"Spiegel": Dramatische Nachwuchssorgen bei der Bundeswehr

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Der Bundeswehr droht nach der Aussetzung der Wehrpflicht ein erheblicher Personalmangel.

Berlin - Die Bundeswehr hat nach Aussetzung der Wehrpflicht dramatische Nachwuchssorgen. Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Werner Freers, befürchtet einen erheblichen Mangel an Soldaten.

"Im Übergang zur neuen Struktur werden wir große Lücken im Personalkörper hinnehmen müssen, die uns langjährig begleiten und nicht auszugleichen sein werden", heißt es in einem Brief von Freers an Generalinspekteur Volker Wieker, aus dem der "Spiegel" zitiert. Man bemühe sich derzeit intensiv, freiwillige Kräfte zu werben, doch die ersten Interessentenzahlen seien "nicht ermutigend".

Im Heer, der größten Teilstreitkraft, haben sich dem Bericht zufolge zum 1. April nur 433 Freiwillige zum Dienst an der Waffe verpflichtet. Es müssten aber rund 2000 Soldaten pro Quartal sein, um den Personalbedarf zu decken.

Heeresinspekteur Freers hält daher auch das Engagement in Afghanistan für gefährdet: "Die Bereitstellung der Einsatzkontingente wird bereits 2012 nicht mehr im heutigen Umfang möglich sein", warnt er laut "Spiegel" in dem Brief. Soldaten mit nur kurzer Dienstzeit ließen sich kaum anwerben, da die von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in Aussicht gestellten Prämien noch immer nicht gesetzlich geregelt seien.

Guttenberg selbst ging inzwischen auf Distanz zu Überlegungen in seinem Haus, die Streitkräfte für in Deutschland lebende EU-Ausländer zu öffnen. "Dies ist ein Vorschlag, den ich mir nicht zu eigen mache", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus". "Es gibt keinen Freifahrtschein, jetzt hier die Schleusen zu öffnen. Heute besteht schon die rechtliche Möglichkeit, in engem Maße Ausländer zuzulassen. Das reicht."

dpa

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