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Gerhard Ruden belastete Freund in DDR-Verhör

Stasi-Beauftragter tritt zurück

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Gerhard Ruden (CDU)

Magdeburg - Sachsen-Anhalts Stasi-Beauftragter Gerhard Ruden gibt seinen Posten auf. Er zog damit die Konsequenz daraus, dass er in einem Verhör 1968 einen Freund bei der Stasi angeschwärzt hatte.

Der 63-Jährige reichte am Mittwoch seinen Rücktritt bei Justizministerin Angela Kolb (SPD) ein, wie sein Büro in Magdeburg bestätigte. Ruden zieht damit die Konsequenzen aus einem erst am Mittwoch bekanntgewordenen Fall:

Ruden hat in einem Verhör beim DDR-Geheimdienst Ende der 60er Jahre selbst einen Bekannten belastet. Der Mann, dem er “Uneinsichtigkeit gegenüber Maßnahmen der DDR“ bescheinigt hatte, wurde später wegen versuchter Republikflucht verurteilt. Die Regierungspartei SPD sowie die oppositionellen Linken und Grünen forderten am Mittwoch den Rücktritt des CDU-Politikers. Auch Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) äußerte sich kritisch.

“Unter demokratischen Umständen hätte ich das nicht sagen dürfen, aber die Umstände waren andere“, sagte Ruden der Nachrichtenagentur dpa. Seine Aussagen, über die die “Magdeburger Volksstimme“ zuerst berichtete, nannte er “peinlich“ und “belastend“. “Diese Veröffentlichung nehme ich zum Anlass, mich nicht noch einmal zu bewerben“, sagte der 63-Jährige und verwies auch auf sein Alter. Seine im Juni endende fünfjährige Amtszeit will er aber zu Ende bringen.

Rudens Schulfreund war 1969 zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden, nachdem er in einem Hotel über den Einmarsch der Sowjetarmee in der Tschechoslowakei geschimpft hatte. Ruden war nach eigenen Angaben einer von zehn Zeugen und hatte auch ausgesagt, dass der Mann West-Rundfunk höre. Er räumte nun ein, dass der Bekannte wegen seiner Aussage womöglich “ein halbes Jahr zusätzlich“ bekommen habe.

Ministerpräsident Böhmer sagte: “Herr Ruden muss jetzt zunächst selbst entscheiden, was er seiner eigenen Glaubwürdigkeit glaubt, schuldig zu sein.“ Die FDP bezeichnete es als “schwer vorstellbar“, dass Ruden im Amt bleibt.

Ruden ist seit Juni 2005 Stasi-Landesbeauftragter in Sachsen- Anhalt und gilt als Mann der klaren Worte. Immer wieder trat er für eine offensive Aufarbeitung der SED-Diktatur ein.

dpa

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