Kandidatenvorstellung Landtagswahl 2018: Stimmkreis Traunstein

24 Fragen an Markus Schupfner (Bayernpartei)

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Markus Schupfner, Direktkandidat der Bayernpartei im Stimmkreis Traunstein hat sich den Fragen von chiemgau24.de gestellt.

Landkreis Traunstein/Bayern - In Bayern wird am Sonntag, 14. Oktober, ein neuer Landtag gewählt. Im Stimmkreis Traunstein bewerben sich elf Direktkandidaten für einen Sitz im bayerischen Landesparlament. Wir stellen die Kandidaten einzeln vor. Dieses Mal: Markus Schupfner (Bayernpartei).  

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Die Antworten auf den Fragebogen von chiemgau24.de

1. Name

Markus Schupfner 

2. Partei

Bayernpartei 

3. Alter

40 Jahre 

4. Wohnort

Anning (zwischen Stein und St. Georgen – Nähe Traunreut) 

5. Familienstand

Verheiratet 

6. Kinder

Drei im Alter von 19, 10 und 8 Jahren 

7. Wie verlief Ihre politische Karriere? 

Ich bin seit 2012 Mitglied in der Bayernpartei.

Ich bin seit 2014 Mitglied im Kreistag des Landkreis Traunstein.

8. Wer sind Ihre politischen Vorbilder? 

Kofi Annan 

9. Was verbindet Sie mit der Region? Was ist das Besondere daran?

Unsere Region beziehungsweise der Landkreis Traunstein ist natürlich meine Heimat. Das sagt eigentlich schon alles aus. Ich mag die unkomplizierten Menschen und mir gefällt deren Offenheit, Ehrlichkeit und Bodenständigkeit. Ebenso gehört das Vereinsleben und das Ehrenamt genauso zu unserer Region wie der schöne Dialekt. 

Wenn ich mit meiner Familie unterwegs bin, dann gibt es in unserer Region so viele besondere Fleckerl. Ob das auf unserer Hausbank ist, oder in einem Biergarten, oder bei einem Feldgottesdienst oder am Chiemseeufer, oder auf der Kampenwand, oder, oder, oder… 

10. Warum sind genau Sie der Richtige? 

Das müssen in erster Linie mal die Wähler entscheiden. Ich denke aber, dass es zu meinen Stärken gehört, mich mit voller Energie für meine Überzeugungen und das Gemeinwohl einzusetzen. Ich mache Politik mit gesundem Menschenverstand und bin „Oana wia Du und i“

11. Was sind Ihre wichtigsten politischen Ziele? 

Mein politisches Kernanliegen ist die Stärkung Bayerns und seiner Bürger. Bayern ist mehr als nur ein Bundesland: Es ist ein Staat mit hoher Leistungsfähigkeit, einer langen Geschichte und ist, gemessen an seiner Einwohnerzahl, größer als 19 Mitgliedsstaaten der EU. Die Aufwertung Bayerns ist sicher ein mittelfristiger Prozess, wenn am Ende dieses Prozesses ein selbstständiger Staat steht, wäre das nur wünschenswert. 

Insbesondere angesichts der horrenden Zahlungen an den Rest der Republik, wäre ein selbstständiges Bayern ein Segen für die Bürger dieses Landes. Auch demokratie- und kulturpolitisch wäre mehr Eigenständigkeit für Bayern von größtem Vorteil. 

Ebenso könnte Bayern auf diesem Weg seine Interessen einem Europa der Regionen besser zur Geltung bringen. Besonders wichtig ist mir zudem, in einer Gesellschaft zu leben, in der Werte wie Heimatverbundenheit, Toleranz, soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Tradition noch eine Rolle spielen. 

12. Was wollen Sie für die Menschen in der Region erreichen? 

Ich möchte und werde Politik für junge und alte Menschen machen und nicht für die Interessen der Konzerne. Ich bin auch der Meinung, daß die Politik wieder einfacher und verständlicher werden muss. Für unsere Region beziehungsweise den Landkreis Traunstein, werde ich mich ganz stark für die öffentlichen Krankenhäuser einsetzen, daß unsere Kliniken AG mit sämtlichen Abteilungen erhalten bleibt und wir diese gegebenenfalls sogar noch erweitern und ausbauen. 

Weiterhin sind meine Schwerpunktthemen: intakte Familie, duale Ausbildung, Handwerk, Vereine, echtes Brauchtum, Ehrenamt und die Mindestrente. Von all diesen Forderungen profitieren dann die Menschen in unserer Region. Daneben muss durch ein intelligentes Flächenmanagement die immer weiter voranschreitende Flächenversiegelung verringert werden. Ich setze mich für den Erhalt der einzigartigen Landschaft, Kultur und Schönheit unseres Chiemgaus und Rupertiwinkels ein.

13. Thema Verkehr: Ist der sechsspurige Ausbau der A8 dringend erforderlich, welche Alternativen sehen Sie? 

Ein Ausbaubedarf auf der A8 ist aus meiner Sicht auf jeden Fall notwendig. Wenn man in Sachen Brennerzulauf daran denkt, wie weit die Italiener und Österreicher bereits sind, ist der aktuelle Stand der „Planung“ geradezu peinlich. Aufgrund der Beengtheit des Raumes und der dichten Besiedelung schwebt unserem Parteivorsitzenden Florian Weber sogar eine Untertunnelung bis München vor. 

Dies würde die Belastung für die Menschen in der Region deutlich senken. Wir brauchen aber auf jeden Fall einen bedarfsgerechten Ausbau um je einen freischaltbaren Standstreifen, eigentlich genauso wie sie schon zwischen dem Autobahnkreuz München-Süd und Holzkirchen existieren. 

14. Thema Wohnen: Wie wollen Sie bezahlbaren Wohnraum schaffen?

Mittel- und langfristig muss der Zuzugsdruck verringert werden, indem andere Regionen, wie zum Beispiel Oberfranken, durch eine bessere (auch digitale) Infrastruktur aufgewertet werden. Kurzfristig müssen gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaften zu vertretbaren Preisen Grundstücke überlassen werden, damit diese bezahlbaren Wohnraum schaffen können. 

15. Thema Flächenknappheit und Landwirtschaft: Wie schaffen Sie den Spagat zwischen dem Umweltschutz, Tourismus und der Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe? 

In Bayern, speziell in unserer Region, dominiert eine eher kleinbäuerliche Struktur. Das hat sich bei uns bewährt. Viele Betriebe haben den Tourismus bereits für sich entdeckt, weshalb ich hier keinen zu großen Widerspruch sehe. Um aber der regionalen Landwirtschaft zu helfen, müssen wir die regionale Direktvermarktung erleichtern. 

Auch indem wir zum Beispiel überzogene Vorschriften und dokumentationspflichten abschaffen. Da Bauern für unsere Kulturlandschaft entscheidend sind, sollten sie für Umweltschutzmaßnahmen noch besser gefördert werden.

16. Thema Ökologie: Auf welche Weise kann dem Flächenfraß in Bayern entgegenwirkt werden? 

Der Flächenfraß in Bayern ist ein riesiges Problem. Hier sollte immer zuerst geprüft werden, ob es geeignete Industrie- oder andere Brachen gibt, bevor neue Gewerbegebiete ausgewiesen. Auch wäre es sinnvoll die Einkommenssituation der Kommunen zu verändern: Weg von der Gewerbesteuer, hin zu einer größeren Beteiligung an der Einkommenssteuer sowie an der Mehrwertsteuer. Damit würden die Kommunen nicht unter dem Druck stehen, immer neue Gewerbegebiete auszuweisen, um Einnahmen zu generieren.

Ebenso würde man damit schwächere Regionen stärken. Da der bebaubare Grund aber stark begrenzt ist, müssen wir unsere Häuser (vor allem in den Städten) noch mehr in die Höhe bauen. Der Parkplatz muß dagegen im Boden gemacht werden. Das heißt, wir brauchen höhere Häuser mit Tiefgaragen, um den Platz optimaler auszunutzen. Vor allem Discounter machen viel von unserer schönen Natur und Heimat kaputt. 

Diese werden meist nur einstöckig gebaut und ein großer Parkplatz ist auch noch mit dabei. Das geht überhaupt gar nicht mehr in der heutigen Zeit. Dieser Platz wäre besser für Siedlungen für unsere jungen Familien zu verplanen. Die Kinder sind unsere Zukunft!! Eine intakte Familie und eine intakte Natur bieten Kindern Lebensraum und Perspektiven. Das sind die Grundvoraussetzungen für eine gute Entwicklung. 

17. Thema Infrastruktur: Wie kann der Breitbandausbau noch stärker vorangetrieben werden? 

Dieses Thema ist für unsere Bevölkerung sehr wichtig. Vor allem auch für unsere Selbstständigen, Handwerksbetriebe und Gewerbetreibenden müssen wir in diesem Bereich noch einen großen Schritt machen. Wir müssen beim Breitbandausbau einfach noch mehr in die Fläche hinauskommen und somit im Zeitalter von Industrie 4.0 und Digitalisierung allen Menschen eine optimale Basis zur Verfügung stellen. 

18. Thema Soziales: Die bayerischen Vereine stehen aufgrund der starken Regulierungen aktuell vor großen Hürden. Wie wollen Sie das Vereinsleben auch in Zukunft fördern? 

In Bayern lebt man seine Traditionen. Träger dieser Traditionen sind oftmals Vereine und Vereinigungen. Hier muss extremen Auswüchsen, wie ausufernde Vorschriften für Festveranstaltungen, etwas entgegengesetzt werden. Mancherorts können Traditionsveranstaltungen gar nicht mehr abgehalten werden, weil eine Fülle von Vorgaben eine Durchführung nur mit sehr hohem Risiko möglich macht. 

Hier müssen Vorschriften gelockert werden, um das Brauchtum zu erhalten. Gleiches gilt natürlich auch für andere Vereine wie z.B. die Feuerwehren oder Kindertrainer in Sportvereinen, etc. Ich fordere viel mehr Respekt für die Arbeit im Ehrenamt !! Es muß wieder eine Ehre sein, ein Vereinsvorstand zu sein. 

19. Thema Migration: Wie stehen Sie zu der Asylpolitik von Markus Söder, wie kann zum Beispiel die Rückführung der abgelehnten Asylbewerber gelöst werden? 

Der Ehrlichkeit halber muss gesagt werden, dass das Land hier nur eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten hat, da es sich primär um eine Bundesaufgabe handelt. Grundsätzlich stehe ich zum Recht auf Asyl. Geltende Gesetze müssen aber eingehalten werden. Es ist nicht richtig, dass jeder Verkehrsverstoß verfolgt wird, Gesetzesverstöße aber, z. B. im Bereich des illegalen Grenzübertritts, nahezu folgenlos bleiben. Bei vielen Menschen wird dadurch der Eindruck erweckt, dass die Politik unterschiedliche Maßstäbe anlegt. 

Auch bin ich persönlich der Meinung, dass rechtskräftig verurteilte Migranten ihr Aufenthaltsrecht verlieren und abgeschoben werden müssten. Gleichzeitig sollten anerkannte Asylbewerber, durchaus gefördert werden. Dabei darf aber nicht der Eindruck entstehen, dass Zuwanderer besser gestellt werden als in Not geratene Inländer. 

20. Thema Arbeit: Ist das bedingungslose Grundeinkommen der richtige Weg? Wie sähe die Alternative aus? 

Beim bedingungslosen Grundeinkommen bin ich sehr skeptisch, ob das funktionieren kann. Ich glaube bestimmte Leistungsanreize sind sinnvoll und notwendig, um wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben. Was ich hingegen als viel wichtiger ansehe, ist eine staatlich finanzierte Grundrente, die nach einer langjährigen Arbeits- oder Erziehungstätigkeit ausbezahlt wird. Das Problem der Altersarmut ist gerade in Bayern sehr groß und muss bekämpft werden. 

21. Thema Bildung: Wie wollen Sie die Bildungslandschaft im Freistaat stärken? 

Das dreigliedrige Schulsystem muß unbedingt beibehalten werden. Besonders wichtig ist, dass es zu keiner bundeseinheitlichen Schulpolitik kommt. Bildungspolitik muß Ländersache bleiben. Der Bildungsföderalismus ist ein Garant für die Konkurrenzfähigkeit unserer Gesellschaft. 

Ein bundeseinheitliches Schulsystem gefährdet unsere Zukunft, da sich damit die niedrigsten Standards in allen Schularten durchsetzen werden. Auch in der Berufsausbildung sind wir mit dem dualen System (Die Ausbildung findet zum Teil in der Berufsschule und zum Teil im Ausbildungsbetrieb statt) in Europa ganz vorne mit dabei. Wir müssen uns immer an den Besten orientieren und dürfen unseren hohen Standard nicht einfach so hergeben. 

22. Thema Familie: Wie stehen Sie zu dem bayerischen Familiengeld; an welchen Stellen muss nachgebessert werden? 

Das bayerische Familiengeld ist grundsätzlich positiv zu bewerten. Bayern muss aber in Verhandlungen mit dem Bund dafür Sorge, dass Sozialleistungen nicht mit diesem Familiengeld „verrechnet“ werden. Sonst verpufft die Wirkung, denn es sind ja primär die Familien mit geringem Einkommen, die in Bayern, zum Beispiel aufgrund hoher Mietkosten, Unterstützung brauchen. 

Es kann ja nicht sein, daß wir in Bayern für unsere Kinder eine Kindergartengebühr bezahlen und über den Länderfinanzausgleich schafft Berlin genau diese Gebühren ab. Ein weiteres Beispiel ist der Flughafen BER in Berlin. Mit diesem Geld könnten wir bei uns in Bayern wesentlich sinnvollere Dinge umsetzen. 

23. Thema Versorgung: Was halten Sie vom Landespflegegeld? 

Das Landespflegegeld ist positiv zu bewerten, wird dem tatsächlichen Bedarf der Betroffenen aber leider kaum gerecht. Wäre Bayern eigenständig und würden nicht jedes Jahr über 40 Milliarden Euro aus Bayern ohne Gegenleistung an den Bund abfließen, könnten wir hier, wie auch in anderen Bereichen, deutlich mehr tun. 

24. Brauchen wir einen Regierungswechsel im Landtag?

Was wir dringend brauchen ist ein Politikwechsel im Landtag. Allein mit einem Regierungswechsel ist es nicht getan. Auch kommt es darauf an, wer die neue Regierung bildet. Links - Grüne Bündnisse haben sich nicht bewährt. Die deutschnationale AfD ist für Bayern keinesfalls eine Lösung: einerseits weil sie gar nicht regieren will und andererseits hätte die von ihr geforderte Abtretung von Kompetenzen der Länder an den Bund katastrophale Folgen für Bayern. 

Deshalb braucht es die Bayernpartei im Landtag, damit die Interessen der bayerischen Bevölkerung im Vordergrund stehen. Jede Stimme für die Bayernpartei ist hierfür ein Signal !!

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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