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Kanzlerin stärkt Schavan den Rücken

Böses Omen: Merkels "vollstes Vertrauen"

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Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) unterhalten sich im Juli 2010 im Bundeskanzleramt. Am Kabinettstisch sitzt Wissenschaftsministerin Annette Schavan.
  • Franz Rohleder
    VonFranz Rohleder
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Berlin  - Au weia, Anette Schavan! Wenn Kanzlerin Angela Merkel bislang einem Unions-Politiker bei einer Affäre ihr "vollstes Vertrauen" aussprach, folgte kurz darauf der Rücktritt. Wir dokumentieren die Fälle:

Ob das wirklich ein gutes Omen ist? In der Plagiatsaffäre um ihre Doktorarbeit hat Bildungsministerin Annette Schavan Rückendeckung von der Kanzlerin erhalten: „Die Ministerin hat mein vollstes Vertrauen“, sagte Merkel am Montag in Berlin.

Für andere Unions-Politiker war diese Erklärung jeweils ein Karrieretod mit Ansage. Wir dokumentieren, wie lange es von der entsprechenden Erklärung der Kanzlerin bis zum Rücktritt dauerte.

Franz Josef Jung (CDU): Der damalige Bundesarbeitsminister und vormalige Verteidigungsminister geriet Ende 2009 wegen eines tödlichen Luftschlags auf zwei gekaperte Tanklastzüge in Afghanistan in die Kritik. Am 26. November bekundete die Kanzlerin Jung ihr Vertrauen. Einen Tag später trat er zurück.

Aufgestiegen - und unter Merkel abgestiegen: Röttgen ist kein Einzelfall

Aufgestiegen - und unter Merkel abgestiegen: Röttgen ist kein Einzelfall

Christian Wulff: Merkel hatte Niedersachsens CDU-Regierungschef als Bundespräsidenten durchgesetzt. Nur 19 Monate später verlässt Köhlers Nachfolger im Februar 2012 das Schloss Bellevue nach der kürzesten Amtsperiode eines Staatsoberhaupts. Der Grund: Wulffs Kredit- und Medienaffäre. Einen Tag nachdem die Staatsanwaltschaft die Aufhebung der Immunität Wulffs beantragt, um Ermittlungen führen zu können, tritt er zurück. © dpa
Dieter Althaus: Thüringens Regierungschef gerät in die Kritik nach einem Unfall auf der Piste mit tödlichen Folgen für eine Skifahrerin. Er tritt im September 2009 zurück - und begründet dies mit schweren Verlusten der CDU bei der Landtagswahl. © dpa
Franz Josef Jung: Nach nur einem Monat scheidet der hessische CDU-Politiker im November 2009 als Bundesarbeitsminister aus. Er zieht damit Konsequenzen aus seiner Zeit als Verteidigungsminister in Merkels vorangegangener großer Koalition. Nach einem Luftangriff im afghanischen Kundus hatte er Informationen über zivile Opfer zurückgehalten. © dpa
Friedrich Merz: Der Jurist und Finanzexperte gilt als großer Hoffnungsträger in der CDU. Von 2000 an führt er die Unionsfraktion im Bundestag. Rivalitäten mit der CDU-Vorsitzenden Merkel münden schließlich in einen Machtkampf um den Fraktionsvorsitz, den Merz 2002 verliert. © dpa
Günther Oettinger: Baden-Württembergs CDU-Ministerpräsident kann sich nach scharf kritisierten Aussagen zur NS-Vergangenheit des ehemaligen Regierungschefs Hans Filbinger und weiteren Fehlern im Amt nicht dagegen wehren, nach Brüssel weggelobt zu werden. Im Februar 2010 legt er sein Amt nieder und wechselt als Energiekommissar in die EU-Kommission. Nachfolger Stefan Mappus (CDU) verliert im Frühjahr 2011 die Landtagswahl - und damit sein Amt. © dpa
Horst Köhler: Merkel setzt das CDU-Mitglied mit Distanz zum Parteienbetrieb 2004 als Kandidaten für das höchste Staatsamt durch. Der Präsident mischt sich immer wieder in die aktuelle Politik ein, gilt als unbequem für die Regierungsparteien. Sein überraschender Rücktritt nach sechs Amtsjahren Ende Mai 2010 erfolgt wegen einer kritisierten Äußerung zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. © dpa
Jürgen Rüttgers: Nach der CDU-Niederlage bei der nordrhein- westfälischen Landtagswahl im Mai 2010 kündigt der geschäftsführende Ministerpräsident am 24. Juni seinen Rückzug von allen politischen Ämtern an. Im Kampf um seine Nachfolge an der Spitze des CDU-Landesverbandes setzt sich Röttgen durch. © dpa
Karl-Theodor zu Guttenberg: Im März 2011 tritt der einst als möglicher künftiger Kanzlerkandidat gehandelte CSU-Verteidigungsminister nach wochenlanger öffentlicher Debatte zurück. Er hatte seine Doktorarbeit zu großen Teilen von anderen Autoren abgeschrieben. © dpa
Das Personalkarussell um Angela Merkel dreht immer neue Runden. In ihrer Amtszeit als CDU-Chefin und Bundeskanzlerin haben zahlreiche Unions-Politiker ihren Hut genommen - oder nehmen müssen. Hier zehn prominente “Vorgänger“ von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU). © dpa
Ole Von Beust: Im Juli 2010 tritt der Hamburger Bürgermeister nach neun Jahren an der Spitze des Senats wegen Amtsmüdigkeit zurück. Kurz danach bricht die von Beust mit initiierte erste schwarz-grüne Koalition auf Länderebene auseinander. © dpa
Roland Koch: Nach elf Jahren als hessischer Ministerpräsident kündigt der stellvertretende CDU-Vorsitzende im Mai 2010 seinen Rückzug aus der Politik und seinen Wechsel in die Wirtschaft an. Er wird Vorstandschef beim Baukonzern Bilfinger Berger. © dpa

Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU): Etwas länger als Jung blieb Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg im Zuge seiner Plagiats-Affäre nach der Vertrauenserklärung der Kanzlerin im Amt. Am 17. Februar 2011 bekundete Merkel ihm nach eigenem Bekunden unter vier Augen ihr "volles Vertrauen". Am 1. März schmiss der frühere-CSU-Hoffnungsträger hin.

Christian Wulff (CDU): Am längsten konnte sich Ex-Bundespräsident Christian Wulff im Sattel halten, nachdem Merkel ihm am 19. Dezember 2011 ihr "vollstes Vertrauen" ausgesprochen hatte. Anschließend klebte Wulff noch 61 Tage an seinem Stuhl im Schloss Bellevue. Dann warf auch er den Bettel hin.

Tickt im Wissneschaftsministerium auch schon die Schavan-Rücktrittsuhr? Die Physikerin Merkel könnte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass der vermeintliche Zusammenhang zwischen ihrer Vertrauenserklärung und dem jeweiligen Rücktritt nur ein Zufall und kein Naturgesetz sei. Aber im Politikbetrieb gelten sowieso ganz eigene Gesetze...

fro

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