Prozess gegen mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen

"Düsseldorfer Zelle" hatte Kontakt zu Salafisten

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Düsseldorf - Mehrere mutmaßliche Terroristen der Düsseldorfer Al-Kaida-Zelle entstammen der salafistischen Szene - und hatten Kontakt zu einem ehemaligen Bin-Laden-Leibwächter.

Das bestätigte am Donnerstag das NRW-Innenministerium auf dpa-Anfrage. Im Prozess gegen die „Düsseldorfer Zelle“ vor dem Oberlandesgericht waren zahlreiche Bezüge zu den Salafisten aufgetaucht.

So hatte der mutmaßliche Al-Kaida-Terrorist Amid C. umfangreiche Propaganda des salafistischen Predigers Pierre Vogel auf seinem Computer gespeichert, berichtete ein Beamter des Bundeskriminalamts im Zeugenstand. Mehrere der Angeklagten hatten auch Kontakt zum ehemaligen Bin-Laden-Leibwächter Sami A. aus Bochum, laut NRW- Verfassungsschutzchef Burkhard Freier ebenfalls ein Salafist.

Sami A.'s Pläne für eine eigene Moschee in Bochum hatten in den vergangenen Wochen für Aufregung gesorgt. A. soll auch Kontakt zu den Attentätern des 11. September gehabt haben. Bereits bei einer Fahrzeugkontrolle 2009 habe Sami A. mit mehreren der nun angeklagten mutmaßlichen Al-Kaida-Terroristen in einem Auto gesessen, berichtete ein BKA-Beamter im Zeugenstand.

Gegen den Tunesier Sami A. war 2006 wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung ermittelt worden. Das Verfahren wurde aber schon ein Jahr später eingestellt.

Das Bundeskriminalamt geht davon aus, dass mehrere Bochumer Islamisten versucht hatten, in den „Heiligen Krieg“ ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet zu ziehen. Amid C. sei aus ungeklärten Gründen im Iran umgekehrt. Möglicherweise sei die Schleusung misslungen oder seine Familie habe ihn zur Umkehr bewegt.

Sein Bochumer Nachbar Said B. habe es dagegen geschafft. Er sei bei einem Anschlag auf ein Gebäude einer US-Hilfsorganisation in Afghanistan im Juli 2010 als einer der Attentäter ums Leben gekommen. Zu dem Anschlag hatten sich die Taliban bekannt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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