Innenminister Friedrich erhält Negativpreis

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Negativpreis bekommen: Innenminister Hans-Peter Friedrich.

Hamburg - Die Journalistenorganisation Netzwerk Recherche hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) den Negativpreis „Verschlossene Auster“ verliehen.

Damit werde die restriktive Haltung von Friedrich in der Auseinandersetzung um Auskunftsrechte von Journalisten bei Bundesbehörden und die Blockadehaltung des Ministeriums beim Informationsfreiheitsgesetz (IFG) gewürdigt, hieß es in einer Mitteilung des Netzwerks Recherche. Zudem habe Friedrich, der auch Sportminister ist, die Veröffentlichung der Medaillenvorgaben der Sportförderung bei den Olympischen Spielen 2012 gerichtlich zu verhindern versucht. Anders als vorangegangene Preisträger - darunter auch Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) im Jahr 2002 - nahm das Ministerium den Preis in Hamburg nicht entgegen.

„Hans-Peter Friedrich ist der deutsche Verfassungsminister. Seine Aufgabe ist es, die Verfassung zu schützen. Heute verleiht das Netzwerk Recherche die "Verschlossene Auster" an Friedrich und das Bundesministerium des Innern, um an diese Pflicht zu erinnern“, sagte der ehemalige Spiegel-Chefredakteur Georg Mascolo laut Mitteilung in seiner Laudatio. Mascolo übermittelte dem Innenminister und seinen Mitarbeitern „herzlichen Glückwunsch und gute Besserung“. „Es muss ja nicht stimmen, was in Brehms Tierleben über die Auster steht: Nämlich dass sie jede Beweglichkeit eingebüßt hat“, sagte Mascolo.

Die Vergabe des Kritikpreises „Verschlossene Auster“ ist alljährlich ein Höhepunkt bei der Tagung der Journalistenvereinigung „Netzwerk Recherche“. Diese wenig schmeichelhafte Auszeichnung erhalten Menschen oder Organisationen, die sich Journalisten gegenüber abschotten und Informationen verweigern. Im Jahr der Finanzkrise 2009 hatte sie der Bundesverband deutscher Banken erhalten, 2012 war der Weltfußballverband FIFA als „Informationsblockierer des Jahres“ dran. Auch der frühere Bahnchef Hartmut Mehdorn und die Katholische Kirche sowie der Discounter Aldi waren schon Preisträger.

dpa

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