Sexaffäre: Berlusconi soll vor Gericht

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Die politisch schwer angeschlagene italienische Regierungschef Silvio Berlusconi gerät durch neue und alte Verfahren juristisch immer mehr unter Druck.

Rom - Die politisch schwer angeschlagene italienische Regierungschef Silvio Berlusconi gerät durch neue und alte Verfahren juristisch immer mehr unter Druck.

Die Mailänder Staatsanwaltschaft kündigte an, nach ihren Ermittlungen in der Sexaffäre um die junge Marokkanerin Ruby an diesem Mittwoch einen Prozess gegen Berlusconi beantragen zu wollen. Ebenfalls am Dienstag wurde in Mailand bekannt, dass ein altes Bestechungsverfahren gegen den 74-jährigen Medienzar und Ministerpräsidenten am 11. März wieder aufgenommen werden soll. Dieser Korruptionsprozess war im vergangenen Jahr ausgesetzt worden, nachdem sich Berlusconi durch seine Mehrheit im Parlament einen juristischen Schutz vor mehreren Prozessen verschafft hatte.

Die höchsten Richter Italiens entzogen ihm allerdings im Januar den wichtigsten Teil dieser “Quasi-Immunität“ gegen Gerichtsverfahren. Damit kann der Prozess wegen Bestechung des britischen Anwalts David Mills jetzt fortgesetzt werden. Diesem soll Berlusconi für Falschaussagen in den 1990er Jahren 600 000 Dollar (442 000 Euro) gezahlt haben. Außerdem beginnt ein Prozess um Steuervergehen neu.

In der Ruby-Affäre war zunächst noch offen, ob die Mailänder Staatsanwälte das Schnellverfahren gegen Berlusconi allein wegen Amtsmissbrauchs anstreben. Wie es hieß, könnte der Vorwurf des Umgangs mit minderjährigen Prostituierten davon abgetrennt und später behandelt werden. Berlusconi soll die damals 17-jährige Marokkanerin im vergangenen Jahr höchstpersönlich vor Gefängnis bewahrt und dabei auch gesagt haben, es handele sich bei der Go-Go-Tänzerin um eine Nichte des ägyptischen Staatschefs Husni Mubarak. Die junge Ruby nahm auch an Partys in Berlusconis Villa Arcore bei Mailand teil, nach den Ermittlungen der Staatsanwälte zusammen mit anderen bezahlten Frauen.

dpa

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