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Merkel: Islam gehört zu Deutschland

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Teilnehmer der Islam-Konferenz waren 2009 zu Besuch bei Angela Merkel im Bundeskanzleramt.

Berlin - Der Islam gehört nach Ansicht von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Deutschland. Merkel bezog Stellung, nachdem der neue Innenminister Friedrich  mit einer Äußerung über den Islam in die Kritik geraten war.

Update vom 6. Oktober 2015: "Der Islam gehört unzweifelhaft zu Deutschland", meint Kanzlerin Angela Merkel. Die ARD-Sendung "Bericht in Berlin" hat die Kanzlerin nun mit einem Kopftuch und Minaretten im Hintergrund gezeigt.

Merkel: Islam gehört zu Deutschland

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag, er könne auch keinen Widerspruch zwischen den Äußerungen der Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) und des neuen Innenministers Hans-Peter Friedrich (CSU) erkennen.

Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt am Donnerstag in Berlin hatte Friedrich gesagt, die in der Bundesrepublik lebenden Menschen islamischen Glaubens gehörten zu Deutschland. “Aber dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt“, sagte er. Darauf reagierte Leutheusser-Schnarrenberger am Freitag mit den Worten: “Der Islam gehört selbstverständlich zu Deutschland.“

Friedrich hatte am Donnerstag seine Kritik an der Aussage von Bundespräsident Christian Wulff erneuert, der im Herbst 2010 gesagt hatte, auch der Islam gehöre zu Deutschland. Am Freitag ergänzte ein Sprecher Friedrichs, der Islam sei eine gesellschaftliche Realität Deutschlands. “Das steht nicht im Widerspruch dazu, dass Deutschland und die deutsche Kultur religiös vor allem christlich geprägt sind und auch in Zukunft geprägt sein werden.“

Seibert sagte, es werde ein Gegensatz in Äußerungen des Bundespräsidenten und des neuen Innenministers hineingedeutet, den es so gar nicht gebe. Man brauche gar nicht darüber zu streiten, dass die Muslime und der Islam ein Teil der Gegenwart und der Gesellschaft seien. Er könne auch nicht erkennen, dass Friedrich dieses in Abrede gestellt habe.

Die Geschichte und Kultur des Landes sei aber tatsächlich vom Christentum, vom Judentum und von der Aufklärung geprägt. “Da kann man also von einer historischen Prägung Deutschlands durch den Islam nicht reden“, sagte Seibert.

Der Regierungssprecher mahnte, sich von “Definitionskämpfen“ zu lösen und sich auf die Aufgabe zu konzentrieren, Menschen verschiedener Herkunft in diesem Land zu integrieren. “Ich bin überzeugt, dass der neue Bundesinnenminister sich diesem Integrationsthema als eine Hauptaufgabe seines Amtes sehr verpflichtet fühlt.“ Seibert sagte, er sei sich sicher, dass Friedrich auch die Islamkonferenz “mit Kreativität und Engagement“ vorantreiben werde.

Die Deutsche Islamkonferenz soll die Integration der Muslime in Deutschland fördern. Das Gesprächsforum wurde 2006 vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble ins Leben gerufen. In Deutschland leben rund vier Millionen Muslime, knapp die Hälfte besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit.

dpa

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