Sorge über Serie von Brandanschläge auf Autos

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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich.

Berlin - Die Serie von Brandanschlägen auf Autos nimmt kein Ende. Inzwischen werden über das gesamte Bundesgebiet verteilt solche Vorfälle gemeldet. Innenminister Friedrich bietet den Ländern Unterstüztzung an.

Unklar ist, ob die Anschläge jeweils politisch motiviert sind. Die Polizei geht seit Tagen auch von Trittbrettfahrern sowie von Vandalismus aus. Neue Fälle ereigneten sich am Wochenende in Berlin, Chemnitz und Marburg. Der Sachschaden ist erheblich. Innenpolitiker forderten eine stärkere Videoüberwachung sowie ein entschiedenes Vorgehen gehen Linksextremisten, die für einige Anschläge verantwortlich gemacht werden.

Friedrich kritisiert “hirnlosen Vandalismus“

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich äußerte sich besorgt. Die Situation sei “sehr ernst“, sagte der CSU-Politiker in Berlin. Der Staat sei gefordert, gegen diese Zerstörungswut mit Macht vorzugehen. Friedrich sieht immer mehr Trittbrettfahrer am Werk. Zunächst seien die Brandanschläge auf Autos wohl politisch motiviert gewesen. Mittlerweile gebe es aber vermehrt einen “aggressiven und hirnlosen Vandalismus“, sagte der CSU-Politiker. Er bot den Ländern verstärkte Unterstützung durch die Bundespolizei an. Allerdings könne und wolle der Bund “nicht dauerhaft Defizite der Länder“ ausgleichen.

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Unions-Innenminister machen den Berliner Senat verantwortlich. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte der “Welt am Sonntag“, jetzt räche sich, dass SPD und Linkspartei zu lange linksextremistische Umtriebe verharmlost hätten. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) sagte dem Blatt, der rot-rote Senat habe die Bekämpfung des Linksextremismus “sträflich vernachlässigt“. Schünemann empfahl mehr verdeckte Ermittler und Videoüberwachung und warnte: “Falls es uns nicht gelingt, die Autobrände in der Hauptstadt einzudämmen, besteht die Gefahr, dass diese Gewalt auch auf andere Bundesländer überschwappt.“

Auch der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) in Berlin, Bodo Pfalzgraf, sprach sich für moderne Überwachungstechnik aus, um die Brandstifter zu fassen. Pfalzgraf sagte der “Bild“-Zeitung: “Wir brauchen Zeppeline und Drohnen mit Wärmebildkameras, die ohne Fluglärm nachts Bilder liefern.“ Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler warf auch den Grünen vor, die Brandstiftungen zu verharmlosen und forderte in der “Bild am Sonntag“ ein Durchgreifen im Sinne des Rechtsstaates. Berlin müsse endlich wieder eine sichere Stadt werden.

Wieder sechs Fahrzeugbrände in Berlin

In Berlin gingen am Wochenende erneut sechs Fahrzeuge in Flammen auf. So brannten in verschiedenen Stadtteilen in Ost und West drei Autos, zwei Motorräder und ein Bagger. Ob jeweils ein politischer Hintergrund in Betracht kommt, prüft der Polizeiliche Staatsschutz. Seit Jahresbeginn stieg damit in Berlin die Zahl der vermutlich aus politischen Motiven angesteckten Fahrzeuge auf mehr als 140.

Auch im Chemnitzer Stadteil Kaßberg gingen sechs Autos in Flammen auf. Drei weitere Fahrzeuge wurden beschädigt, wie ein Polizeisprecher sagte. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um Klein- und Mittelklassewagen. Zudem wurde ein Lastwagen angesteckt. Die Polizei geht in allen Fällen von Brandstiftungen aus. Es ist den Angaben zufolge der erste derartige Fall in der Stadt. Schätzungen zufolge beläuft sich der Gesamtschaden auf rund 300.000 Euro. Die Polizei bildete eine Sonderkommission. Zeugen seien aufgerufen, Verdächtiges im Zusammenhang mit den Brandstiftungen zu melden, teilte die Polizei am Sonntag mit.

In Marburg wurden zwei Autos durch Brandstiftung komplett zerstört. Polizeiangaben zufolge steckten Unbekannte einen Kleinwagen sowie mehrere Mülltonnen in Brand. Das Feuer dehnte sich auf einen weiteren Wagen aus, der ebenfalls komplett zerstört wurde. Der Sachschaden wird auf insgesamt etwa 20.000 Euro geschätzt.

dapd

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