Staatschefs nehmen Abschied von Havel

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Vaclav Havel ist am Sonntag im Alter von 75 Jahren verstorben.

Prag - In Prag nehmen Staatschefs und Tschechiens Bürger Abschied von Vaclav Havel. Freunde des Ex-Präsidenten würdigen ihn als mutigen Menschen, dem im Kampf gegen Krankheiten am Ende die Kraft fehlte.

Die “Goldene Stadt“ Prag trägt Schwarz: Staatsgäste im Veitsdom der tschechischen Hauptstadt und tausende Trauernde auf den Straßen haben sich zum Abschied von Ex-Präsident Vaclav Havel versammelt. Eine Ehrengarde der tschechischen Armee brachte am Freitag den Sarg des früheren Staatschefs von der Burg in den benachbarten Veitsdom.

Zu dem Staatsakt am Mittag werden auch Bundespräsident Christian Wulff und US-Außenministerin Hillary Clinton erwartet. Eine der Trauerreden will die in Prag geborene frühere US-Außenministerin Madeleine Albright halten. Neben dem Sarg, der in eine weiß-rot-blaue tschechische Staatsflagge gehüllt war, erinnert ein Porträtfoto mit schwarzer Trauerschleife an Havel.

Vor dem Dom nahm eine große Menschenmenge Abschied vom Ex-Präsidenten. “Es war hinreißend, wie Havel unser Land in die Welt geführt hat“, sagte die Pragerin Zlata Zitkova. Sie beschrieb Havel als außergewöhnlich charismatische Persönlichkeit, die fehlen wird. “Havel war ein mutiger Idealist, der zu Risiken und Opfern bereit war“, sagte der christdemokratische Ex-Außenminister Cyril Svoboda der dpa. “Er verlor nie seine Zweifel, auch an sich selbst nicht, und blieb stets seinen Idealen treu.“

Im Veitsdom hatten sich morgens bereits etwa 100 engste Angehörigen und Freunde von Havel versammelt. Auch die Ordensschwestern, die sich um den seit langem geschwächten Ex-Präsidenten gesorgt hatten, erwiesen ihm die letzte Ehre. Die sonst dunkle gotische Kathedrale war hell erleuchtet. Neben dem Sarg brannten Kerzen des Adventskranzes.

Der Ex-Präsident, der am vergangenen Sonntag im Alter von 75 Jahren gestorben war, habe am Ende die Energie verloren, sagte Havels langjähriger Pressechef Ladislav Spacek dem tschechischen Fernsehsender CT24. “Er hat gespürt, dass seine Kräfte erschöpft sind, und hat aufgehört zu kämpfen.“ Nach einer Lungenkrebsoperation 1996 machten Havel immer wieder lebensgefährliche Atemwegserkrankungen schwer zu schaffen.

Der Dramatiker wurde 1989 zu einer Schlüsselfigur der demokratischen Wende in der damaligen Tschechoslowakei. Er erhielt viele internationale Auszeichnungen, darunter den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (1989). Havel wird zu einem späteren Zeitpunkt im Kreis von Familie und Freunden beigesetzt.

dpa

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