Umbau der Partei-Zentrale

Söder will „AfD-Monopol“ im Netz brechen und rüttelt an einer CSU-Institution

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Neues altes Logo: Markus Söder mit CSU-Generalsekretär Markus Blume.

Ein altes Logo und neue Strukturen sollen der CSU aus dem 30+X-Jammertal helfen. Nach den ersten 100 Tagen im Amt hat Parteichef Markus Söder einen Umbau der Landesleitung verfügt und reibt sich am „Bayernkurier“.

München – Die CSU bekommt einen neuen Kommunikationschef, der Pressearbeit, Online- und Mitgliederkommunikation verantwortet. Der Zusatz „näher am Menschen“ soll künftig wieder am CSU-Logo prangen. Er wolle die Partei „im Kern erneuern“, sagte Parteichef Markus Söder.

Nach der Übernahme der Ämter von Horst Seehofer hatte Söder zunächst die Staatskanzlei auf sich zugeschnitten, teils enge Vertraute auf Schlüsselpositionen installiert. Unlängst leitete er eine Erneuerung der parteinahen Hanns-Seidel-Stiftung ein. Nun folgt die Parteizentrale. Wichtigster Schritt: Söder wirbt der Landtagsfraktion den langjährigen Sprecher Franz Stangl ab. Dieser leitet ab Mai eine der künftig nur noch vier Abteilungen. Ziel ist, im Internet schneller und aktiver zu kommunizieren. Da hinken die etablierten Parteien hinterher. „Wir werden das AfD-Monopol für digitale Kommunikation brechen“, versprach Söder. Das AfD-Konzept setzt massiv auf die Schattenseite zentralisierter Kommunikationseinheiten: Mit viel Steuergeld für „Newsrooms“ wird versucht, (kritische) Medien zu umgehen und mit Wählern direkt Kontakt zu halten.

„Der publizistische Mehrwert ist eher gering“

Söder kritisierte, es habe „viele Reibungsverluste“ in den Strukturen gegeben. Er plant weitere Einschnitte. Offen stellt er erneut das CSU-Magazin „Bayernkurier“ infrage. „Der publizistische Mehrwert ist eher gering“, es genüge nicht, „einen Artikel pro Monat“ zu schreiben.

Bei den CSU-Mitarbeitern wurde der Umbau ohne Murren aufgenommen. Die Abgeordneten wurden von Stangls Wechsel am Montag überrascht. Die Fraktion verliert damit binnen weniger Monate den dritten Sprecher.

Die CSU im Wahlkampfmodus: Lesen sie hier ein Portrait über Manfred Weber, der als Spitzenkandidat der EVP in die Europawahl geht. Horst Seehofers Innenministerium in Berlin ist unterdessen offenbar ein peinliches Versäumnis unterlaufen.

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