Schröder lud häufig zum Abendessen

+
Gerhard Schröder hat häufig Gäste eingeladen.

Berlin - Das Abendessen für Josef Ackermann bei Kanzlerin Angela Merkel im Bundeskanzleramt schlägt dieser Tage Wellen. Doch auch Gerhard Schröder hatte hohe Ausgaben für die Bewirtung seiner Gäste.

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder hat laut “Bild“-Zeitung häufig Essen im Kanzleramt auf Staatskosten ausgerichtet und in seinen letzten beiden Amtsjahren rund 533.000 Euro für Spesen ausgegeben. Das berichtete die Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf ihr vorliegende Spesenlisten Schröders. Demnach gab das Kanzleramt im Jahr 2004 rund 313.000 Euro für Spesen aus und 2005 weitere 220.000 Euro.

Lesen Sie auch:

Dienstwagen- und Kanzleiaffäre sind Thema im Bundestag

Dinner für Jo

SPD will Aufklärung über Feier für Ackermann

In den meisten Fällen sei für die “Bewirtung von Gästen aus Veranlassung des Bundeskanzlers“ oder für die “Beschaffung von Lebensmitteln“ für die Kanzleramtsküche zur Bewirtung der Gäste gezahlt worden, berichtete die “Bild“-Zeitung. Die pro Kopf teuersten Bewirtungs-Spesen verzeichnet die Liste dem Bericht zufolge bei Schröders Auslandsreisen. So seien am 19. Januar 2004 insgesamt 6.150,32 Euro aus dem Kanzler-Etat für die Bewirtung von 19 Personen ausgegeben worden, das entspricht 324 Euro pro Kopf. An diesem Tag hielt sich der SPD-Politiker in Äthiopien auf.

Eine Retourkutsche für die Dienstwagen-Affäre

Am 4. Mai 2005 sind demnach für eine Bewirtung von drei Gästen Spesen von 1.059 Euro verzeichnet. An diesem Tag war Schröder in der Türkei. Außerdem enthält die Spesen-Liste dem Bericht zufolge auch die Ausgaben für Gastgeschenke Schröders. Dabei habe es sich meist um Blumen gehandelt. Es seien aber auch Uhren für 455 Euro angeschafft worden und kurz vor der Bundestagswahl 2005 “mehrere Füllfederhalter incl. Gravur und Tintengläser“ für 1.317 Euro.

Ein im Kanzleramt ausgerichtetes Abendessen für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann im April 2008 ist heute Thema im Haushaltsauschuss des Bundestages. SPD-Politiker fordern eine Erklärung von Kanzlerin Angela Merkel. Im Ausschuss wird ihr Staatsminister Hermann Gröhe (CDU) sprechen. Die Union vermutet eine Retourkutsche für die Dienstwagenaffäre von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD).

AP

Kommentare