Kandidatenvorstellung Landtagswahl 2018: Stimmkreis Rosenheim-Ost 

24 Fragen an Marie-Luise Kunst (mut)

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Rosenheim/Bayern - In Bayern wird am Sonntag, 14. Oktober, ein neuer Landtag gewählt. Im Stimmkreis 127 Rosenheim-Ost bewerben sich zwölf Direktkandidaten für einen Sitz im bayerischen Landesparlament. Wir stellen die Kandidaten einzeln vor. Dieses Mal: Marie-Luise Kunst (mut)

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Die Antworten auf den Fragebogen von rosenheim24.de

1. Name 

Marie-Luise Kunst

2. Partei 

mut

3. Alter 

46 Jahre

4. Wohnort 

München

5. Familienstand 

verheiratet

6. Kinder 

2

7. Wie verlief Ihre politische Karriere? 

Ich wurde im März 2017 auf die geplante Neugründung aufmerksam und bin seit Juni 2017 Mitglied bei mut. Seit Oktober bin ich Themensprecherin für Asyl bis Zuwanderung. Zuvor war ich nie Mitglied einer Partei.

8. Wer sind Ihre politischen Vorbilder? 

Mich fasziniert José Mujica, der als Präsident von Urugua weiterhin bescheiden lebte und wichtige Maßnahmen zur Armutsbekämpfung vorantrieb. Außerdem natürlich die Konsequenz von Claudia Stamm, einer der beiden Vorsitzenden von mut, der Authentizität wichtiger war als ihre politische Karriere, als sie bei den Grünen austrat und eine eigene Partei gründete.

9. Was verbindet Sie mit der Region? Was ist das Besondere bei uns? 

Ich bin in Rosenheim geboren und habe bis zu meinem 26. Lebensjahr in Brannenburg gelebt. Ich liebe die einmalige Natur- und Kulturlandschaft zwischen Inntal, Chiemsee und Rosenheim. Gleichzeitig ist die Region seit jeher ein Verkehrsknotenpunkt und dadurch alles andere als weltabgeschieden.

10. Warum sind genau Sie der Richtige? 

Ich bin ein Mensch, der gerne Verantwortung übernimmt. In der Politik wird viel geredet. Man muss Politiker aber beim Wort nehmen können.

11. Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele? 

Eine menschenwürdige Asyl- und Zuwanderungspolitik, die anerkennt, dass die Menschenrechte für alle gelten; durchgreifende Maßnahmen zur Armutsbekämpfung, die mehr als Almosen sind; die Chancengleichheit für alle Kinder in Bildung und Teilhabe.

12. Was wollen Sie für die Menschen in der Region erreichen? 

Die Infrastruktur vor allem in den ländlichen Gemeinden muss verbessert werden, was Nahversorgung, öffentlichen Nahverkehr, Schulen und medizinische Versorgung betrifft. Außerdem muss ausreichend bezahlbarer Wohnraum in Rosenheim und Umgebung zur Verfügung stehen.

13. Thema Infrastruktur: Wie stehen Sie zu den vorgestellten ersten Grobtrassenentwürfen zum Brenner- Nordzulauf, welche Probleme bleiben bestehen, welche kommen hinzu und welche Lösungen haben Sie? 

Die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene ist an sich eine Notwendigkeit. Es würde aber bei der momentan zu erwartenden Anzahl von zusätzlichen Zügen ausreichen, die bestehende Trasse lärmschutztechnisch auszubauen, da deren Kapazität noch lange nicht erreicht ist. Eine zusätzliche Hochgeschwindigkeitstrasse für Personenzüge wird in diesem Bereich nicht benötigt und rechtfertigt deshalb nicht die extreme Belastung der einheimischen Bevölkerung und den Eingriff in die Natur.

14. Thema Verkehr: Ist der sechsspurige Ausbau der A8 dringend erforderlich, welche Alternativen sehen Sie? 

Der Ausbau von Autobahnen, die zusätzlichen Individualverkehr, egal ob mit Verbrennungs- oder E-Motor, anziehen, ist in Zeiten des Klimawandels nicht mehr angebracht. Wir sollten unsere Energien und Gelder darauf verwenden, den ÖPNV klug und umfassend auszubauen.

15. Thema Wohnen: Wie kann gerade in der Region bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden? 

Langfristig ist sicher eine Reform des Bodenrechts nötig, um Wohnraum aus der Spekulation herauszuziehen. Kurzfristig helfen Fehlbelegungsabgaben, die ein Anreiz zur Vermietung darstellen, und vor allem ein Mietspiegel, der nicht Mieterhöhungen zur Folge hat, sondern eine echte Regulierung der Mieten bewirkt. Der Sozialwohnungsbau und Erhalt von Sozialwohnungen muss im Mittelpunkt stehen, kommunalen und gemeinwohlorientierten Projekten wie Genossenschaften ist der Vorzug vor großen Immobilienfirmen zu geben.

16. Thema Ökologie: Auf welche Weise kann dem Flächenfraß in Bayern entgegenwirkt werden? 

Maßnahmen der Nachverdichtung, je nach Umgebung auch durch die Aufstockung von Geschossen, müssen aufgegriffen werden. Neue Gewerbegebiete sollten auf Bezirksebene koordiniert werden, um Leerstände an der einen Stelle und zusätzlichen Flächenverbrauch an der anderen zu vermeiden.

17. Th ema Landwirtschaft: Wie schaffen Sie den Spagat zwischen dem Umweltschutz, Tourismus und der Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe? 

Gerade in Regionen wie dem Alpenvorland lassen sich diese drei Bereiche wunderbar verbinden. Hier suchen Menschen nach Erholung in unberührter Natur, die Milchwirtschaft ist Teil der Kulturlandschaft. Massentourismus hat hier ebensowenig zu suchen wie landwirtschaftliche Großbetriebe.

18. Thema Soziales: Die bayerischen Vereine stehen aufgrund der starken Regulierungen aktuell vor großen Hürden. Wie wollen Sie das Vereinsleben auch in Zukunft fördern? 

Ehrenamtliche Arbeit darf nicht gleichgesetzt werden mit bezahlter Arbeit. Wer sich für andere engagiert, darf nicht zusätzlich durch unangemessene Vorschriften belastet werden, die den eigentlichen Vereinszweck in den Hintergrund rücken lässt. Insbesondere für Veranstaltungen darf hier nicht mit dem gleichen Maß gemessen werden wie bei kommerziellen Großveranstaltungen.

19. Thema Migration: Wie stehen Sie zu der Asylpolitik von Markus Söder, wie kann zum Beispiel die Rückführung der abgelehnten Asylbewerber gelöst werden? 

Ich bin gegen die menschenunwürdige Unterbringung von Menschen in Massenlagern. Geflüchteten muss erlaubt sein zu arbeiten, eine Ausbildung aufzunehmen, eine Wohnung anzumieten. Statt über Abschiebungen sollten wir uns lieber über das Gelingen von Integration unterhalten, für das sich seit Jahren zahllose ehrenamtliche Helfer erfolgreich engagieren, denen aber von der Regierung ständig Steine in den Weg gelegt werden.

20. Thema Arbeit: Ist das bedingungslose Grundeinkommen der richtige Weg? Wie sähe die Alternative aus? 

Aufgrund der Digitalisierung wird es in Zukunft immer weniger Arbeit geben. Eine Reduzierung der Arbeitszeit und gleichzeitige Auszahlung eines Grundeinkommens halte ich für den richtigen Weg, wenn besondere Bedarfe (z. B. für kranke oder behinderte Menschen) nach wie vor berücksichtigt werden und die Finanzierung sichergestellt ist.

21. Thema Bildung: Wie wollen Sie die Bildungslandschaft im Freistaat stärken? 

Es ist wichtig, gerade in ländlichen Regionen mit geringen Schülerzahlen Gemeinschaftsschulen zu ermöglichen. Schulen müssen Orte der Integration und Inklusion sein, an denen Kinder nicht nur Wissen, sondern auch gesellschaftliche Werte erlernen.

22. Thema Familie: Wie stehen Sie zu dem bayerischen Familiengeld; an welchen Stellen muss nachgebessert werden? 

Ein Familiengeld, das in gleicher Höhe an alle Familien mit Kindern in einem bestimmten Alter ausgezahlt wird, halte ich nicht für sinnvoll. mut ist für die Einführung einer Kindergrundsicherung.

23. Thema Versorgung: Was halten Sie vom Landespflegegeld? 

Wie beim Familiengeld ist eine pauschale Auszahlung nicht sinnvoll. Stattdessen sollte das Geld besser in mehr Zeit für die Pflege und besondere Bedarfe bedürftiger kranker und pflegebedürftiger Menschen fließen.

24. Brauchen wir einen Regierungswechsel im Landtag? 

Dafür ist es allerhöchste Zeit. Die über Jahrzehnte eingefahrenen Strukturen verhindern eine mutige und lebendige Veränderung.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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