Opposition in Bayern fordert Atomausstieg

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Hubert Aiwanger (Freie Wähler): “Es heißt zwar, unsere Kraftwerke seien erdbebensicher. Aber bei uns gibt es andere Gefahren."

München - Atomalarm in Japan - aber die bayerischen Oppositionsparteien sehen auch Gefahren für Deutschland. Die Atomenergie müsse weg, forden Freie Wähler, Grüne und SPD.

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Die Opposition in Bayern hat das Erdbeben und den anschließenden Atomalarm in Japan zum Anlass genommen, um den Ausstieg aus der Kernenergie zu fordern. Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Landtag, Hubert Aiwanger, sagte am Samstag der Nachrichtenagentur dpa, die von der Bundesregierung beschlossene Atomlaufzeitverlängerung müsse überdacht werden. “Es heißt zwar, unsere Kraftwerke seien erdbebensicher. Aber bei uns gibt es andere Gefahren“, sagte Aiwanger. “Wenn zum Beispiel ein Flugzeug über dem Atomkraftwerk Isar 1 in Landshut abstürzt, würde es zum Supergau kommen.“

SPD-Generalsekretärin Natascha Kohnen erklärte, die Ereignisse zeigten, es gebe keine sichere Atomkraft, “nirgendwo auf der Welt“. Sie fügte an, was in Japan passiere, sei eine menschliche, ökologische und sozioökonomische Katastrophe. Die Ereignisse dürften nicht ohne Konsequenzen für die Politik bleiben.

Auch die Landesvorsitzenden der Grünen, Theresa Schopper und Dieter Janeck, forderten anlässlich der Ereignisse in Japan wieder das Ende der Atomenergie. Selbst eine hoch technisierte Gesellschaft wie die japanische sei nicht in der Lage, die Atomkraft unter allen Umständen zu beherrschen, hieß es in einer Stellungnahme. “Wir sollten raus aus der Atomkraft“, erklärten Schopper und Janeck. Vor allem Risikoreaktoren wie Isar 1 sollten so schnell wie möglich vom Netz genommen werden.

Die Laufzeiten der 17 deutschen Kernkraftwerke wurden im Schnitt um zwölf Jahre verlängert und der frühere rot-grüne Atomausstieg rückgängig gemacht. Damit könnte es etwa bis zum Jahr 2040 Atomstrom in Deutschland geben. SPD und Grüne wollen die schwarz-gelben Atombeschlüsse wieder kippen, falls sie 2013 die Bundestagswahl gewinnen sollten.

dpa

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