Minister Zeil will dritte Startbahn vorerst stoppen

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Martin Zeil will den Bau der dritten Startbahn vorerst stoppen.

München - Wird die dritte Startbahn vielleicht doch nicht gebaut? Bayerns Vize-Ministerpräsident Martin Zeil (FDP) möchte den Bau zumindest vorerst stoppen. Damit folgt er dem Vorschlag des Verwaltungsgerichtshofs.

"Man muss solche Hinweise des Gerichts sehr ernst nehmen", sagte Zeil dem Münchner Merkur (Donnerstagsausgabe). "Wenn man, auch mit gewisser zeitlicher Verzögerung, Klarheit hat, ist das eine interessante Variante." Das Gericht hatte angeregt, mit dem Bau der dritten Startbahn erst zu beginnen, wenn über die Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss entschieden ist. Zeil bezifferte den Zeitverlust dabei auf einige Monate: "Es gibt nur Schätzungen. Lassen Sie‘s ein halbes Jahr sein." Im Januar will der Ministerrat seine Haltung zu dem Vorschlag festlegen.

Beim zweiten großen Infrastrukturprojekt in München, der zweiten Stammstrecke, drückt Zeil hingegen aufs Tempo. "In absehbarer Zeit muss das Projekt beginnen. Wir wollen fertig werden bis 2019", sagte er der Zeitung: "Wir brauchen keine unendliche Geschichte!" Von Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) verlangte der Verkehrsminister erneut eine Vorfinanzierung über 350 Millionen Euro: "Ude behauptet ja, dass er 500 Millionen Euro Schulden tilgt. Es wäre der Stadt also ein Leichtes." Ude habe jetzt die Chance, "in seinem aktiven Politikerleben die Sache zu regeln. Ab 2014 von Mykonos aus wird das nicht so leicht." Die Kostenschätzung für den S-Bahn-Tunnel hält Zeil für glaubwürdig und präzise. "In den 2,2 Milliarden Euro sind 200 Millionen aus möglichen Risiken enthalten. Es gibt meines Wissens kein Projekt, das so gründlich gerechnet worden ist. Ich sehe da kein großes Risiko. Wir sollten nicht so tun, als würde man in München zum ersten Mal einen Tunnel graben."

mm

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