Olympia 2018: Grüne kritisieren DOSB-Präsident

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Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

Berlin - Nachdem DOSB-Präsident Thomas Bach den Beschluss der Grünen gegen die Münchner Olympia-Bewerbung kritisiert hatte, wirft ihm die Partei nun "mangelndes Verständnis für demokratische Prozesse" vor.

Die bayerischen Grünen haben DOSB-Präsident Thomas Bach wegen dessen Äußerungen zum Beschluss der Bundespartei gegen die Münchener Olympia-Bewerbung scharf kritisiert. “Die Aussagen des Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes zum Parteitagsbeschluss der Grünen gegen Olympia 2018 sind mehr als unverschämt und zeigen sein mangelndes Verständnis für demokratische Prozesse“, erklärte der Grünen-Landeschef Dieter Janecek am Montag in einer Pressemitteilung. Die Grünen hatten sich am Wochenende in Freiburg auf ihrem Parteitag gegen die Bewerbung Münchens um die olympischen Winterspiele ausgesprochen. Bach hatte diese Entscheidung kritisiert.

Der oberste deutsche Sportfunktionär hatte am Montag in Berlin erklärt, dass Münchens Chancen durch das Votum des Grünen- Bundesparteitags gegen die Ausrichtung Olympischer Winterspiele 2018 nicht gemindert seien. “Entscheidend ist die Haltung im Münchner Stadtrat, der sich mit den Stimmen der Grünen zu über 90 Prozent für die Spiele entschieden hat“, sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Er sprach von einer gespaltenen Partei, in der die Fundis gegen die Realos die Oberhand behalten hätten.

Auch nach dem Anti-Olympia-Beschluss des Grünen-Bundesparteitags steht die Münchner Grünen-Stadtratsfraktion weiter geschlossen hinter der Bewerbung für die Winterspiele 2018. Die Pro-Olympia-Haltung der Fraktion sei in einer Fraktionssitzung am Montag von niemandem in Zweifel gezogen worden. “Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass die Olympiabewerbung große Chancen für die Entwicklung unserer Stadt bietet - auch und gerade in ökologischer Hinsicht“, erklärten die beiden Fraktionsvorsitzenden Siegfried Benker und Lydia Dietrich.

Bach nannte es “unverständlich, wie eine demokratische Partei zu später Stunde in kürzester Zeit ohne Anhörung von Sachverständigen über einen Antrag entscheidet, der schon von den Fakten her nicht stimmt. Es war ein Beschluss aufgrund falscher Fakten.“ Da komme bei ihm die “staatsbürgerliche Sorge durch, wenn so etwas passiert, könnte auch über wichtige politische Probleme in ähnlicher Weise entschieden werden“. Die Tatsache, dass nun eine von drei Oppositionsparteien auf Bundesebene gegen die Winterspiele im München sei, spiele für die Bewerbung “keine große Rolle“.

Der DOSB-Chef gab bekannt, dass das IOC den Olympia-Bewerbern eine Mindestsumme von 640 Millionen Dollar (468 Millionen Euro) garantiert. Zusammen mit Sponsoreneinnahmen (“Deutschland repräsentiert den stärksten Sponsorenmarkt im Wintersport“) und mit dem Eintrittskartenverkauf werde man eine schwarze Null schreiben können. Zur Kritik der Grünen, die Sicherheitskosten von 32 Millionen Euro seien viel zu gering angesetzt, sagte der DOSB-Präsident: “Sieben Jahre vor den Spielen ist es unmöglich, diese Kosten einigermaßen genau zu berechnen.“ Unter Anspielung auf die aktuelle Bedrohungssituation meinte Bach, niemand könne vorhersagen, wie die Sicherheitslage 2018 sei. Er sieht die Münchner Bewerbung vor allem auch nach den letzten beiden internationalen Präsentationen gut im Rennen mit den Konkurrenten Pyeongchang (Südkorea) und Annecy (Frankreich): “Wir haben Rückenwind. Wir sind wirklich wettbewerbsfähig. Wir setzen auf Sieg.“ Die Winterspiele werden am 6. Juli im südafrikanischen Durban durch die IOC-Vollversammlung vergeben.

dpa

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