Aschewolke: Obama beendet Irland-Besuch vorzeitig

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Obama beendet wegen Aschewolke vorzeitig Irland-Besuch

Dublin - Eigentlich wollte Barack Obama noch eine Nacht in Dublin bleiben - doch Sorgen über die Aschewolke aus Island haben den US-Präsidenten bewogen, seinen Irland-Besuch früher zu beenden.

Aus Sicherheitsbedenken wegen der Aschewolke des isländischen Vulkans Grimsvötn kürzt US-Präsident Barack Obama seinen Irland-Besuch ab und fliegt bereits im Laufe des Montagabends nach London weiter. Das teilte ein Sprecher des Weißen Hauses in Dublin mit. Die Aschewolke wird vom britischen Wetteramt am (morgigen) Dienstagmorgen in Schottland erwartet.

US-Präsident Barack Obama hat zum Auftakt seiner sechstägigen Europareise einen fröhlichen Abstecher in das Dorf seiner irischen Vorfahren gemacht. Er besuchte am Montag Moneygall im Herzen Irlands, aus der sein Urururgroßvater mütterlicherseits während der Großen Hungersnot 1850 in die USA auswanderte. Obama und seine Ehefrau Michelle wurden von tausenden Schaulustigen begeistert empfangen.

Jubelnde Zuschauer säumten die Hauptstraße der 350-Einwohner-Ortschaft knapp 150 Kilometer südwestlich von Dublin und schwenkten irische und amerikanische Flaggen. Obama traf mit einem entfernten Verwandten zusammen und erhob im örtlichen Pub “Ollie's Bar“ ein Glas Guinness. Die Brauerei Guinness hatte dafür in der vergangenen Woche ein eigens speziell gebrautes Fass Starkbier angeliefert. Er nahm ein Baby in den Arm und schüttelte zahllose Hände.

Obamas Wurzeln in Moneygall waren während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2008 entdeckt worden. Sein Vorfahre Falmouth Kearney lebte einst als Schuster in Moneygall. Die Einwohner des Dorfes hatten den Ort für den Besuch des US-Präsidenten herausgeputzt und in aller Eile ein Café - das “Obama Café“ - eröffnet.

Obama war am Vormittag in Dublin eingetroffen. Nach einem herzlichen Empfang bei Staatspräsidentin Mary McAleese - sie entschuldigte sich für das stürmische Wetter, und Obama erwiderte lächelnd, er spüre die Sonne durchkommen - traf Obama mit dem irischen Ministerpräsidenten Enda Kenny zusammen.

„Blutsbande“ zwischen Irland und USA

In einer kurzen Ansprache würdigte Obama die besonderen Beziehungen zwischen Irland und den USA. Zwischen beiden Staaten bestünden “Blutsbande“, die über strategische und außenpolitische Interessen hinausreichten, sagte er. Für Millionen irischstämmiger Amerikaner symbolisiere Irland noch immer ihr Heimatland. Er lobte den Friedensprozess in Nordirland als Vorbild für andere Konfliktregionen.

Obamas Besuch fiel in schwere wirtschaftliche Zeiten für Irland, das wegen seiner hohen Staatsverschuldung ein Rettungspaket von EU und Internationalem Währungsfonds von 85 Milliarden Euro benötigt.

Am Abend stand eine Rede des US-Präsidenten im Dubliner College Green, dem größten Stadtpark Europas, auf dem Programm. Der Termin schien allerdings durch das regnerische und stürmische Wetter gefährdet. Bei der Veranstaltung sollten irische Künstler und Artisten auftreten. Politik sollte auch hier keine große Rolle spielen, Obama wollte vielmehr die tiefe Verbundenheit zwischen amerikanischem und irischen Volk betonen, verlautete aus dem Weißen Haus.

Am (morgigen) Dienstag wollte Obama nach London weiterreisen, wo er auf Einladung der britischen Königin Elizabeth II. zwei Tage verbringen wollte. Anschließend reist er weiter zum G-8-Gipfel im französischen Deauville, bevor seine Europareise mit einem Besuch in Polen endet.

AP

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