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US-Präsident provoziert Kontinent

Nach Beleidigung: Trump bringt ganz Afrika gegen sich auf

Hat er oder hat er nicht? Nach seiner verbalen Beleidigung diverser Länder ist Donald Trump zurückgerudert
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Hat er oder hat er nicht? Nach seiner verbalen Beleidigung diverser Länder ist Donald Trump zurückgerudert.

Nach einem (weiteren) verbalen Aussetzer gibt es für Donald Trump großen Gegenwind. 54 afrikanische Staaten fordern Trump auf, sich für den Ausdruck "Drecksloch-Länder" zu entschuldigen.

Mit seinen verächtlichen Äußerungen über die Herkunftsländer von Einwanderern hat US-Präsident Donald Trump einen ganzen Kontinent gegen sich aufgebracht: 54 afrikanische Staaten forderten Trump am Freitag auf, sich für den Ausdruck "Drecksloch-Länder" zu entschuldigen und diesen zu widerrufen. Zuvor hatte bereits die Afrikanische Union (AU) Trumps Wortwahl als "offensichtlich rassistisch" und "überaus erschütternd" bezeichnet. Die Regierung des Karibikstaats Haiti nannte die Äußerungen "abscheulich und niederträchtig". 

Die Botschafter der afrikanischen Länder bei der UNO erklärten nach einer vierstündigen Dringlichkeitssitzung in New York, sie seien "äußerst erschüttert über die empörenden, rassistischen und fremdenfeindlichen Bemerkungen des Präsidenten der Vereinigten Staaten", über die Medien umfangreich berichtet hätten, und verurteilten diese auf das Schärfste. Sie seien "besorgt über den anhaltenden und wachsenden Trend in der US-Regierung gegenüber Afrika und Menschen afrikanischer Herkunft, den Kontinent und Dunkelhäutige zu verunglimpfen". 

Gleichzeitig dankten die UN-Botschafter jenen US-Bürgern "aus allen Gesellschaftsschichten, die die Bemerkungen verurteilt haben". Die scharf formulierte Stellungnahme wurde einstimmig verabschiedet.

Diese Länder soll US-Präsident Trump verunglimpft haben

Trumps Äußerung sei "nicht nur verletzend (...) für Menschen afrikanischen Ursprungs in den USA, sondern zweifellos auch für afrikanische Bürger", sagte die Sprecherin des AU-Kommissionspräsidenten Moussa Faki Mahamat, Ebba Kalondo.

Trump soll Medienberichten zufolge Herkunftsländer von Einwanderern als "Drecksloch-Länder" verunglimpft haben. Die Zeitungen "Washington Post" und "New York Times" berichteten, der Präsident habe bei einem Treffen mit Parlamentariern zur Einwanderungsreform im Weißen Haus gefragt: "Warum kommen all diese Menschen aus Drecksloch-Ländern (auf Englisch: "shithole countries") hierher?"

Nach Angaben beider Blätter, die sich auf Sitzungsteilnehmer beriefen, bezog sich Trump auf afrikanische Staaten sowie auf Haiti, laut "Washington Post" zudem auf El Salvador. Demnach sagte Trump auch: "Warum brauchen wir mehr Haitianer? Schmeißt sie raus."

Die Regierung des Karibikstaats Haiti erklärte, sollten die Bemerkungen tatsächlich so gefallen sein, seien sie als Ausdruck einer "verkürzten und rassistischen Sichtweise" inakzeptabel. Die salvadorianische Regierung sah eine Verletzung der "Würde" des zentralamerikanischen Landes und reichte eine förmliche Protestnote bei der US-Regierung ein.

Im US-Bundesstaat Miami demonstrierten zahlreiche Einwanderer gegen den jüngsten Aussetzer von US-Präsident Trump.

Kritik hagelte es auch aus den Reihen der Kongressmitglieder. Der Sprecher der afroamerikanischen Kongressabgeordneten, Cedric Richmond, und der höchste Demokrat im Justizausschuss des Repräsentantenhauses, Jerrold Nadler, kündigten an, kommende Woche eine Resolution gegen Trump einzubringen. "Wir müssen der Welt zeigen, dass dieser Präsident nicht die Gefühle der meisten Amerikaner repräsentiert", erklärten die beiden Demokraten.

US-Präsident dementiert - Senator Durbin bestätigt „exakte Wortwahl“

Trump wies die Zeitungsberichte zurück - allerdings nicht komplett. Er habe eine "harte Sprache" benutzt, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Aber das war nicht die benutzte Sprache." Konkret dementierte der Präsident lediglich die abfälligen Äußerungen über Haiti und die Haitianer. Er habe nie gesagt: "Schmeißt sie raus". Er habe ein "wundervolles Verhältnis zu Haitianern". Zur Formulierung "Drecksloch-Länder" äußerte er sich nicht.

Der bei der Sitzung anwesende Senator Dick Durbin von den oppositionellen Demokraten bestätigte, dass Trump "exakt dieses Wort" verwendet habe - und zwar "nicht nur einmal, sondern wiederholt". Im Fernsehsender MSNBC beklagte Durbin "abscheuliche und vulgäre Äußerungen" des Präsidenten.

Die Regierung von Botsuana bestellte den US-Botschafter ein. Trumps mutmaßliche Worte seien "im höchsten Maße unverantwortlich, verwerflich und rassistisch", erklärte das Außenministerium des südafrikanischen Landes. Auch Haiti und der Senegal bestellten jeweils den US-Botschafter ein. Aus Washington erging eine Anweisung an alle Botschafter, bei einer etwaigen Einbestellung den "großen Respekt" der USA gegenüber dem jeweiligen Land zu betonen.

AFP

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