Städten fehlen nur noch wenige Wahlhelfer

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In den Städten fehlen nur noch wenige Wahlhelfer für die Bundestagswahl am 27. September.

Berliln - Ohne sie geht es am 27. September nicht: In ganz Deutschland werden etwa 630.000 Wahlhelfer benötigt. Vier Wochen vor der Bundestagswahl sind fast alle Posten vergeben.

In einigen größeren Städten fehlen zwar noch einige hundert Helfer, doch die Wahlleiter sind zuversichtlich, bis zum Wahlsonntag noch genügend Freiwillige für das Ehrenamt zu finden. Den größten Ansturm auf die Helferstellen gab es in Städten, die die gesetzlich vorgeschriebene Pauschale von 21 Euro aufgestockt haben. Cottbus, Stuttgart und Wiesbaden beispielsweise zahlen ihren Helfern bis zu 60 Euro. In der Hauptstadt Berlin fehlen von etwa 18.000 Wahlhelfern nur noch rund 250.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Sachsen und Sachsen-Anhalt. In Dresden, Leipzig, Chemnitz und dem Kreis Görlitz gibt es sogar noch genügend Reserven, um auf kurzfristige Ausfälle reagieren zu können. In Brandenburg haben sich in den meisten Städten schon genügend Freiwillige gemeldet. Vor allem in den ländlichen Gebieten sind die Wahlvorstände größtenteils schon besetzt. In der Landeshauptstadt Potsdam werden dagegen noch rund 400 Wahlhelfer gesucht - auch mit Werbeplakaten. In den größeren Städten in Mecklenburg-Vorpommern fehlen noch Wahlhelfer.

Lage fast überall entspannt

Nach Angaben der Wahlleiter sind in Schwerin noch 300 der 900 Stellen unbesetzt, in Rostock fehlen 200 Helfer, um auf die erforderliche 1400 zu kommen. In den ländlichen Regionen oder in Städten wie Stralsund und Greifswald melden die Wahlausschüsse weitgehend Vollzug. “Viele Helfer haben sich bei der Kommunal- und Europawahl im Juni bewährt und stehen nun wieder bereit“, sagte der für den Kreis Bad Doberan zuständige Amtsmitarbeiter Jürgen Hoffmann. Auch das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen ist optimistisch, die 110.000 landesweit benötigten Wahlhelfer zu bekommen. Düsseldorf ist mit rund 3000 Helfern “recht gut dabei“, Duisburg kann sich nach einem öffentlichen Aufruf vor einigen Wochen über einen “warmen Regen von Wahlhelfern“ freuen.

Auch in Hessen ist die Lage entspannt: In Frankfurt, Kassel, Wiesbaden, Fulda und Darmstadt fehlen nur noch wenige hundert Freiwillige. In Bremen sind bislang 80 Prozent der etwa 2700 benötigten Wahlhelfer gefunden. In Niedersachsen fehlen nach Angaben des stellvertretenden Landeswahlleiters Markus Steinmetz zwar noch Wahlhelfer, aber nicht flächendeckend. Hilferufe hat es bei ihm aber noch nicht gegeben. In Hamburg sind fast alle 11 000 Wahlhelferposten vergeben. Auch im Süden läuft die Vorbereitung auf den Wahltag problemlos: In Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg,und Augsburg haben die Wahlämter bereits ausreichend Helfer gefunden. “Wir sind selber erstaunt, dass das trotz Urlaubszeit so schnell ging“, sagte Edith Wiegelmann-Uhlig, Leiterin des Amts für Stadtentwicklung in Karlsruhe.

Im Süden fehlen noch Helfer

Lediglich in München und Nürnberg fehlten noch einige hundert freiwillige Helfer. In Schleswig-Holstein kommt - wie in Brandenburg - auf die Wahlhelfer eine Doppelbelastung zu. Sie müssen sowohl die Stimmen der Bundestagswahl als auch der Landtagswahl auszählen. Ob sich dafür genügend Freiwillige finden, kann die Landeswahlleitung noch nicht sagen. Die Stadt Lübeck greift gerne auf erfahrene Helfer zurück. “Aber wenn es gar nicht anders geht, würden wir auch einfach ins Telefonbuch tippen“, sagt Egon Ruhland vom Wahlamt in Lübeck.

Die Helfer in Thüringen, Sachsen und im Saarland haben an diesem Wochenende mit der Landtagswahl bereits alle Hände voll zu tun. “Falls sich bei der Bundestagswahl nicht genügend Wahlhelfer finden, sind die ersten Wähler, die in den Wahlbüros erscheinen, für dieses Amt verpflichtet“, sagte Cornelia Schönfuß vom Büro des Thüringer Wahlleiters.

dpa

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