Schwiegereltern zwingen 15-Jährige zur Prostitution

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Die 15 Jahre alte Sahar Gul wurde von ihren Schwiegereltern gefoltert und zur Prostitution gezwungen. Die Polizei rettete das Mädchen.

Kabul - Ihr Schicksal löste weltweit einen Aufschrei der Empörung aus. Sechs Monate lang war eine 15-jährige Afghanin von ihren Schwiegereltern gequält worden, um sie zur Prostitution zu zwingen. Jetzt sprach das Gericht ein Urteil.

Ein Gericht verurteilte die Schwiegermutter, den Schwiegervater und die Schwägerin des Mädchens wegen Folter, Misshandlung und Menschenrechtsverletzungen zu jeweils zehn Jahren Haft.

Der flüchtige Ehemann und der Schwager wurden ebenfalls schuldig gesprochen. Das Strafmaß gegen die beiden Männer werde festgelegt, sobald sie gefasst sind, sagte der Vorsitzende Richter Sibghatullah Rasi am Samstag.

Opfer fordert höhere Strafe

Das Martyrium des Mädchens kam Ende Dezember ans Licht und bewegte das Land und die internationale Öffentlichkeit. Ihre Verwandten hielten die 15-Jährige nach der Zwangsheirat nach Behördenangaben sechs Monate lang in einem Keller gefangen, rissen ihr die Fingernägel heraus, brachen ihr die Finger und quälten sie mit heißen Eisenstangen, um sie zur Prostitution zu zwingen. Nachdem ein Onkel die Behörden verständigt hatte, befreite die Polizei das Mädchen aus dem Haus der Familie in der Provinz Baghlan im Nordosten des Landes.

Die 15-Jährige verfolgte die Urteilsverkündung am vergangenen Dienstag im Gerichtssaal. Sie wolle, dass ihre Peiniger “schwer bestraft“ würden, sagte sie. Gegen das Strafmaß legte sie mithilfe einer afghanischen Frauenrechtsorganisation Berufung ein. “Natürlich sind wir mit der Entscheidung des Gerichts nicht zufrieden“, sagte die Programmleiterin der Gruppe, Huma Safi.

dapd

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