Rösler zu Ärztemangel: Mediziner aus Osteuropa keine Lösung

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Philipp Rösler.

Berlin - Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) sieht in einer Einwanderung von Medizinern aus den osteuropäischen EU-Ländern keine Lösung für das Problem des Ärztemangels.

“Das wird das Grundproblem nicht lösen. Denn in der sehr menschlichen Beziehung zwischen Arzt und Patient wie auch zwischen Pflegekraft und Patient spielt das Sprachliche und das Kulturelle eine große Rolle“, sagte Rösler der Zeitschrift “Super Illu“ laut Vorabbericht. Gleichwohl sei es “fatal, ausländische Ärzte, die bereits bei uns leben, daran zu hindern, ihren Beruf auszuüben“, sagte der Gesundheitsminister.

Rösler verwies darauf, dass die zuständigen Bundesministerien eine Gesetzesvorlage zur Anerkennung ausländischer Approbationen und Staatsexamen auf den Weg gebracht hätten. Außerdem werde derzeit geprüft, dass die Zulassung für den Arztberuf nicht länger an die deutsche Staatsbürgerschaft gebunden sein solle.

Um den Ärztemangel, der vor allem im ländlichen Raum ein Problem darstellt, zu bekämpfen, setzt Rösler auf das von ihm geplante sogenannte Versorgungsgesetz. Dieses soll sicherstellen, das unter anderem die finanziellen Anreize für Ärzte verbessert werden sollen. “In unterversorgten Gebieten kommen die Ärzte heute sehr schnell an ihre Budgetgrenzen, wenn sie überdurchschnittlich viele Patienten aufnehmen und behandeln. Künftig sollen sie dafür nicht mehr bestraft werden“, sagte Rösler.

Der GKV-Spitzenverband widersprach Rösler in seiner Darstellung, es gebe in Deutschland einen Ärztemangel. “In den meisten Regionen Deutschlands haben wir mehr Ärzte als genug, lediglich ausnahmsweise gibt es beispielsweise in wenigen Gegenden bei Landärzten ein Problem“, sagte Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, der Nachrichtenagentur dapd. Auf 800 fehlende Ärzte in wenigen Regionen kämen 25.000 überzählige Ärzte in weiten Teilen der Republik. “Insgesamt brauchen wir nicht mehr Ärzte, sie müssen aber besser verteilt werden“, sagte Lanz.

dapd

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