Kandidatenvorstellung Landtagswahl 2018: Stimmkreis Rosenheim-West

24 Fragen an Ludwig Maier (ödp)

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Ludwig Maier, Direktkandidat der ödp im Stimmkreis Rosenheim-West hat sich den Fragen von rosenheim24.de gestellt.

Rosenheim/Bayern - In Bayern wird am Sonntag, 14. Oktober, ein neuer Landtag gewählt. Im Stimmkreis Rosenheim-West bewerben sich zwölf Direktkandidaten für einen Sitz im bayerischen Landesparlament. Wir stellen die Kandidaten einzeln vor. Dieses Mal: Ludwig Maier (ödp).

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Die Antworten auf den Fragebogen von rosenheim24.de

1. Name

Ludwig Maier

2. Partei

Ökologisch Demokratische Partei

3. Alter

57 Jahre

4.Wohnort 

Hub bei Soyen seit Geburt

5. Familienstand

Verheiratet

6. Kinder

Vier Kinder/ 3 Jungs+ 1 Mädl (33,31,29,26)

7. Wie verlief Ihre politische Karriere?

Eintritt 1.4.2009, im November des selben Jahres Gründung Ortsverband und dessen Vorsitzender, April 2010 Beisitzer im Bundesarbeitskreis Landwirtschaft/Tierschutz/Gentechnik, dann Beisitzer im Kreisvorstand Rosenheim, im November 2010 stellvertretender Vorsitzender Bundesarbeitskreis Landwirtschaft/Tierschutz/Gentechnik, einen Tag später Beisitzer im Bundesvorstand, November 2011 Vorsitzender Bundarbeitskreis Landwirtschaft/Tierschutz/Gentechnik, 2014-2016 erneut Beisitzer im Bundesvorstand, seit 2016 stellvertretender Vorsitzender Bundesarbeitskreis Landwirtschaft/Tierschutz/Gentechnik , seit 2018 stellvertretender Kreisvorsitzender 2013 Direktkandidat Bundestag , 2014 Kandidat Kreistag(nächster Nachrücker), 2014 Kandidat Europaparlament, 2017 Direktkandidat Bundestag, 2018 Direktkandidat Landtag und Listenkandidat Landtag.

8. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Prof.Dr. Klaus Buchner ödp-Mitglied des Europaparlament.

9. Was verbindet Sie mit der Region? Was ist das Besondere bei uns?

Meine Familie, mein Elternhaus, meine Freunde und Bekannten, die Schönheit der Landschaft, die weltoffene Gesellschaft. Das Besondere ist die Unverwechselbarkeit der Menschen, die hier wohnen und die wunderbare Kulurlandschaft mit ihren Kulturschätzen.

10.Warum sind genau Sie der Richtige?

Ich bin durchsetzungsstark, hab mein Herz am richtigen Fleck und lasse mich nicht verbiegen. 

11. Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele?

- Pestizidfreier Landkreis Rosenheim - für mehr Artenvielfalt und gesunder Lebensmittel.

- Nein zum Wachstumswahn - bei Brennerzulauf, B15neu und Autobahn durch firmen-und konzernspendenfreie Politik.

- Über sechs Prozent - für mehr Artenvielfalt auch im Landtag, denn die Demokratie lebt von der politischen Vielfalt und es hat eine werteorientierte ökologische Partei Platz im Landtag.

12. Was wollen Sie für die Menschen in der Region erreichen?

Dass Bürgerinteressen Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben - der Mensch, die Tiere und die Umwelt stehen vor dem Profit. Dies beweist unser derzeitiges Volksbegehren "Rettet die Bienen", das wir am 5. Oktober zur Zulassung einreichen werden und ohne die ÖDP würde jetzt ein Atomkraftwerk in Marienberg stehen.

13. Thema Infrastruktur: Wie stehen Sie zu den vorgestellten ersten Grobtrassenentwürfen zum Brenner-Nordzulauf, welche Probleme bleiben bestehen, welche kommen hinzu und welche Lösungen haben Sie?

Den Raum Brannenburg-Flintsbach wird es dabei besonders treffen. In diesem Bereich laufen dann oberirdisch vier Gleise nebeneinander. Dies lehne ich entschieden ab. Es werden gezielt die Bürger/Innen von der Politik und der Bahn gegeneinander ausgespielt. Der Neubau von Hochgeschwindigkeitsstrecken bindet finanzielle Mittel und verbraucht Landschaft, deswegen zweispurig, ich folge dieser Wachstumsideologie nicht.

Höhere Geschwindigkeiten und höheren Komfort erreichen wir auch mit verhältnismäßig geringen Investitionen durch die Beschleunigung vorhandener Strecken und geeignete Züge (zum Beispiel mängelfreie Gleisanlagen), mit baulichen Eingriffen an den Schwellen und dem Oberbau und lärmarmem Rollmaterial, insbesondere bei Güterwaggons, ließe sich europaweit sehr schnell mehr Lärm reduzieren. Durch besser koordinierte Fahrpläne, kürzere Taktung und maximale Auslastung der Waggons. Abschaffung von Beschleunigungs- und Maßnahmengesetzen, die Umweltverträglichkeitsprüfungen und Bürgerbeteiligung aushebeln. Mit gezielten Maßnahmen innerhalb der EU könnte man den Alpentransit des Güterverkehrs auf der Straße wirkungsvoll und problemlos entzerren, beispielsweise mit einer Angleichung der Mautgebühren von München bis Verona auf Schweizer Niveau und Anhebung der Dieselpreise in Österreich oder auch damit, dass auf italienischer wie auf deutscher Seite die fehlenden, relativ kurzen Zuganschlüsse an den neuen St. GotthartTunnel/Schweiz gebaut werden.

14. Thema Verkehr: Ist der sechsspurige Ausbau der A8 dringend erforderlich, welche Alternativen sehen Sie?

Der sechsspurige Ausbau der A8 stützt sich auf total überzogene Wachstumsprognosen, der Verkehrswegeplan müsste eigentlich Verkehrsplan heißen, dann würde man auch über Verkehrsvermeidung sprechen müssen, aber da höre ich nichts von der Politik. Wir müssen den regionalen Märkten wieder mehr Bedeutung zumessen und den wahren Wohlstand in den Mittelpunkt stellen, anstatt diesem Wachstumsdogma zu folgen, denn ungebremstes Wachstum gibt es nicht. Dann würde auch eine andere Debatte darüber geführt werden. Vier Spuren sind aus meiner Sicht völlig ausreichend, weil diese Wachstumsprognosen wie sie propagiert werden, nicht eintreffen werden

15. Thema Wohnen: Wie kann gerade in der Region bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden?

Der Bau und die Modernisierung von Wohnungen braucht die staatliche Förderung. Zu fördern ist auch der Erwerb von Wohneigentum durch Familien und Alleinerziehende. Die Förderung muss aber an die Erfüllung von ökologischen und sozialen Standards geknüpft sein.

16. Thema Ökologie: Auf welche Weise kann dem Flächenfraß in Bayern entgegenwirkt werden?

Indem das von Gericht gestoppte Volksbegehren "Gegen den Flächenfrass", so schnell wie möglich wieder kommt, darin wird vorerst gefordert maximal fünf Hektar Flächenverbrauch statt den 13 ha wie es momentan in Bayern praktiziert wird. Durch ein Volksbegehren würde der Bürgerwille direkt gesetzlich verankert.

17. Thema Landwirtschaft: Wie schaffen Sie den Spagat zwischen dem Umweltschutz, Tourismus und der Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe?

Indem wir die Förderung für die Landwirtschaft komplett auf den Kopf stellen zugunsten der kleineren Betriebe. Wir fördern bis 500ha, diese bekommen aber nur mehr ein Zehntel eines 50ha Betriebes. Werden Umwelt-und Tierschutzstandards eingehalten gibt es zudem 50 Prozent Förderung dazu. Über 500ha gibt es gar keine Förderung mehr. Damit machen wir das was die Politik tun sollte, für ausgleichende Gerechtigkeit sorgen. Ich sehe keinen Spagat zwischen Tourismus und Umweltschutz und der Förderung der Landwirtschaft. Es ist miteinander vereinbar.

18. Thema Soziales: Die bayerischen Vereine stehen aufgrund der starken Regulierungen aktuell vor großen Hürden. Wie wollen Sie das Vereinsleben auch in Zukunft fördern?

Damit hab ich mich noch nicht befasst, deswegen kann ich hier noch keine Antwort liefern, werde mich aber damit auseinandersetzen. Eins steht jedenfalls fest, in ein Vereinsleben eingebundene Jugendliche fühlen sich besser von der Gesellschaft getragen!

19. Thema Migration: Wie stehen Sie zu der Asylpolitik von Markus Söder, wie kann zum Beispiel die Rückführung der abgelehnten Asylbewerber gelöst werden? 

Wirtschaftliches Handeln, ob in Bayern, Deutschland, der EU oder global darf Menschen nicht ausbeuten oder deren Lebensgrundlagen zerstören. Wirtschaft und (Welt)Handel müssen fair geregelt sein: Vorrang der Menschenrechte vor Handelsrechten, Freihandelsverträgen oder Investitionsabkommen, keine Spekulationen auf Nahrungsmittel, kein Ausverkauf großer Landflächen an ausländische Investoren (Land-Grabbing). Ich lehne eine Asylpolitik ab, die sich als reine Flüchtlingsabwehr versteht. Bayern hat einen großen Einfluß auf die Bundes-und Europapolitik.

Die Dublin-Verträge gehören auf den Prüfstand: Die internationalen Flüchtlingshilfswerke, zum Beispiel das UNHCR, sind großzügig mit finanziellen Mitteln zu auszustatten. Die Resettlement-Programme sind deutlich auszuweiten, um Kontingente von Geflüchteten nach humanitären Kriterien auszuwählen, die dann geordnet und sicher einreisen können. Asylverfahren müssen zügig, fair und transparent abgewickelt werden. Für sie muss derselbe Instanzenweg gelten wie für andere Gerichtsverfahren. Bayern und hier vorrangig die bayrische Politik haben großen Anteil daran, dass Menschen überhaupt flüchten müssen. Auch bayrische Waffen bedrohen deren Länder.

20. Thema Arbeit: Ist das bedingungslose Grundeinkommen der richtige Weg?  Wie sähe die Alternative aus? 

Wir brauchen vordringlich für Personen, die über kein eigenes Einkommen verfügen können, ein ausreichendes Grundeinkommen. Dazu zählen Kinder, Rentner/Innen und Erwerbsunfähige. Solange das Erziehungs- und Pflegegehalt nicht verwirklicht ist gehören auch Erziehende und Pflegende dazu. Entscheiden auch Sie sich für ein neues Politikverständnis und gegen die Prinzipien der Wegwerf- und Verschwendungsgesellschaft. Entscheiden Sie sich für ein gutes Leben zu kämpfen.

21. Thema Bildung: Wie wollen Sie die Bildungslandschaft im Freistaat stärken?

Ich vertrete ein ganzheitliches Bildungskonzept, welches das Lernen mit allen Sinnen beinhaltet und die Entfaltung des Einzelnen im Rahmen seiner Möglichkeiten zum Ziel hat. Dabei geht es um Chancengleichheit, deren Ziel nicht drin besteht, möglichst viel Kinder zum Abitur zu führen, sondern vielmehr darin, jedem die Möglichkeit zu geben, seinen Begabungen entsprechend gefördert zu werden und so seinen Weg zu gehen. Musische und kreative Fächer, dazu gehört auch Theater spielen sind in allen Bildungseinrichtungen aufzuwerten, um das Empfindungsvermögen und die Vielschichtigkeit der Weitererfahrung zu steigern. 

Sozialentwicklung, Umweltsensibilisierung und guter Umgang mit unseren Mitgeschöpfen den Tieren ist zu fördern. Dementsprechend soll die Schullandschaft möglichst vielfältig sein. Dazu gehören sowohl ein dreigliedriges, durchlässiges Schulsystem als auch Gesamtschulen beziehungsweise Gemeinschaftsschulen und Modelle freier Träger. Die ÖDP will ein Hauptschulkonzept realisieren, bei dem Projektunterricht und Praktika einen besonders praxisorientierten Unterricht unterstützen. Dabei sollen Unterrichtsinhalte wie Ökologie, technisch kreatives Grundwissen, soziales Verhalten, Gesundheit und Umgang mit Geld vermittelt werden.

Ein noch intensiverer Kontakt zu den lokalen Betrieben soll Zukunftsperspektiven eröffnen. Es benötigt auch, vorerst in den Grundschulen einer zweiten Lehrkraft und kleinerer Klassen, statt 5 Mrd. für mehr Tablets zu verschwenden. Schweden ist Vorreiter in Bezug Digitalisierung des Klassenzimmer und ist dann in der PISA Studie abgestürzt. In Südkorea sind dadurch 95 Prozent der Kinder kurzsichtig. Ich fordere ein Recht auf analoge Kindheit, frühestens in der 7. Jahrgangsstufe ist es ausreichend Digitalisierung zu unterstützen, weil dann das kindliche Gehirn dafür gereift ist.Die Lehrerausbildung ist bundesweit stärker didaktisch auszurichten, ohne dass sich dabei die fachliche Ausbildung verschlechtert.

22. Thema Familie: Wie stehen Sie zu dem bayerischen Familiengeld; an welchen Stellen muss nachgebessert werden?

Ich setze mich für echte Wahlfreiheit ein, weil Staat und Gesellschaft nicht das Recht haben, Lebensentwürfe vorzuschreiben oder zu bewerten. Sowohl ein Arbeitsleben mit überwiegend/teilweiser Erwerbsarbeit als auch ein Arbeitsleben mit überwiegend familiärer Sorgearbeit muss wirtschaftliche Unabhängigkeit über den ganzen Lebenslauf hinweg (Einkommen und Rente) ermöglichen. 

Ein sozialversicherungspflichtiges Erziehungsgehalt, muss Menschen, die familiäre Sorgearbeit leisten (Väter, Mütter, etc..), diese Wahlfreiheit und Unabhängigkeit sichern. In der Familie geleistete familiäre Sorgearbeit ist ins Bruttoinlandsprodukt aufzunehmen. Politischer, gesellschaftlicher oder finanzieller Druck, Kleinkinder in eine Betreuungseinrichtung zu geben, um erwerbstätig sein zu können, ist als Beeinträchtigung der Wahlfreiheit abzulehnen.

23. Thema Versorgung: Was halten Sie vom Landespflegegeld?

Es braucht eines wirklichen sozialversicherungspflichtigen Pflegegehalts von über 1000 Euro monatlich, dafür stehe ich. Das Landespflegegeld ist reine Augenwischerei.

24. Brauchen wir einen Regierungswechsel im Landtag? 

Wir brauchen einen Regierungswechsel, die gegenwärtigen Parteien sind keine Antwort auf die drängenden Fragen der heutigen Zeit. Es wird eine Bürger-Tierschutz- und umweltfeindliche Politik betrieben wie sie noch nie da war. Wir haben keine Klimaerwärmung mehr, sondern eine Klimaüberhitzung, die menschengemacht ist. Fluchtbewegungen nehmen immer mehr zu, weil deren Lebensräume ausgebeutet werden. Die Grünen wollen zwar Erneuerbare Energien, aber die Konzernstrukturen erhalten, das kann nicht gehen. Aber auch bei unserer bayrischen Politik heißt es: Weiter so! Wir hatten einen Wähler am Infostand, der gesagt hatte, er habe 30 Jahre taktisch gewählt und es ist seitdem nichts besser geworden- jetzt wählt er uns - sechs Prozent - mehr Artenvielfalt deswegen auch im Landtag!

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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