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Patientenschützer klagen an: Freiheitsentzug in Heimen

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Patientenvertreter fordern die Offenlegung aller Fakten über den Zustand in deutschen Pflegeheimen.

Berlin - Vor fünf Jahren stellten Prüfer gravierende Mängel in deutschen Pflegeheimen fest. Nun haben sie die Lage erneut untersucht. Patientenschützer fordern, dass alle Fakten auf den Tisch kommen.

Vor der Veröffentlichung neuer Erkenntnisse über die Zustände in den deutschen Pflegeheimen haben Patientenvertreter die Krankenkassen zur Offenlegung aller Missstände aufgefordert. An diesem Dienstag (11.30 Uhr) stellt der Medizinische Dienst der Krankenkassen seien neuen Pflege-Qualitätsbericht vor.

Der Vorläufer-Bericht hatte vor fünf Jahren Politiker alarmiert. Mängel bei Ernährung und Flüssigkeitsversorgung gab es bei etwa jedem dritten Pflegebedürftigen. Bei jedem zehnten Heimbewohner und bei 5,7 Prozent der Pflegebedürftigen daheim stellten die Prüfer einen akut unzureichenden Pflegezustand fest.

Der Vorstand der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung, Eugen Brysch, geht davon aus, dass es ungebrochen gravierende Fehlentwicklungen gibt. “42 Prozent der Menschen in Pflegeheimen leben unter freiheitsentziehenden Maßnahmen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Pflegebedürftige würden oft mit Bändern am Bett gefesselt. “Der Medizinische Dienst der Krankenkassen sollte seine Erkenntnisse darüber offenlegen.“

Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin gibt Empfehlungen ab, welche Menschen sich impfen lassen sollten. Gehören Sie auch zur Risikogruppe? (Stand: Juli 2013) © dpa
Das Immunsystem älterer Menschen reagiert zwar weniger stark auf die Impfung, dennoch empfehlen die Experten das Serum. Im Falle einer Erkrankung fallen die Symptome schwächer aus. Da für Menschen über 60 Jahre ein erhöhtes Risiko für schwere oder gar tödliche Komplikationen besteht, ist die Impfung dringend angebracht. © dpa
Wie bei älteren Menschen besteht auch bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Daher raten die Gesundheitsexperten auch werdenden Müttern ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zur Impfung. Schwangere, die bereits an einer Grunderkrankung leiden, können sich nach Absprache mit dem Arzt auch schon früher pieksen lassen. © dpa
Erwachsene und Kinder, die an einer chronischen Erkrankung wie beispielsweise Asthma leiden, gehören ebenfalls zu den Risikogruppen. © fkn, Mundipharma
Auch Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck wird die Grippe-Impfung nahe gelegt. © dpa
Kinder dürfen frühestens ab einem Alter von sechs Monaten gegen die Grippe geimpft werden. © dpa
Wer an chronischen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Zucker (Diabetes Mellitus), an chronischen Nierenerkrankungen, Blutarmut (Anämie), an angeborenen oder erworbenen Immunstörungen wie Abwehrschwäche nach Organtransplantationen, bei Chemotherapien oder HIV-Infektionen leidet, sollte sich die Grippe-Impfung nicht entgehen lassen. © dpa
Ebenso Menschen mit chronisch neurologischen Krankheiten wie beispielsweise Multipler Sklerose gehören zu den Risikogruppen. © dpa
Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Arztpraxen oder Angestellte in Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsverkehr laufen Gefahr, durch ihre Arbeit sich selbst oder andere anzustecken - die Grippe-Impfung ist daher eigentlich Pflicht. © dpa
Die Bewohner von Pflege- und Altenheimen sind ebenfalls besonders gefährdet. © dpa
Urlauber ab 60 Jahren oder chronisch Kranke, die verreisen wollen, sollten sich spätestens zwei Wochen vor der Abreise pieksen lassen. © dpa
Menschen, die häufig mit Geflügel, auch mit Wildvögeln in Berührung kommen, zählen auch als Risikogruppe. © dpa
NICHT impfen lassen dürfen sich Menschen, die allergisch reagieren auf Hühnereiweiß. Der Impfstoff wird in Hühnereiern gezüchtet. Wer aktuell unter Fieber leidet, sollte mit der Imfpung warten, bis die Erkrankung abgeklungen ist.
Die meisten Krankenkassen in Deutschland übernehmen freiwillig die Kosten für die saisonale Grippeimpfung. Über-60-Jährige und chronisch Kranke müssen in der Regel nichts bezahlen. © dpa

Wenn Heimbewohner im Bett mit Bändern fixiert oder mit Gittern dort gehalten werden, müsse dies auch in die Notengebung des Pflege-TÜV eingehen, forderte Brysch zudem.

“Wir kritisieren seit Jahren, dass das Fälschen und Frisieren von Pflege-Dokumentationen, die der Medizinische Dienst einsieht, nicht bestraft wird“, sagte Brysch weiter. Rund 30 Prozent der Dokumentationen in den Pflegeheimen stimmten nicht. Brysch forderte die Politik auf, auf mehr angestellte Ärzte in Heimen hinzuwirken. Auf diese Weise könnten 40 Prozent der Krankenhauseinweisungen aus Heimen heraus vermieden werden.

Opposition warnt vor Pflegekatastrophe

“Von den 700.000 Menschen in Pflegeheimen müssen 500.000 Menschen eine zumindest partielle Schmerztherapie haben“, sagte Brysch zudem. “Der Schmerzpatient in einem Pflegeheim ist aber so selten wie der Löwe in der Wüste.“ Unterm Strich könne der Medizinische Dienst der Kassen nur eine traurige Statistik führen. Angesichts der stark verbesserungswürdigen Zustände sei der Dienst zahnlos.

Fast zur gleichen Zeit wie die Krankenkassen geht der Deutsche Ethikrat mit dem Thema an die Öffentlichkeit. Er veröffentlicht an diesem Dienstag (11 Uhr) seine Stellungnahme zu “Demenz und Selbstbestimmung“. In seinen Empfehlungen will der Ethikrat auch konkrete Vorschläge etwa zum Problem der freiheitsbeschränkenden Maßnahmen sowie zur Versorgung von Demenzkranken machen.

Am Donnerstag dann wird die Pflegereform der Koalition erstmals im Bundestag debattiert. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) verspricht darin mehr Hilfen für 500.000 Demenzkranke und kleinere Verbesserungen. Die Opposition hatte sich enttäuscht gezeigt und vor einer Pflegekatastrophe gewarnt. Vertreter der Pflegebranche hatte Bahrs Konzept als unzulänglich kritisiert. Der Beitrag zur Pflegeversicherung soll zum 1. Januar 2013 von 1,95 auf 2,05 Prozent steigen. Dies soll gut eine Milliarde Euro mehr pro Jahr bringen.

dpa

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