Kandidatenvorstellung Landtagswahl 2018: Stimmkreis Berchtesgadener Land

24 Fragen an Maria Mayr (mut)

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Michael Koller, Direktkandidat der Freien Wähler im Stimmkreis Berchtesgadener Land hat sich den Fragen von BGLand24.de gestellt.

Berchtesgadener Land/Bayern - In Bayern wird am Sonntag, 14. Oktober, ein neuer Landtag gewählt. Im Stimmkreis 112 Berchtesgadener Land bewerben sich zehn Direktkandidaten für einen Sitz im bayerischen Landesparlament. Wir stellen die Kandidaten einzeln vor. Dieses Mal: Maria Mayr (mut).

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Die Antworten auf den Fragebogen von BGLand24.de

1. Name

Maria Mayr


2.Partei

mut


3. Alter

46 Jahre 


4. Wohnort 

Wonneberg 


5. Familienstand 

Ledig 


6. Kinder

Keine 


7. Wie verlief Ihre politische Karriere? 

Meine politische „Karriere“ ist erst drei Monate jung – bisher kann ich nur sagen: sie verlief rasant, aufregend und in manchem meinen Mut fordernd

8. Wer sind Ihre politischen Vorbilder? 

Parteipolitisch – keine – menschlich: Felix Finkbeiner, Severn Suzuki, die bereits als Schüler um eine gerechte Zukunft kämpften, und viele andere, die sich für das große Ganze einsetzen: den Mensch, die Natur, die Welt. 


9. Was verbindet Sie mit der Region? Was ist das Besondere bei uns?

Im Chiemgau/Rupertiwinkel bin ich geboren und aufgewachsen, hier ist meine Familie. Die wunderschöne Landschaft, die es zu achten und schützen gilt – damit auch die folgenden Generationen sie genießen können. 


10. Warum sind genau Sie die Richtige? 

Da ich partei-politisch nicht „vorbelastet“ bin, sehe ich vieles von einem anderen Standpunkt aus – und mein Motto ist: alle sagten das geht nicht, da kam einer das wusste das nicht und hat es trotzdem geschafft. 


11. Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele? 

Ein gutes Leben für alle und nicht auf Kosten anderer, soziale Gerechtigkeit und ganz wichtig die Wahrung der Menschenwürde/Menschenrechte. 


12. Was wollen Sie für die Menschen in der Region erreichen? 

Achtung der Menschenwürde, die Sicherung und Förderung gesellschaftlicher Vielfalt, die Herstellung sozialer Gerechtigkeit und das Streben nach ökologischer Nachhaltigkeit. Um diese Werte politisch zu verwirklichen, bedarf es einer entscheidenden Voraussetzung: einer lebendigen Demokratie 


13. Thema Infrastruktur: Welche Lösung in der Frage der Umgehungsstraße bei
Bad Reichenhall ist sinnvoller: Der Auentunnel oder der Kirchholztunnel;
 und warum? 

Auentunnel – nein – hier werden acht Hektar Auwald, inklusive Ökosystem, zerstört. Ein drei Kilometer langer Tunnel, direkt entlang des Saalach-Flussufers. Die Folgen für Natur, Umwelt und auch die Stadt Bad Reichenhall sind nicht abzusehen. Die Zeiten „Profit vor ökologischer Nachhaltigkeit“ müssen enden. Auenlandschaften sind unsere wichtigsten Wälder, die wir haben, sie sorgen für eine große Biodiversität, sind Überflutungsgebiete und ein natürlicher Hochwasserschutz. 

Statt diese Ökosysteme zu zerstören muss weiter auf Renaturierung von Bächen/Flüssen gesetzt werden – verantwortungsbewusst für nachkommende Generationen! Generell muss das Thema „Mobilität“ neu gedacht werden, neue ökologisch nachhaltige attraktive Angebote im ÖNPV, konsequente Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. 

14. Thema Ökologie: Wie kann das Insektensterben in der Region verhindert
werden? 

Ganz klar Biodiversität – weg von Monokulturen (Maisfeldern) hin zur Vielfalt. Eine Landwirtschaft ohne Glyphosat und weitestgehend ohne Insektizide/Pestizide, das Ziel kleinerer Felder (2 bis 3 ha) mit Feldrändern und Randstrukturen (Hecken, Trockenmauern, Randstreifen). Dadurch werden Lebens- und Rückzugsräume für viele Tierarten geschaffen. Die Lebensräume werden vernetzt und der Boden vor Erosion geschützt, Hier hilft eine verantwortungsvolle Förderpolitik. 

15. Thema Wohnen: Wie kann im Stimmkreis Berchtesgadener Land bezahlbarer
 Wohnraum geschaffen werden?

 Unter anderem mit Grenzbebauung, geschlossene statt offener Bauweisen, keine Stellplatzvorschriften, um autofreies Wohnen zu ermöglichen, zulässige Geschossflächenzahl umgebungsadäquat erhöhen, Verpflichtung zu öffentlichen Registern von Baulücken, Nachverdichtungsoptionen und Leerstand die Entwicklung von Ideen im organisierten Austausch von Bewohner*innen, Eigentümer*innen und kommunalen Planer*innen zur Erstellung von nachhaltigen gemeinwohlorientierten Quartiersentwicklungen: Milieuschutz vor Luxussanierung 


16. Thema Ökologie: Auf welche Weise kann dem Flächenfraß in Bayern
entgegenwirkt werden? 

Flächen/Böden sind endliche Ressourcen, mit denen wir sorgfältiger, achtsamer, sparsamer umgehen müssen – sie sind unsere Lebensgrundlage! Versiegelung zerstört die natürliche Bodenfunktion. Tiere und Pflanzen verlieren Lebensraum, die Vielfalt nimmt immer mehr ab. Die Wasseraufnahme des Bodens sinkt und es droht mehr Hochwasser. 

Ich fordere: Stopp Flächenfraß und Versiegelung! – Daher steht mut für eine Reform des Bodenrechts: Grund und Boden sind in den Besitz der Allgemeinheit zu stellen und Nutzungsrechte nach sozialen und ökologischen Kriterien zu vergeben, keine Versteigerung an Meistbietende, die Bevorzugung von gemeinwohlorientierten Nutzungsformen und Instrumentenwie dem Erbbaurecht. Öffentlicher Grund darf nicht mehr privatisiert werden, da Grund und Boden nicht vermehrbar und deshalb keine marktfähigen Güter sind. 


17. Thema Landwirtschaft: Wie schaffen Sie den Spagat zwischen dem
Umweltschutz, Tourismus und der Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe?

Miteinander – Hand in Hand - Der Tourismus spielt in Bayern eine herausragende Rolle. Er ist nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und Garant für hunderttausende Arbeitsplätze, sondern dient auch der individuellen und kollektiven Erholung. Zudem kann er ein Motor für Völkerverständigung und kulturellen Austausch sein – wenn er politisch angemessen gestaltet wird. Dabei gilt es immer auch Umweltinteressen zu berücksichtigen: Nachhaltigkeit und Schonung der natürlichen Ressourcen sind essentiell, um auch in Zukunft ein lebenswertes Leben zu ermöglichen. 

mut steht daher für: die Vermeidung von umweltschädlichem Massentourismus, die Beendigung von Subventionen nach dem Gießkannenprinzip, stattdessen gezielte Förderung von Einrichtungen wie Öko-Hotels, CO2-neutralen Ferienanlagen usw., Kooperation statt Konkurrenz unter Anbietern: statt „Kirchturmdenken“ mehr (grenzüberschreitende) Zusammenarbeit, Maßnahmen und Budgets sind nach Möglichkeit zu bündeln, Destinationsmanagement überregional auszurichten, die unbedingte Achtung des bewährten Alpenplans: Hände weg von den Alpen. Die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe. Dazu gehören zum Beispiel Kooperativen, die solidarische Landwirtschaft und Konzepte zur Ausweitung der Direktvermarktung,


18. Thema Soziales: Die bayerischen Vereine stehen aufgrund der starken
Regulierungen aktuell vor großen Hürden. Wie wollen Sie das Vereinsleben
auch in Zukunft fördern?

Die (ehrenamtlichen) Vereine müssen unbedingt gefördert werden. Das Vereinsleben ist sehr wichtig und sollte nicht mit (unnötigen) Vorschriften/Auflagen belastet werden. Wie überall wird man auch hier bestimmt etliche Auflagen lockern oder aufheben können. Vereine müssen eine staatliche Anlaufstelle erhalten, um viele gesetzliche Auflagen, vor allem den Datenschutz, gut meistern zu können.

19. Thema Migration: Wie stehen Sie zu der Asylpolitik von Markus Söder,
wie kann zum Beispiel die Rückführung der abgelehnten Asylbewerber gelöst 
werden? 

Deutschland ist ein Einwanderungsland – auch wenn einige Parteien das nicht anerkennen wollen. mut setzt sich in Bayern dafür ein, dass die Menschenrechte unveräußerlich für alle gelten, auch für Geflüchtete. Abschiebungen sind keine Lösung. mut setzt sich daher gegen Abschiebungen ein und fordert das längst überfällige Einwanderungsgesetz (Trennung von Asyl und Einwanderung) und die Möglichkeit des Spurwechsels – auch und besonders für abgelehnte / geduldete Asylbewerber, die arbeiten und/oder eine Ausbildung machen wollen. Kurz: Die Asylpolitik von Markus Söder ist nicht meine Asylpolitik, es geht um Menschen, und hier werden Menschenrechte, Menschenwürde, Grundgesetze nicht eingehalten. 


20. Thema Arbeit: Ist das bedingungslose Grundeinkommen der richtige Weg?
 Wie sähe die Alternative aus?

Alle sollen arbeiten dürfen – aber alle sollen, entsprechend des gesamtwirtschaftlichen Produktivitätsfortschritts, immer weniger arbeiten müssen. Eine schrittweise Arbeitszeitverkürzung bei parallelem Aufbau eines öffentlichen Grundsicherungssystems könnte dazu beitragen, Arbeit und Leben in ein neues, individuell sinnstiftendes wie gesellschaftlich sinnvolles Verhältnis zu setzen. 


21. Thema Bildung: Wie wollen Sie die Bildungslandschaft im Freistaat stärken? 

Bildung muss für jeden zugänglich sein – ab Kindergarten, Schule, Berufsschule, Ausbildung bis hin zur Erwachsenenbildung. Eine duale Ausbildung ist eine sehr gute Grundlage fürs Berufsleben. Daher auch die Berufsschulen mehr fördern. Bei Studium auch das duale Studium unterstützen. Wichtig ist eine lebensnahe Ausbildung. 


22. Thema Familie: Wie stehen Sie zu dem bayerischen Familiengeld; an
welchen Stellen muss nachgebessert werden? 

Das bayerische Familiengeld wird erstmals sechs Wochen vor der bayerischen Landtagswahl am 14. Oktober ausgezahlt. (wie auch Pflegegeld, Baukindergeld) - Ein Schelm, wer da an Wahlkampfthema denkt. Natürlich ist Familienförderung immer wichtig und gut, aber dann soll es auch bei den ärmsten Familien, die das Geld am dringendsten brauchen können, zu 100 Prozent ankommen – und nicht bei den Familien von Besserverdienern. Und - wenn der CSU, die Familien so am Herzen liegen, warum hat sie nicht für die bundesweite Förderung gesorgt? 

Im Grundgesetz steht Herstellung gleichartiger Lebensverhältnisse in allen Regionen der Bundesrepublik – und Bayern zählt bekanntlich zu den wohlhabendsten Bundesländern. Nachbesserung auch in Ausbau von Kindergärten und Kitas. 

23. Thema Versorgung: Was halten Sie vom Landespflegegeld? 

Ansatzweise gut - das Landespflegegeld ist nicht zweckgebunden, einkommensunabhängig, muss nicht versteuert werden und es wird auch nicht mit anderen Leistungen verrechnet – aber grundsätzlich keine Lösung für den Pflegenotstand, den wir seit vielen Jahren haben – hier muss umgedacht werden! 


24. Brauchen wir einen Regierungswechsel im Landtag? 

Unbedingt – nach 60 Jahren ist Bayern mehr als reif für was Neues und wir brauchen dringend eine Veränderung, einen radikalen Kurswechsel - wir Menschen stehen in den nächsten 20 Jahren vor großen demoskopischen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen – Das geht nur miteinander für eine gemeinsame solidarische Zukunft!

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: BGland24.de

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