Rücktritt von Spitzenposition im Landtag

Nach Wahl-Fiasko für Genossen: Der erste SPD-Politiker zieht Konsequenzen

Markus Rinderspacher
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Zieht Konsequenzen aus der Wahlschlappe der SPD: Markus Rinderspacher.

Fast 24 Stunden lang befand sich die Bayern-SPD nach dem Wahl-Debakel in Schockstarre. Jetzt kündigt der erste Spitzenpolitiker seinen Rückzug aus der ersten Reihe an.

Der langjährige Fraktionschef Markus Rinderspacher will in der neuen Legislaturperiode nicht mehr für den Vorsitz kandidieren. „Mit dieser Entscheidung übernehme ich demokratische Mitverantwortung für das Wahlergebnis und setze ein Zeichen der politischen Kultur“, schrieb Rinderspacher in seinem Brief an seine Abgeordneten. Er wolle damit den Weg frei für einen Neuanfang machen.


Rinderspacher hatte das Amt im Oktober 2009 als Nachfolger von Franz Maget angetreten – der erst 49-Jährige blickt damit die drittlängste Amtszeit in der SPD seit dem Zweiten Weltkrieg zurück. Für die Landtagswahl hatte der Münchner als möglicher Spitzenkandidat gegolten, überließ aber Natascha Kohnen das Feld.

Den Angeordneten dankt Rinderspacher in seinem Schreiben für die loyale Zusammenarbeit. „Ihr habt mich und meine Arbeit auch in herausfordernden Zeiten getragen und gestützt. Niemand weiß besser als ich, dass dieses besondere Vertrauen in unserer oftmals zerrissenen SPD keineswegs selbstverständlich war und ist.“


Der neuen, stark geschrumpften SPD-Fraktion im Landtag gehören nach dem historisch schlechten Wahlergebnis von 9,7 Prozent nur noch 22 Abgeordnete an. Wer genau den Sprung ins Parlament geschafft hat, war aufgrund des komplizierten Wahlrechts auch am Montagnachmittag noch nicht sicher. Die SPD hat kein Direktmandat, alle Abgeordneten ziehen über die Liste ein.

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