Stasi-Verdacht gegen Ex-Wallraff-Mitarbeiter

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Günter Wallraff dementiert, dass der ehemalige Mitarbeiter Kapitel des Buchs "Ganz unten" verfasst hat.

Köln - Ein ehemaliger Mitarbeiter von Enthüllungsjournalist Günter Wallraff soll der “Welt am Sonntag“ zufolge jahrelang für die Stasi gearbeitet haben.

Der Journalist sei vom DDR-Geheimdienst als “IM Fischer“ geführt worden. In Stasi-Akten werde behauptet, der IM habe mehrere Kapitel des Millionen-Bestsellers “Ganz unten“ verfasst.

Zu diesen Vorwürfen sagte Wallraff am Sonntag, er habe damals keinen Verdacht gegen den Mann gehegt und erst nach der Wende durch eine Presse-Veröffentlichung von dessen IM-Tätigkeit erfahren. Der Journalist habe für seinen Bestseller “Ganz unten“ einige Recherchen durchgeführt, aber “nicht ein einziges Kapitel verfasst“.

Außerdem sagte Wallraff: “Die alle Jahre wieder vom Springer-Konzern gegen mich aufgewärmten Stasi-Vorwürfe enthalten auch diesmal nichts Neues. Einzig das Stasi-interne Gerücht, dass sich die “Welt am Sonntag“ zu eigen macht, ich hätte vorgehabt, CIA-Agent zu werden, ist neu.“ Zugleich betonte der Kölner Journalist: “Es müsste bekannt sein, dass sich in Stasi-Akten eine ganze Menge interessengeleitete Informationen, Mutmaßungen und Unterstellungen befinden.“

Wallraff bestreitet, jemals für Stasi gearbeitet zu haben

Wallraff, der derzeit erneut in einer Undercover-Recherche unterwegs ist, sagte am Telefon, er habe sich weder den östlichen noch den westlichen Geheimdiensten jemals angedient noch sei er von ihnen gesteuert worden.

Wallraff und der Springer-Verlag, zu dem auch die “Welt am Sonntag“ gehört, haben jahrelang juristische Auseinandersetzungen gegeneinander geführt. Wallraff hatte sich 1977 als “Hans Esser“ in die Redaktion der “Bild“-Zeitung eingeschlichen und ein Buch über seine Erfahrungen verfasst.

Gegen Behauptungen, er habe selbst für die Stasi gearbeitet, hatte Wallraff sich vor Gericht erfolgreich zur Wehr gesetzt. Er selbst habe niemals willentlich und wissentlich mit der Stasi zusammengearbeitet, bekräftigte Wallraff in einer Stellungnahme der “Welt am Sonntag“. Er sei abgeschöpft worden.

Im Buch “Ganz unten“ hatte Wallraff 1985 die Arbeit ausländischer Leiharbeiter in Deutschland beschrieben. Es hatte sich mehr als vier Millionen Mal verkauft.

dpa

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