen. 

Der Staat ist mit seinen immer strengeren Vorschriften und bürokratischen Auflagen Preistreiber Nummer Eins beim Wohnungsbau. Hier ist künftig mehr Augenmaß gefragt. Wir wollen es außerdem jungen Familien einfacher machen, Wohneigentum zu erwerben: Der Staat soll bei der ersten selbst genutzten Immobilie auf die Grunderwerbsteuer verzichten. Auch den ländlichen Raum wollen wir durch Infrastrukturmaßnahmen attraktiver machen, denn das dämpft den Druck auf die Städte. 

16. Thema Ökologie: Auf welche Weise kann dem Flächenfraß in Bayern entgegenwirkt werden? 

Es ist mir wichtig, dass wir die Schönheit unserer Region erhalten. Deshalb müssen wir Fläche effizient nutzen. In bestehenden Siedlungsgebieten muss die Nachverdichtung Vorrang vor Neubebauung haben. Gewerbebrachen müssen leichter in Wohnfläche umgewandelt werden können. 

Pauschale Obergrenzen für Flächennutzung lehne ich aber ab: Die Entscheidung, was gebaut wird, soll vor Ort von den Kommunen getroffen werden, nicht von oben herab. Gerade ländliche Kommunen müssen Flächen für junge Familien, Unternehmensgründungen und die eigene Infrastruktur entwickeln können. 

17. Thema Landwirtschaft: Wie schaffen Sie den Spagat zwischen dem Umweltschutz, Tourismus und der Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe?

In unserer Region ist die Landwirtschaft ein prägender Faktor für Identität und Heimatverbundenheit, aber auch für Wirtschaft, Umwelt und Fremdenverkehr. Landwirte sichern nicht nur unsere Nahrungsmittelversorgung sondern bewähren sich auch als Erhalter und Gestalter unserer Kulturlandschaft, die eine wichtige Grundlage für den Tourismus ist. Wir Freie Demokraten setzen uns für den Landwirt als Unternehmer ein. Um ihn zu unterstützen, wollen wir neue Vermarktungsmodelle und Nebenerwebsmöglichkeiten durch niedrige Steuern und weniger Bürokratie fördern.

18. Thema Soziales: Die bayerischen Vereine stehen aufgrund der starken Regulierungen aktuell vor großen Hürden. Wie wollen Sie das Vereinsleben auch in Zukunft fördern? 

Die Vereine sind ganz entscheidend für das gesellschaftliche Leben in unserer Region. Für Ehrenamtler dürfen nicht die gleichen strengen Regeln gelten wie für Großkonzerne (Stichwort Datenschutz) oder kommerzielle Event-Veranstalter (Stichwort Versammlungsstättenverordnung). Ich unterstütze die von Vereinen aus unserem Landkreis initiierte Petition, Vereine von übertriebener Bürokratie zu entlasten! 

19. Thema Migration: Wie stehen Sie zu der Asylpolitik von Markus Söder, wie kann zum Beispiel die Rückführung der abgelehnten Asylbewerber gelöst werden? 

Die richtige Antwort auf die Flüchtlingskrise sind nicht schrille Parolen, sondern ein starker Rechtsstaat. Ich möchte ein Einwanderungsgesetz, das klar regelt, wer zu uns kommen kann und wer dauerhaft bleiben darf. 

Es muss trennscharf unterscheiden zwischen Asyl für individuell Verfolgte, zeitlich befristetem Schutz für Kriegsflüchtlinge und dauerhafter Einwanderung. Letztere wollen wir durch ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild steuern. 

Damit Geflüchtete ihren Lebensunterhalt selber bestreiten können, müssen wir dringend Hürden in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt abbauen. 

20. Thema Arbeit: Ist das bedingungslose Grundeinkommen der richtige Weg? Wie sähe die Alternative aus? 

Ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre nicht finanzierbar und würde falsche Anreize setzen. Die FDP setzt sich stattdessen für die Einführung eines liberalen Bürgergeldes ein. 

Dabei werden alle steuerfinanzierten Sozialleistungen zu einer Leistung zusammengefasst – das lästige und unwürdige Gerenne von Amt zu Amt entfällt. Außerdem wollen wir die Zuverdienstregelungen großzügiger gestalten: Es muss sich für die Bezieher von Arbeitslosengeld II lohnen, Mini- oder Teilzeitjobs anzunehmen und die Arbeitszeit schrittweise auszuweiten, um nach und nach aus der Abhängigkeit vom Sozialstaat zu gelangen. Leistung muss sich lohnen. 

21. Thema Bildung: Wie wollen Sie die Bildungslandschaft im Freistaat stärken? 

Jedes Talent verdient es, gefördert zu werden. Leider ist der Bildungserfolg in Bayern besonders stark von der sozialen Herkunft abhängig. Ich möchte mehr Chancengerechtigkeit durch bessere frühkindliche Bildung, einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz und individuelle Förderung. 

Der Freistaat muss in digitale Klassenzimmer und die Bekämpfung von Unterrichtsausfall investieren. Talent ist Bayerns wichtigster Rohstoff! 

22. Thema Familie: Wie stehen Sie zu dem bayerischen Familiengeld; an welchen Stellen muss nachgebessert werden? 

Es ist gut, dass das Betreuungsgeld durch das Familiengeld ersetzt wurde, welches nun auch den Eltern zusteht, die ihre Kinder in einer Kita oder bei einer Tagesmutter betreuen lassen. 

Grundsätzlich muss das Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten verbessert werden. Wir brauchen insbesondere einen besseren Betreuungsschlüssel und flexiblere Öffnungszeiten. 

23. Thema Versorgung: Was halten Sie vom Landespflegegeld? 

Das Pflegegeld wird die Probleme im Pflegebereich nicht lösen. Wichtig ist, dass der Pflegeberuf attraktiver wird – durch bessere Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung und gesellschaftliche Anerkennung. 

Mit dem Bildungsfinanzierungsgesetz von 2013 hat die bayerische FDP bereits dazu beigetragen, die Ausbildung von Pflegeberufen zu fördern. Diesen Weg wollen wir weitergehen. 

24. Brauchen wir einen Regierungswechsel im Landtag? 

Die Politik in Bayern braucht keine 180-Grad-Wende, aber sie braucht ein Update. Wir dürfen uns nicht auf dem Erfolg ausruhen sondern müssen unser Land fit für die Zukunft machen. 

Die selbstherrliche Alleinregierung hat ausgedient. Ich bin überzeugt: Bayern wird am besten aus der Mitte heraus regiert. Die FDP ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. Unser Ziel: Ein frisches Bayern!

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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