Kandidatenvorstellung Landtagswahl 2018: Stimmkreis Mühldorf

24 Fragen an Magdalena Lippa (V-Partei³)

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Magdalena Lippa Direktkandidatin der V-Partei im Stimmkreis Mühldorf am Inn hat sich den Fragen von innsalzach24.de gestellt.

Mühldorf am Inn/Bayern - In Bayern wird am Sonntag, 14. Oktober, ein neuer Landtag gewählt. Im Stimmkreis Mühldorf am Inn bewerben sich elf Direktkandidaten für einen Sitz im bayerischen Landesparlament. Wir stellen die Kandidaten einzeln vor. Dieses Mal: Magdalena Lippa (V-Partei³).

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Die Antworten auf den Fragebogen von innsalzach24.de

1. Name 

Magdalena Lippa 

2. Partei 

V-Partei³ - Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer

3. Alter 

30 Jahre

4. Wohnort

Eching

5. Familienstand

In fester Partnerschaft

6. Kinder

Keine

7. Wie verlief Ihre politische Karriere?

Vor über zehn Jahren fasste ich den Entschluss keine Tiere mehr zu essen und gestaltete zunehmend nicht nur meine Ernährung sondern meinen gesamten Lebensstil derart, dass ich nun glücklich, zufrieden und gesund weitestgehend ohne tierische Produkte auskomme. Aus dieser Motivation heraus bringe ich mich seit einiger Zeit als Pressesprecherin im bayerischen Landesvorstand der V-Partei³ ein. Die V-Partei³ ist meine politische Heimat geworden, da sie sich traut auch unangenehme Wahrheiten zu thematisieren, obwohl das nicht diejenigen sind, mit denen man besonders leicht Wählerstimmen gewinnt.

8. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Mir haben immer diejenigen Politiker/innen imponiert, welche mit Ernsthaftigkeit und inhaltlich überlegt an politische Themen herangehen. Führungsstärke und eine gewisse innere Ruhe auch in kritischen Zeiten sind für mich ebenfalls unentbehrlich.

9. Was verbindet Sie mit der Region? Was ist das Besondere daran?

Ich bin in den Landkreisen Mühldorf und Altötting aufgewachsen, habe dort meine Kindergarten- und Schulzeit verbracht und bin durch Familie und Freunde weiterhin im Kontakt. Als Jugendliche war Mühldorf für mich außerdem der zentrale Punkt um kulturelle und musikalische Interessen zu verfolgen.

10. Warum sind genau Sie die Richtige?

Mir persönlich ist besonders die Bildungspolititk wichtig. Da 23 Jahre Schule und Studium hinter mir liegen, kann ich rückblickend sehr viele Schlüsse aus dieser Zeit ziehen. Quantitativ ist die Wissenvermittlung in den Schulen zwar sehr ausgeprägt, aber qualitativ ist die Förderung der Kinder und Jugendlichen im momentanen Schulsystem noch verbesserungsfähig. Einerseits kommen lebensnahe und praktische Themen zu kurz, andererseits lastet der hohe Leistungsdruck auf allen Beteiligten – Schülern, Eltern, Familien sowie Schulpersonal.

11. Was sind Ihre wichtigsten politischen Ziele?

Kinderbetreuungseinrichtungen sollten gebührenfrei sein. Eltern sollten die Möglichkeit haben, zu arbeiten, und ihre Kinder gut versorgt zu wissen, ohne einen Großteil ihres Gehalts nur in die Kinderbetreuung zu investieren. Denn letzteres führt dazu, dass sich nur bestimmte Gehaltsklassen eine Betreuung leisten können.

Ebenso sollten alle Unterrichtsmaterialien an bayerischen Schulen kostenfrei sein. Schulerfolg und Bildungschancen von Kindern dürfen nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein, da dies nicht nur ungerecht ist, sondern auch verhindert, dass unser Nachwuchs und somit unser Freistaat sein volles Potenzial entfaltet.

Die Schulausbildung muss auch in Zukunft die Verbrechen des Nationalsozialismus ausführlich behandeln. Der Besonderheit der neueren deutschen Geschichte mit zwei Weltkriegen und zwei Diktaturen muss die Erinnerungskultur in Hinblick auf eine Sicherung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und des Friedens zwischen den Völkern gerecht werden. In Zeiten des Zulaufs von rechtspopulistischen Parteien ist Erinnerungskultur wichtiger denn je.

12. Was wollen Sie für die Menschen in der Region erreichen?

Ich möchte Kinder und Jugendliche, sowie deren Familien sorgenfreier sehen. Das Bildungssystem sehe ich dabei in einer zentralen Rolle. Leider geht es momentan nicht selten am Menschen vorbei und verursacht mehr Probleme als dass es sie löst.

13. Thema Wohnen: Wie wollen Sie bezahlbaren Wohnraum schaffen?

Neben einer Verbesserung der Mietpreisbremse sind weitere Maßnahmen nötig, um Spekulation mit Grund und Boden sowie Wohnungen zu unterbinden, zum Beispiel kein Verkauf von Gebäuden oder Grund aus öffentlicher Hand an Höchstbietende, stattdessen Vergabe an Träger mit sozialen Konzepten; unbefristete Belegsbindung von Sozialwohnungen.

14. Thema Infrastruktur: Wie wollen Sie den Breitbandausbau in der Region weiter vorantreiben, welche Schritte sind am dringendsten?

Ein Internetzugang ermöglicht heutzutage gesellschaftliche Teilhabe, Zugang zu Informationen, und ist existentielle Grundlage im Gewerbe. Der Ausbau dieser Infrastruktur begegnet dem Bevölkerungsschwund im ländlichen Raum und darf nicht wirtschaftlichen Interessen überlassen werden. Somit sollte der Freistaat den Breitbandausbau finanzieren, vor allem auch im ländlichen Raum.

15. Thema Gesundheit: Welche Maßnahmen kann die Politik gegen den Ärztemangel ergreifen und umsetzen?

Dafür bräuchte es mehr Medizinabsolventen, die diesen Beruf ergreifen wollen und können. Das damit verbundene Berufsleben darf daher nicht zu viele große Hürden mit sich bringen, wie zu viele Arbeitsstunden, zu großer bürokratischer Aufwand, zu wenig Vergütung. Weiterhin gilt zu bedenken, dass der Numerus Clausus für die Zulassung zum Medizinstudium eine sehr künstliche Grenze ist. Wenn mehr Mediziner gebraucht werden, müssen mehr Nachwuchsmediziner zum Studium zugelassen werden und der Weg zum praktizierenden Arztberuf muss gut geebnet werden.

16. Thema Ökologie: Auf welche Weise kann dem Flächenfraß in Bayern entgegenwirkt werden?

Besonders Neubauten auf unerschlossenem Gelände haben einen gewissen Preis haben für Mensch und Natur. Auf Grund der zunehmenden Bodenversiegelung, sollten besonders zukunftsweisende und nachhaltige Wohnkonzepte (Tiny-Haus, ...) gefördert werden.

17. Thema Flächenknappheit: Wie schaffen Sie den Spagat zwischen dem Umweltschutz, Tourismus und der Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe?

Die landwirtschaftlichen Flächen sind wichtig, um die Produktion hochwertiger pflanzlicher Lebensmittel zu ermöglichen. Auch naturbelassene Flächen sind existenziell wichtig für die Biodiversität. Deshalb muss dem Flächenverbrauch dringend Einhalt geboten werden.

17. Thema Landwirtschaft: Wie schaffen Sie den Spagat zwischen dem Umweltschutz, Tourismus und der Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe?

Wir wollen weg von der konventionellen Landwirtschaft mit Nutztierhaltung und hin zu einer schrittweisen Umstellung auf biovegane Landwirtschaft. Deshalb sollte der Staat diese Umstellung mit Subventionen fördern. Kein anderes Konzept bringt derart umfassend nachhaltige Vorteile für Mensch, Tier und Umwelt mit sich.

18. Thema Soziales: Die bayerischen Vereine stehen aufgrund der starken Regulierungen aktuell vor großen Hürden. Wie wollen Sie das Vereinsleben auch in Zukunft fördern?

Die bayerische Vereinskultur ist aus unserem gemeinschaftlichen Leben nicht wegzudenken. Wichtig ist, dass lediglich sinnvolle Auflagen zum Einsatz kommen. Ich bin überzeugt, dass Regelungen gefunden werden können, die hauptsächlich nutzbringend sind und keine großen Hürden darstellen. Wo dies nicht möglich ist, sollten kostenlose Schulungen/Unterstützungsangebote realisiert werden, denn wir dürfen schließlich nicht vergessen, dass die meisten Vereine rein ehrenamtlich geführt und getragen werden.

19. Thema Migration: Wie stehen Sie zu der Asylpolitik von Markus Söder, wie kann zum Beispiel die Rückführung der abgelehnten Asylbewerber gelöst werden?

Aufgrund der offenen EU-Grenzen sind vollständige Grenzkontrollen nicht möglich. Eine Prüfung des Asylgesuchs kann in jedem europäischen Land erfolgen, es sollte der Einzelfall zählen (z. B. Familienzusammenführung). Die finanzielle Verantwortung sollte nach einem geeigneten Schlüssel zwischen den EU-Staaten aufgeteilt werden. Asylanträge müssen schnellstmöglich geprüft werden.

20. Thema Arbeit: Ist das bedingungslose Grundeinkommen der richtige Weg? Wie sähe die Alternative aus?

Die Hartz-IV-Sanktionspraxis entmündigt Arbeitslose und zwingt ihnen unter Androhung des Entzugs der Unterstützung demotivierende und entwürdigende Jobs und Wiedereingliederungsmaßnahmen auf. Die Einführung eines Grundeinkommens würde diese Leistungen überflüssig machen.

21. Thema Bildung: Wie wollen Sie die Bildungslandschaft im Freistaat stärken?

Die Voraussetzung für verantwortliches Handeln ist Wissen. Nur wer die Lage möglichst ganzheitlich vor Augen hat und diese beurteilen kann, wird gute Entscheidungen für sich selbst und sein Umfeld treffen können. Darum ist die fundamentale Basis einer jeden funktionierenden Demokratie Bildung - und zwar umfassend für unsere gesamte Bevölkerung. Wissen ist so gesehen die einzige Macht, die für jeden zugänglich ist - leider oftmals nur in der Theorie. Wir müssen unseren Bürgern den Zugang zu verlässlichen Informationsquellen auf Basis fundierter wissenschaftlicher Erkenntnisse erleichtern und ihn aktiv fördern.

22. Thema Familie: Wie stehen Sie zu dem bayerischen Familiengeld; an welchen Stellen muss nachgebessert werden?

Das bayerische Familiengeld ist ein wichtiges Signal. Eine solche pauschale Bezuschussung kann allerdings nicht erreichen, dass Bildung nicht vom finanziellen Status abhängt.

23. Thema Versorgung: Was halten Sie vom Landespflegegeld?

Die Pflege ist bereits ein Kernproblem unserer Landes. Aufgrund der Altersstruktur in der Gesellschaft wird Pflege in Zukunft noch wichtiger werden. Unterstützende Maßnahmen befürworte ich klar. Beim Landespflegegeld kann aber noch lange nicht Schluss sein. Pflegeberufe haben nicht die Stellung in unserer Gesellschaft, die sie eigentlich verdient hätten.

24. Brauchen wir einen Regierungswechsel im Landtag?

Absolut. Die derzeitige Regierung verwechselt das Erhalten von Werten mit Stillstand. Die Welt verändert sich stetig, ob man will oder nicht. Dynamisch mit der Zeit zu gehen und vernünftige Veränderungen voranzubringen wäre die eigentliche Aufgabe einer Regierung.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: innsalzach24.de

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