Vorerst kein Guttenberg-Comeback

  • schließen
  • Weitere
    schließen

München - Ex-Verteidungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will vorerst nicht in die Politik zurückkehren. Das teilte CSU-Chef Horst Seehofer am Freitagmorgen bei einer Pressekonferenz mit.

Zur Vergrößerung auf das Bild klicken.

Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wird vorerst nicht in die deutsche Politik zurückkehren. Das sagte CSU-Chef Horst Seehofer am Freitag in München. Guttenberg habe ihm gesagt, dass er sich 2013 nicht um ein politisches Mandat bewerben werde. Der ehemalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg lehnt eine Rückkehr in die deutsche Politik nach unbestätigten Informationen vorerst ab. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Freitag aus CSU-Kreisen. Parteichef Horst Seehofer lud für 10.00 Uhr zu einer Pressekonferenz ein, bei der es um Guttenberg gehen sollte.

Rücktritt & Comeback: Diese Politiker haben es zurückgeschafft

Rücktritt & Comeback: Diese Politiker haben es zurückgeschafft

Lesen Sie auch:

Guttenbergs Mails nach Brüssel veröffentlicht

Guttenberg hatte im März vergangenen Jahres seinen Rücktritt als Verteidigungsminister erklärt, weil er Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben hatte. Er war anschließend in die USA gegangen. Seehofer hatte aber wiederholt für eine Rückkehr Guttenbergs in die deutsche Politik geworben - zuletzt auf der CSU-Klausur in Wildbad Kreuth. Andere CSU-Politiker kommentierten dies aber skeptisch.

„Es wäre nicht der richtige Zeitpunkt. Und ich habe auch aus meinen Fehlern zu lernen“, begründet Guttenberg seine Entscheidung und gibt sich zerknirscht. „Nicht jede meiner Reaktionen und Äußerungen im vergangenen Jahr, das ich als extrem empfunden habe, war klug“, schreibt er. Auch die vergangenen Wochen seien „missglückt“ gewesen und vielen „wie eine Comeback-Inszenierung erschienen“. Dabei sei dies nicht seine Absicht gewesen, beteuert er.

Es hatte einiges nach einem Comeback Guttenbergs ausgesehen. Die Arbeit für eine amerikanische Denkfabrik, der Beraterjob bei der EU-Kommission in Fragen der Freiheit des Internets, das Interviewbuch „Vorerst gescheitert“ - vieles wirkte wie die wohlgeplante Vorbereitung der politischen Auferstehung. Und auch aus der Heimat kamen positive Reaktionen, von den Kreisvorsitzenden, die ihm seinen Bundestagswahlkreis frei hielten, bis hin zu Seehofer, der ankündigte, ihn wieder einbinden zu wollen.

Guttenberg hatte im November in einem Interview der CSU den Anspruch einer Volkspartei abgesprochen und Sympathien für die Gründung einer neuen Partei erkennen lassen. Im Dezember war er in Brüssel auf die politische Bühne zurückgekehrt: EU-Kommissarin Neelie Kroes machte ihn zu ihrem Berater in Internetfragen.

Die Zerknirschung kommt an

Die Zerknirschung jedenfalls kommt in der CSU an. Guttenberg habe „mit seiner Erklärung ein respektables Zeichen von Demut und Nachdenklichkeit gesetzt“, sagt CSU-Fraktionschef Georg Schmid am Freitag. Die Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Uhl und Norbert Geis äußern in der „Mitteldeutschen Zeitung“ bereits die Hoffnung auf eine spätere Wiederkehr.

Parteichef Seehofer lässt die Türe ebenfalls weit offen: Eine Rückkehr bleibe eine Option, macht er deutlich und betont im Blick auf das Gespräch vom Vorabend: „Es ging gestern um den Zeitpunkt.“

dpa/dapd

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser