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Zumindest indirekt

Obama nennt Romney "Dummschwätzer"

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Obama (l.) im Gespräch mit Romney

Washington - US-Präsident Barack Obama sorgt im Wahlkampf für Stirnrunzeln: Zumindest indirekt hat er in einem Interview seinen Herausforderer Mitt Romney als "Dummschwätzer" bezeichnet.

In der Gesprächspassage mit der Musikzeitschrift „Rolling Stone“ ging es um Obamas große Popularität bei Kindern. Wörtlich meinte der Präsident: „Kinder haben einen guten Instinkt. Sie schauen auf den andern und sagen: Er ist ein Dummschwätzer.“

Millionär, Mormone, Macher: Das ist Obamas Kontrahent Mitt Romney

Millionär, Mormone, Macher: Das ist Obamas Kontrahent Mitt Romney

Er ist Multimillionär, Mormone und kein Fan von US-Präsident Barack Obama. © dapd
So lässt sich der Republikaner Mitt Romney beschreiben, der im November das Weiße Haus von den Demokraten zurückerobern will. © dapd
Nach dem Rückzug seines bis zuletzt härtesten Rivalen, Rick Santorum, konnte sich Romney bereits vor Wochen auf den Wahlkampf gegen Obama einstellen. © dapd
Romney ist der Mann mit den tiefen Taschen und wegen seiner Rolle als reicher Geschäftsmann in Teilen seiner Partei umstritten. © dapd
Viel Häme brachte ihm eine Wette über 10.000 Dollar ein, die er seinem damaligen Konkurrenten Rick Perry während einer Fernsehdebatte völlig selbstverständlich anbot. © dpa
Perry lehnte dankend ab, doch die Szene machte deutlich, in welchem Milieu Romney sich üblicherweise bewegt und warum der 65-Jährige mit den einfachen Amerikanern so fremdelt. © dpa
Romney stammt aus einer wohlhabenden Politiker- und Unternehmerfamilie. Sein Vater George war Automanager und von 1963 bis 1969 Gouverneur des US-Staats Michigan. © dapd
1999 stieg er aus dem Unternehmen aus und übernahm den Vorsitz des Organisationskomitees zur Vorbereitung der Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City. © dapd
Nach seinem Studium an den Eliteuniversitäten Stanford und Harvard sowie einem zweieinhalbjährigen Aufenthalt als mormonischer Missionar in Frankreich heuerte er 1975 bei der Unternehmensberatung Boston Consulting Group an. © dapd
Später wechselte er zum Konkurrenten Bain, wo er 1984 an der Gründung einer Investmentgesellschaft beteiligt war. © dapd
Als Partner und Geschäftsführer von Bain Capital brachte es Romney zum Multimillionär. © dapd
Das Komitee wies ein Defizit von 379 Millionen Dollar auf und war durch Skandale in Verruf geraten. Romney sanierte das Komitee mit harter Hand und stellte die Zahlungsfähigkeit wieder her. © dpa
Aus dieser Zeit stammt Romneys Ruf als pragmatischer Macher, der auch scheinbar ausweglose Situationen meistern kann. © dpa
Nach dem Abschluss der Winterspiele nutzte Romney seine neu gewonnene Popularität und wurde 2002 zum Gouverneur des US-Staats Massachusetts gewählt. © dpa
Während seiner Amtszeit konsolidierte er den Haushalt und setzte eine Gesundheitsreform durch, die fast allen Bürgern Zugang zu einer Krankenversicherung verschaffte. Das Gesetz gilt als Vorbild für die später von den Republikanern scharf kritisierte Initiative “Obamacare“ auf Bundesebene. © dpa
Nach seiner Abwahl als Gouverneur bewarb sich Romney 2008 bereits zum ersten Mal um die Nominierung der republikanischen Partei als Präsidentschaftskandidat. © dpa
Zwar galt er zunächst als recht aussichtsreicher Bewerber, scheiterte letztlich aber an dem Kriegshelden und langjährigen Senator John McCain (rechts). © dapd
Im Vorwahlkampf 2012 ging Romney schließlich als Favorit ins Rennen. Sein Wahlkampfteam gilt als das schlagkräftigste im gesamten Bewerberfeld und die Kriegskasse ist prall gefüllt. © dpa
Das Herz der republikanischen Basis schlägt allerdings nicht für den als liberal und elitär geltenden Romney. © dapd
Das Gespräch mit den einfachen Wählern im Diner oder das Herzen von Babys fällt ihm sichtlich schwer. © dapd
Auch sein mormonischer Glaube gilt als Manko. Viele christliche Wähler sehen in der Religion einen skurrilen Kult. © dapd
Außerdem hat Romney den Ruf eines Wendehalses. So war er früher ein Verfechter des Rechts auf Abtreibung, heute ist er auf die Haltung der konservativen Basis eingeschwenkt und lehnt Schwangerschaftsabbrüche strikt ab. © dapd
Auch in der Gesundheitspolitik liegt Romney eigentlich auf einer Linie mit Präsident Obama. Mittlerweile spricht er sich aber gegen ein Gesetz zur Krankenversicherungspflicht auf Bundesebene aus, das er als Gouverneur in Massachusetts noch befürwortete. © dapd
Doch an Romney (hier mit seiner Frau Ann) führt wohl kein Weg mehr vorbei. Auch den Anhängern der ultrakonservativen Tea Party dürfte klar sein, dass der Pragmatiker aus Neuengland der aussichtsreichste Herausforderer des demokratischen Präsidenten ist. © dapd
Und so dürften die Delegierten beim Nominierungsparteitag der Republikaner im August einen Kandidaten aufs Podest heben, der nicht geliebt, sondern nur respektiert wird. © dpa

Der TV-Sender CNN sprach das Schimpfwort (engl.: "Bullshitter") selbst nicht aus, auch bei einer schriftlichen Einblendung des Interview-Textes war das Wort nicht ausgeschrieben.

Das Romney-Lager reagierte prompt. Obama habe nichts zu bieten als Attacken und Beleidigungen, zitierte der TV-Sender CNN einen Romney-Sprecher. Obamas Wahlkampfberater David Axelrod meinte, Obama ziele auf Romneys häufige Meinungsänderungen ab. Die Bemerkung hätte für Romney „keine echte Überraschung sein sollen“.

Alles zum US-Wahlkampf lesen Sie hier.

dpa

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