Kandidatenvorstellung Landtagswahl 2018: Stimmkreis Rosenheim-Ost

24 Fragen an Prof. Dr. Klaus Weber (Die Linke)

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Prof. Dr. Klaus Weber, Direktkandidat der Linken im Stimmkreis Rosenheim-Ost hat sich den Fragen von rosenheim24.de gestellt.

Rosenheim/Bayern - In Bayern wird am Sonntag, 14. Oktober, ein neuer Landtag gewählt. Im Stimmkreis Rosenheim-Ost bewerben sich zwölf Direktkandidaten für einen Sitz im bayerischen Landesparlament. Wir stellen die Kandidaten einzeln vor. Dieses Mal: Prof. Dr. Klaus Weber (Die Linke).

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Die Antworten auf den Fragebogen von rosenheim24.de

1. Name

 Prof.Dr. Klaus Weber-Teuber 

2. Partei 

 Die Linke

3. Alter 

57 Jahre 

4. Wohnort 

Neuried bei München 

5. Familienstand

Verheiratet 

6. Kinder 

Ein 15- jähriger Sohn 

7. Wie verlief Ihre politische Karriere? 

Kolbermoor: Gründung der Grünen Liste, Stadtrat in Kolbermoor ab 1984; 2008-2013 Bezirksrat in Oberbayern für Die Linke.

8. Wer sind Ihre politischen Vorbilder? 

Der Chiemgau mit seiner einzigartigen Natur gleichgültig zu welcher Jahreszeit, die Berge, die Seen, die Traditionen, die Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft und die Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimat, es erscheint mir ein Privileg hier leben zu dürfen.

9. Was verbindet Sie mit der Region? Was ist das Besondere bei uns? 

Stadt und Landkreis Rosenheim: Dass bis heute kein Erinnern an die Nazizeit wirksam stattgefunden hat und Täter_innen nach 1945 unbehelligt blieben (namhafte Firmen und Unternehmen in und um Rosenheim).

10. Warum sind genau Sie der Richtige?

Ich bin es nicht. 

11. Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele? 

Stopp aller deutschen Waffenlieferungen; menschenwürdige und sinnvolle Produktion von Gütern; eine Welt, in der Männer und Frauen einfach nur Menschen sind ...

12. Was wollen Sie für die Menschen in der Region erreichen? 

Dass sie selbst für ihre Welt sich einsetzen (Natur, Kultur etc.) und sich nicht alles von oben und den neuen Nazis vorgeben lassen.

13. Thema Infrastruktur: Wie stehen Sie zu den vorgestellten ersten Grobtrassenentwürfen zum Brenner-Nordzulauf, welche Probleme bleiben bestehen, welche kommen hinzu und welche Lösungen haben Sie? 

Ich habe keine Lösung. Der Basistunnel ist die Folge einer Reihe von Ursachen. Die Hauptsache aber: Wenn die Produkte dort erzeugt werden, wo sie gebraucht werden, ist weniger Verkehr und Transport möglich. 

Die anarchische Planlosigkeit kapitalistischen Wirtschaftens wird dieser sinnvollen Forderung nie gerecht werden können.

14. Thema Verkehr: Ist der sechsspurige Ausbau der A8 dringend erforderlich, welche Alternativen sehen Sie? 

Erforderlich ist die staatliche Förderung von öffentlichem Nah- und Fernverkehr (siehe Schweiz) und nicht die Förderung privater Auto-Nutzung. 

15. Thema Wohnen: Wie kann gerade in der Region bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden? 

Wie überall: Genossenschaftsmodelle fördern, Mieteigentum begrenzen, Immobilienspekulation hundertprozentig besteuern. Wohnen ist Menschenrecht: alle müssen eine angenehme "Bleibe" haben können.

16. Thema Ökologie: Auf welche Weise kann dem Flächenfraß in Bayern entgegenwirkt werden?

Das soll sich die CSU-Regierung fragen, die täglich mehrere Fußballplätze versiegelt (und 50 Jahre nichts dagegen unternommen hat). Noch jeder Bauer kriegt auf seine Alm eine Teerstraße - auch wenn er nur ein "Kracherl" dort verkaufen will ...

17. Thema Landwirtschaft: Wie schaffen Sie den Spagat zwischen dem Umweltschutz, Tourismus und der Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe? 

Förderung ökologischer und nachhaltiger Landwirtschaft. Menschenwürdige Arbeits- und Lebensverhältnisse für die Landwirtinnen (auch deren Männer) und die Tiere, die ihnen anvertraut sind; heute aber gehalten werden als Hochleistungsmilch- und fleischmaschinen.

18. Thema Soziales: Die bayerischen Vereine stehen aufgrund der starken Regulierungen aktuell vor großen Hürden. Wie wollen Sie das Vereinsleben auch in Zukunft fördern? 

Ich bin in meinem Verein Abteilungsleiter und in vielen Vereinen Fördermitglied. Was sollen die "starken Regulierungen" denn sein? Da wird ein Popanz aufgebaut, ohne ihn klar zu benennen. 

19. Thema Migration: Wie stehen Sie zu der Asylpolitik von Markus Söder, wie kann zum Beispiel die Rückführung der abgelehnten Asylbewerber gelöst werden? 

Markus Söders Politikstil (auch in der Flüchtlingsfrage): Heute so, morgen so (Roberto Blanco 1969) oder: Und dann will es keiner gewesen sein (Peggy March 1973). 

Um die AfD "auszuschalten", sind ihm Menschen, die im Mittelmeer ertrinken, egal. Soviel zum christlichen Anteil der CSU. 

20. Thema Arbeit: Ist das bedingungslose Grundeinkommen der richtige Weg? Wie sähe die Alternative aus? 

An diesem Punkt bin ich mir noch nicht sicher - da würde ich gerne mit Fachleuten diskutieren. Was aber nötig ist: Dass jeder Mensch so leben können muss, dass sein Leben "menschlich" genannt werden kann.

Nicht nur Reiche sollen sich ein "gutes Leben" leisten können (obwohl auch Reichtum nicht selten ins Unglück führen kann.

21. Thema Bildung: Wie wollen Sie die Bildungslandschaft im Freistaat stärken? 

Als Hochschullehrer setze ich darauf, dass Student_innen weniger Internet und weniger Smartphone benutzen, sondern mehr das, was sie haben: ihren Verstand und ihr Herz. 

Bildung ist mehr als Bulimie-Lernen; Bildung ist lebenslanges Lernen ohne Verzweckungs- und Zurichtungsabsicht. Das heißt: G10 statt G8 und sechs Jahre Studium (mit einem starken allgemeinwissenschaftlichen Anteil).

22. Thema Familie: Wie stehen Sie zu dem bayerischen Familiengeld; an welchen Stellen muss nachgebessert werden? 

Familien sind keinesfalls die "Keimzelle des Staates", wie es CSU und AfD so gerne hätten. 50 Prozent Scheidungsquote, 25 Prozent Kinder, die in Armut leben, riesige Nutzerzahlen in der Kinder- und Jugendhilfe sprechen dafür, dass Familien für viele Kinder Orte des Schreckens sind. 

Abschaffung des bayerischen Familiengelds und Förderung von Kindern, Jugendlichen, Männern und Frauen dort, wo es aus sozialen, kulturellen und erzieherischen Gründen nötig ist.

23. Thema Versorgung: Was halten Sie vom Landespflegegeld? 

Wieso Pflegegeld: Menschen, die alt geworden sind und nicht mehr lohnarbeiten, sind bei uns nichts mehr "wert" (außer als Kunden von Welllness- und Anti-Aging-Hotels). 

Alle Menschen haben ein menschenwürdiges Lebensende verdient - unabhängig davon, wie arm oder reich sie sind. Wenn einer der reichsten Staaten der Welt Millionäre davor schützt, Steuern zu bezahlen und Pflegebedürftige in Heimen "verwahren" lässt, so ist das System falsch.

24.  Brauchen wir einen Regierungswechsel im Landtag? 

Ich bin auch damit zufrieden, wenn die CSU endlich christlich und sozial, also sozialistisch, wird.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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