Tote Soldaten: Termin für Trauerfeier unklar

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Nach dem Angriff eines afghanischen Soldaten haben die deutschen Truppen Abschied von ihren drei getöteten Kameraden genommen

Regen - Nach dem blutigen Angriff eines afghanischen Soldaten haben die deutschen Truppen in Masar-i-Scharif am Montag Abschied von ihren drei getöteten Kameraden genommen. Wann die Trauerfeier für die Opfer stattfindet, ist noch unklar.

Die Leichen der Gefallenen wurden durch ein Ehrenspalier von hunderten Soldaten zum Flughafen am Feldlager nahe der nordafghanischen Stadt gefahren.

Die Toten wurden anschließend zum usbekischen Luftwaffenstützpunkt Termez geflogen, von wo aus sie weiter nach Deutschland gebracht werden sollten. Ebenfalls am Montag wollten die Soldaten der drei deutschen Gefallenen und einem bereits zuvor getöteten finnischen Kameraden bei einer Trauerfeier im Camp gedenken.

Beim schlimmsten Angriff auf die Bundeswehr seit fast einem Jahr hatte am Freitag ein Soldat der afghanischen Nationalarmee (ANA) in einem Außenposten in der Provinz Baghlan ein Blutbad angerichtet. Drei Soldaten wurden getötet, sechs verletzt, zwei davon schwer. Wenige Stunden später wurden vier weitere Bundeswehrsoldaten bei einem Gefecht in der benachbarten Provinz Kundus verwundet.

Soldaten der Brigade, der der Täter von Baghlan angehört hatte, sprachen den Familien der Opfer unterdessen ihr Mitgefühl aus. In einem Schreiben von Oberstleutnant Dschanullah Safi, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, heißt es: “Es ist klar, dass die Feinde des Friedens nicht in der Lage sind, einen Keil zwischen uns (die Afghanen und die Deutschen) zu treiben.“

 Die deutschen Soldaten seien auf Grundlage internationaler Abkommen und auf Einladung der Afghanen im Land, heißt es in dem Kondolenzschreiben weiter. “Deswegen schätzen wir Ihre Anwesenheit in Afghanistan und wollen angesichts der bei dem Attentat getöteten Soldaten unser aufrichtiges Beileid aussprechen.“

Zwei Soldaten im künstlichen Koma

Sieben der bei den Angriffen in Baghlan und Kundus verletzten deutschen Soldaten waren am Sonntag mit einem Sanitäts-Airbus in die Heimat gebracht worden. Zwei von ihnen liegen im künstlichen Koma in einer Ulmer Klinik. “Ihr Zustand ist aber stabil“, sagte ein Bundeswehr-Sprecher am Montag.

Bei den Toten handelt es sich um Soldaten im Alter von 21, 22 und 30 Jahren vom Panzergrenadierbataillon 112 im niederbayerischen Regen. Ein Termin für die Trauerfeier in Deutschland steht noch nicht genau fest. Das Verteidigungsministerium stimme den Zeitpunkt noch mit den Angehörigen ab, sagte ein Bundeswehrsprecher am Montag. Details würden voraussichtlich am Dienstag veröffentlicht.

dpa

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