Offener Brief an Merkel in Guttenberg-Affäre

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Angela Merkel gerät zunehmens wegen ihrem Umgang mit der Guttenberg-Affäre in die Kritik

Hamburg - Rund 20.000 Promovierte und Promovierende haben einen offenen Brief Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geschrieben. Darin machen sie ihr im Umgang mit der Guttenberg-Affäre schwere Vorwürfe.

Lesen Sie dazu auch:

Guttenbergs Rückhalt in der Bevölkerung sinkt

Bayreuther Professor: "Sind Betrüger aufgesessen"

Rund 20.000 Promovierte und Promovierende haben in einem offenen Brief Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Guttenberg-Affäre eine “Verhöhnung“ aller wissenschaftlichen Mitarbeiter und Doktoranden vorgeworfen. Das berichtet das “Hamburger Abendblatt“ (Montagausgabe).

Berlin: Bilder von der Anti-Guttenberg-Demo

Berlin: Bilder von der Anti-Guttenberg-Demo

Lesen Sie dazu auch:

Trotz Plagiatsaffäre: Guttenberg beliebtester Politiker

“Durch die Behandlung der Causa Guttenberg als Kavaliersdelikt leiden der Wissenschaftsstandort Deutschland und die Glaubwürdigkeit Deutschlands als Land der Ideen“, heißt es in dem offenen Brief. Merkels Behandlung der Plagiatsaffäre lege nahe, “dass es sich beim Erschleichen eines Doktortitels um ein Kavaliersdelikt handele“.

Der offene Brief soll am Sonntagabend im Berliner Kanzleramt abgegeben werden.

FDP-Politiker setzt Guttenberg Frist für Aufklärung

Auch in den eigenen Reihen wird die Kritik immer lauter: Der liberale Koalitionspartner erwägt inzwischen offen einen möglichen Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Der forschungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Martin Neumann, gibt dem angeschlagenen Minister noch “eine, maximal zwei Wochen Zeit“, um die Plagiats- und Täuschungsvorwürfe auszuräumen. Schaffe er dies nicht, müsse er zurücktreten, sagte Neumann der “Financial Times Deutschland“ (Montagausgabe). “Wenn er die Umstände seiner Promotion weiter so im Unklaren lässt, halte ich ihn als Minister und obersten Dienstherren von zwei Bundeswehruniversitäten nicht mehr für tragbar.“

Guttenberg: Die besten Sprüche zur Plagiats-Affäre

Guttenberg: Die besten Sprüche zur Plagiats-Affäre

Nach Neumanns Ansicht habe Guttenberg “noch gar nicht verstanden, wie sehr er uns schadet: der Wissenschaft sowieso, aber auch dem Anspruch dieser Koalition, Wissenschaft und Forschung zu stärken“. Als erster Vertreter des schwarz-gelben Koalition äußerte Neumann auch offen “große Zweifel an Guttenbergs Erklärung, er habe lediglich den Überblick über seine Quellen verloren“.

Zuvor hatte bereits Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) Zweifel am politischen Überleben Guttenbergs geäußert.

dapd

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser