Anschlag zu Beginn

Prozess um Hariri-Attentat hat begonnen

+
Bei einem Anschlag waren am 14. Februar 2005 der frühere libanesische Regierungschefs Rafik Hariri und 22 weitere Menschen ums Leben gekommen, darunter ein mutmaßlicher Selbstmordattentäter.

Den Haag - Fast neun Jahre nach dem tödlichen Bombenanschlag auf den libanesischen Ex-Ministerpräsidenten Hariri hat jetzt der Prozess begonnen - parallel gab es einen neuen Anschlag.

Update vom 5. August 2020: Im Zusammenhang mit dieser Bombe könnte auch die aktuelle Explosion am Hafen in Beirut stehen.

Bei einem Sprengstoffanschlag in einer Hochburg der libanesischen Schiiten-Bewegung Hisbollah sind drei Menschen ums Leben gekommen. Das bestätigte ein Kommandeur der libanesischen Armee. Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes hatte zunächst von fünf Toten gesprochen. Der Sprengsatz detonierte in einem Auto, das vor einer Bank in der nordöstlichen Stadt Hermel geparkt worden war. Vier der insgesamt 43 Verletzten seien in kritischem Zustand, hieß es. Der Sprengsatz detonierte am Donnerstag wenige Minuten vor Beginn des Prozesses gegen vier mutmaßliche Mörder des früheren libanesischen Regierungschefs Rafik Hariri.

Die angeklagten Libanesen sind Mitglieder der Hisbollah. Keiner von ihnen wurde bisher verhaftet. Der Ankläger des Libanon-Sondertribunals in Den Haag sagte, den Drahtziehern des Attentates sei es nicht gelungen, alle Beweise zu vernichten. Bei dem Anschlag waren am 14. Februar 2005 Hariri und 22 weitere Menschen ums Leben gekommen, darunter ein mutmaßlicher Selbstmordattentäter.

Terror-Akte: Gaddafis Liste des Schreckens

Terror-Akte: Gaddafis Liste des Schreckens

Dem libyschen Machthaber Muammar al Gaddafi wird die Verwicklung in eine ganze Reihe von blutigen Anschlägen vorgeworfen. Mit den folgenden Terroraktionen wird Gaddafi und sein Regime in Zusammenhang gebracht: © ap
Dezember 1985: Palästinenser greifen die El-Al-Schalter auf den Flughäfen Wien-Schwechat und Rom-Fiumincino mit Schusswaffen und Handgranaten an. Dabei werden 18 Menschen getötet. Das libysche Regime soll mindestens aus Sicht der US-Regierung daran mitgewirkt haben. © dpa
April 1986: Eine Bombenexplosion in der Diskothek La Belle in Berlin-Friedenau reißt drei Menschen in den Tod. 230 der rund 500 Gäste, meist Angehörige der US-Armee, erleiden zum Teil schwere Verletzungen mit bleibenden Folgen. Nach der Wiedervereinigung ergeben sich aus Akten der DDR-Staatssicherheit Hinweise, die zu den Tätern führen und auf Libyen als Drahtzieher schließen lassen. © dpa
Dezember 1988: Bei einem Anschlag auf ein Flugzeug über der schottischen Kleinstadt Lockerbie werden 270 Menschen getötet, die meisten von ihnen Amerikaner. Der Verdacht fällt schnell auf Mitarbeiter des libyschen Geheimdienstes. © dpa
September 1989: Über der Wüste in Niger explodiert ein Verkehrsflugzeug der französischen Gesellschaft UTA. Der Bombenanschlag kostet 170 Menschen das Leben. Unter den sechs libyschen Attentätern ist auch der Schwager Gaddafis. © dpa
Darüber hinaus soll Gaddafi weltweit Terrorgruppen, Befreiungsbewegungen und linke Gruppierungen unterstützt haben. Unter anderem die Polisario in der Westsahara, die Sandinisten in Nicaragua, radikale palästinensische PLO-Gruppen im Libanon, aber auch die Irisch-Republikanische Armee (IRA) in Nordirland erhielten Hilfe aus Libyen. © dpa
Zudem wird Gaddafi mit dem Attentat auf die Olympischen Spiele von München 1972 in Verbindung gebracht. Damals starben elf Mitglieder des israelischen Olympia-Teams bei einem Anschlag palästinensischer Terroristen. Ebenso soll es eine Verbindung bei der Entführung der OPEC-Minister 1975 in Wien sowie bei Attentaten auf den marokkanischen König Hassan II. (1972) und 1976 auf die Präsidenten Ägyptens (Anwar al Sadat) und des Sudans (Jaafar Mohammed al-Numeiri) geben. © dpa

Hariris Sohn Saad Hariri war zum ersten Prozesstag angereist. Er sagte: „Dies ist ein historischer Tag, der für die Gerechtigkeit im Libanon eine neue Seite aufschlägt.“ Die Hisbollah bestreitet ihre Beteiligung an dem Sprengstoffattentat auf Hariri.

Die Beziehungen zwischen der Hisbollah und ihren politischen Gegnern sind momentan sehr angespannt, weil Hisbollah-Milizionäre im syrischen Bürgerkrieg das Regime von Präsident Baschar al-Assad unterstützen. Erst vor zwei Wochen waren bei einem Anschlag in einer Hisbollah-Hochburg in Beirut sechs Menschen getötet worden.

dpa

Kommentare