Statements und Ergebnisse aus dem Stimmkreis Traunstein

Wahlanalyse und Reaktionen: Steiner, Sengl und Plenk ziehen in den Landtag

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Sie ziehen in den Landtag: Klaus Steiner (links) aus Übersee gewinnt das Direktmandat für die CSU, Gisela Sengl (mitte) aus Sondermoning zieht über die Grünen-Liste wieder in den Landtag und auch Markus Plenk (rechts) aus Ruhpolding wird über die AfD-Liste erstmals in München vertreten sein.
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Stimmkreis Traunstein - Auch hier im Stimmkreis müssen CSU und SPD herbe Verluste hinnehmen, die Gewinner heißen Grüne und AfD - drei Politiker aus dem Stimmkreis schaffen es in den Landtag. 

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14 Prozent Verlust für Direktkandidat Klaus Steiner und 15 Prozent Verlust bei den Zweitstimmen für Steiners CSU: So das Fazit der Regierungspartei im Stimmkreis Traunstein. 39,3 Prozent holt die CSU noch an Gesamtstimmen, doch der Überseer Steiner fährt sein Direktmandat trotzdem wieder souverän ein.

Bayernpartei stärker als FDP und Linke

Mit 18,4 Prozent an Gesamtstimmen kommen die Grünen klar an zweiter Stelle im Stimmkreis Traunstein, vor den Freien Wählern mit 10,8 Prozent. Die AfD bleibt unter zehn Prozent, holt aber aus dem Stand 9,1 Prozent und verweist die SPD auf einen traurigen fünften Platz. Mit 7,8 Prozent halbiert sich die SPD fast. Platz 6 im Stimmkreis Traunstein holt die Bayernpartei mit 5,1 Prozent. Sie ist damit stärker als die FDP (3,7 Prozent) oder Die Linke (2,7 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 72,6 Prozent.

Verteilung der Erststimmen.

Vergleicht man die Zahlen im Stimmkreis Traunstein mit denen in ganz Bayern gibt es kaum einschneidende Unterschiede: CSU und Grüne sind hier etwas besser als in ganz Bayern, die anderen, größeren Parteien etwas schwächer - nur bei der Bayernpartei klafft eine große Lücke, denn im Stimmkreis Traunstein ist sie etwa dreimal so stark als im bayerischen Schnitt. Hier fährt sie ihr bestes Ergebnis im ganzen Freistaat ein.

Steiner, Sengl und Plenk im Landtag

Künftig werden drei Politiker aus dem Stimmkreis Traunstein im Landtag vertreten sein: Klaus Steiner aus Übersee als Direktkandidat der CSU, und über die Parteiliste zieht wieder Gisela Sengl aus Sondermoning für die Grünen ein. Geschafft hat es über die AfD-Liste auch Markus Plenk aus Ruhpolding. Die Listen sind zwar noch nicht genau ausgezählt, aber Sengl und Plenk wurden von ihren Parteien jeweils auf den dritten Platz der Liste gesetzt - und kommen damit sicher ins Maximilianeum.

Statements der heimischen Politiker

Klaus Steiner (CSU)

"Mit so einer krachenden Niederlage habe ich nicht gerechnet. Eigentlich gibt es keinen Grund, die CSU so abzustrafen. Es macht jetzt keinen Sinn, sich einen Sündenbock für das Ergebnis zu suchen. Auch Horst Seehofer den schwarzen Peter zuzuschieben, wäre jetzt zu leicht. Die Grünen bieten sich als Koalitionspartner nicht an, es gibt in zentralen Punkten unüberbrückbare Gegensätze."

Gisela Sengl (Grüne)

"Das ist ein historisches Ergebnis, wir haben unsere großen Wahlziele erreicht: Die absolute Mehrheit der CSU zu brechen und selbst zweistellig zu werden. Auch mit unseren Themen sind wir beim Wähler durchgekommen, jeder hat inzwischen verstanden, wie wichtig Umweltschutz ist. Für eine Koalition mit der CSU wären wir offen, aber nicht um jeden Preis. Die Grünen wären bereit, Verantwortung zu übernehmen."

Gisela Sengl und Klaus Steiner am Sonntagabend bei der Wahlanalyse im Traunsteiner Landratsamt.

Sepp Parzinger (SPD)

"Die SPD muss auf neue Füße gestellt werden, vor allem wir Jungen müssen den Karren jetzt aus dem Dreck ziehen. Wir haben in Bayern über 60.000 Mitglieder, sind hier zweitstärkste Partei und haben eine starke Basis, auf die wir bauen können. Wir müssen aber wieder mehr Glaubwürdigkeit ausstrahlen - das muss auch in Berlin passieren."

Siegfried Walch (CSU)

"Söder ist der richtige, aber er hatte eine schwierige Ausgangslage. Er hat in der kurzen Zeit mit vielen sozialen und kommunalpolitischen Themen unglaublich angepackt. Für jeden zweiten Wähler spielt aber die Bundespolitik die entscheidende Rolle - und angesichts der lauten Tonlage des Innenministers kann man mit Landespolitik kaum noch durchdringen. Am Ergebnis der CSU gibt es aber nichts schönzureden. Wir müssen die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Unglaublich bitter ist es, was mit der SPD passiert. Ich habe da nicht mal den Hauch von Schadenfreude. Das starke Ergebnis der Grünen ist mir inhaltlich nicht erklärbar, Bayern braucht das nicht."

Karte mit den Ergebnissen aller Stimmkreise:

Alle wichtigen Infos zur Landtagswahl finden Sie auch auf unserer Themenseite "Landtagswahl Bayern".

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