Nach Ibiza-Video

Neuer Bestechungsvorwurf: Razzia bei FPÖ-Mann Strache - Politiker meldet sich Wort

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Razzia bei Österreichs Ex-Vizekanzler Strache

In Österreich ist es nach Medienberichten zu einer Hausdurchsuchung beim ehemaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gekommen.

Update vom 13. August, 19.55 Uhr: Wenige Stunden nach den Berichten über die Razzia in seinem Anwesen reagierte Heinz-Christian Strache via Facebook. „Der gegen mich erhobene Vorwurf entbehrt jeder Grundlage und ist daher lediglich ein weiterer politischer Angriff auf meine Person“, erklärte der Politiker und ergänzte: „Ich habe mir keinerlei Verhalten - weder in diesem, noch in anderen Zusammenhängen - vorzuwerfen, das den Straftatbestand der Bestechlichkeit erfüllt.“

Strache-Haus offenbar wegen Bestechungsvorwurf durchsucht

Erstmeldung vom 13. August, 15.28 Uhr:

Wien - Nach Medienberichten ist es beim ehemaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zu einer Hausdurchsuchung gekommen. Ebenfalls durchsucht worden sei das Haus von Ex-Fraktionschef Johan Gudenus (FPÖ). Es geht um den Vorwurf der Bestechlichkeit und der Bestechung, wie die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in Wien bestätigte.

Nach Ibiza-Video: Razzia in Strache-Haus 

Ein Sprecher erklärte: „Es geht um den Verdacht, dass zwischen Verantwortlichen eines Glücksspielunternehmens und Amtsträgern der Republik Österreich im Gegenzug für die Besetzung eines bestimmten Kandidaten als Vorstandsmitglied einer Aktiengesellschaft die parteiische Vergabe von Glücksspiellizenzen vereinbart wurde“. Nach Angaben der Zeitung „Der Standard“ lautet der Vorwurf, die FPÖ habe einen Bezirksrat aus Wien auf Basis eines politischen Deals in den Vorstand eines Glückspielunternehmens hieven lassen.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte weder Personen noch Standorte. Insgesamt habe es bei sechs Verdächtigen und einem Verband, das könne auch eine Firma sein, Durchsuchungen gegeben, so die Ermittler.

„Die Vorwürfe sind haltlos, aber wir kooperieren selbstverständlich mit den Behörden“, teilte ein Sprecher des Glücksspielunternehmens am Dienstag mit. Weitere Auskünfte seien nicht möglich, da man zu Behördenmaßnahmen, die Verschlusssache seien, keine Auskunft geben dürfe.

Ibiza-Video um Strache führte zu Koalitionsbruch

Strache und Gudenus spielten die Hauptrolle bei dem im Mai veröffentlichten Ibiza-Video aus dem Jahr 2017. Darin scheint Strache einer angeblichen russischen Oligarchen-Nichte im Gegenzug für die Förderung seiner Partei unter anderem Staatsaufträge in Aussicht zu stellen. Das Video führte zum Bruch der ÖVP-FPÖ-Koalition und zu den Neuwahlen im September. Nach dem Koalitionsbruch richtete Strache heftige Vorwürfe gegen Ex-Kanzler Sebastian Kurz.

Der heimlich aufgenommene Streifen war laut Staatsanwaltschaft nicht unmittelbarer Grund der jetzigen Hausdurchsuchungen, sondern eine später eingegangene Anzeige.

Nach dem Wirbel um das Ibiza-Video und das Aus der Regierungskoalition von ÖVP und FPÖ gibt es in Österreich am 29. September Neuwahlen. Alle Infos dazu finden Sie in unserem Ticker zur Wahl in Österreich.

dpa

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