Schadenersatzklage gegen Verteidigungsminister gescheitert

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Franz-Josef Jung hat alles richtig gemacht als er als Anwalt eine Mandantin vertrat, urteilte das Landgericht Wiesbaden.

Wiesbaden - Eine ehemalige Mandantin des heutigen Bundesverteidigungsministers Franz Josef Jung ist mit ihrer millionenschweren Schadenersatzforderung gegen den CDU-Politiker gescheitert.

Die 5. Zivilkammer des Wiesbadener Landgerichts wies am Mittwoch die Klage der Frau ab, die Jung vor mehreren Jahren im Rechtsstreit um eine Immobilie als Anwalt vertrat. Die Betroffene verlangte von dem Minister 1,2 Millionen Euro Schadenersatz, weil dieser den Prozess angeblich durch fehlerhaftes Verhalten verloren hatte. Das Gericht kam zu der Entscheidung, dass dem CDU-Politiker keine Pflichtverletzung vorzuwerfen sei.

Die Kosten des Verfahrens trägt die Klägerin. Die Betroffene kaufte 1994 eine Villa in einem Landschaftsschutzgebiet bei Schlangenbad in Südhessen. Als sich nach dem Kauf herausstellte, dass das Gebäude unter anderem über keine legale Wasserversorgung verfügte, forderte die Käuferin vor Gericht die Rückabwicklung des Kaufs. In diesem Verfahren ließ sich die Frau von Jung vor Gericht vertreten und verlor.

Keine Anfechtung wegen Verjährung

Daraufhin zog die Betroffene gegen Jung vor Gericht und forderte Schadenersatz von ihm. Das Gericht erklärte in seiner Urteilsbegründung, der Kaufvertrag habe unter anderem nicht wegen arglistiger Täuschung angefochten werden können. Dies sei wegen Verjährung bereits zu dem Zeitpunkt nicht mehr möglich gewesen, an dem Jung das Mandat übernommen habe. Sonstige Fehler Jungs seien nicht feststellbar. Der Minister oder sein Anwalt waren zu der Urteilsverkündung nicht erschienen. Gegen die Entscheidung ist Berufung zum Oberlandesgericht möglich.

AP

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