Steinbrück trennt sich von seinem Sprecher

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Peer Steinbrück hat sich von seinem Sprecher Michael Donnermeyer getrennt.

Berlin - Peer Steinbrück versucht den Neustart: Ein früherer „Bild-Journalist“ soll seinen bisherigen Kampagnensprecher ersetzen - die SPD hofft nun auf ein besseres Management im Team des Kanzlerkandidaten.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zieht personelle Konsequenzen aus der bisher nicht recht zündenden Wahlkampagne. Nach mehreren Pannen entließ er seinen Sprecher Michael Donnermeyer, wie er am Montag selbst bestätigte. „Das ist eine ziemliche harte und schwierige Entscheidung gewesen“, sagte Steinbrück in Berlin. Man habe ein intaktes persönliches Verhältnis, aber der Wahlkampf habe „höchsten professionellen Abwägungen zu folgen“. Es gehe um die bestmögliche Aufstellung für die letzten 100 Tage. Steinbrück dankte Donnermeyer für seine Arbeit.

Seit Monaten gibt es Unmut in der SPD über Steinbrücks Kampagne - zum Teil wurden die Pannen auch Donnermeyer angelastet. Nachfolger soll der langjährige „Bild“-Journalist Rolf Kleine werden. Er fühle sich geehrt, sagte Kleine zu der neuen Aufgabe.

Neuer Steinbrück-Sprecher wird "Bild"-Journalist Rolf Kleine

Kleine gilt im politischen Berlin als bestens vernetzt. Zuletzt steuerte er die politische Kommunikation des Immobilienkonzerns Deutsche Annington - was nicht ohne Brisanz ist. Schließlich verspricht die SPD eine Mietpreisbremse - die die Immobilienbranche strikt ablehnt.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung teilte Donnermeyer in einer Mail an seine Mitarbeiter mit, dass er nicht mehr Mitglied in Steinbrücks Team sei. Dieser habe ihn von seinen Aufgaben entbunden. Dies sei eine „harte Entscheidung, die wehtut“. Er hoffe sehr, dass Steinbrücks Kampagne den nötigen Wind unter die Flügel bekomme und für einen rot-grünen Wahlsieg am 22. September sorgen könne.

Wiederholt war Donnermeyer vorgehalten worden, mögliche Stolperfallen nicht rechtzeitig zu erkennen. Zum Jahreswechsel hatte er eine Interviewpassage autorisiert, in der Steinbrück sagte, ein Bundeskanzler verdiene - gemessen an seiner zu erbringenden Leistung - zu wenig. Nach der Debatte um seine Nebeneinkünfte in Millionenhöhe musste sich Steinbrück daraufhin des Eindrucks erwehren, er fordere mehr Geld für den Job, der er selbst anstrebt.

Peer Steinbrück und sein Wahlkampfteam

Peer Steinbrück und sein Wahlkampfteam

In den Hintergrund geriet ob der Entlassung Donnermeyers die Veröffentlichung der letzten drei Mitglieder des zwölfköpfigen Kompetenzteams Steinbrücks.

Die frühere saarländische Ministerin Christiane Krajewski (SPD) übernimmt den Bereich Wirtschaft. Sie war unter dem später zur Linken gewechselten Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine Gesundheitsministerin (1990-1994) und dann Wirtschafts- und Finanzministerin (1994-1999). Zudem war sie von 2000 bis 2001 Finanzsenatorin in Berlin.

Für den Bereich Entwicklungshilfe kommt die Präsidentin der Hilfsorganisation Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel. Zusammen mit dem Essener Kulturmanager Oliver Scheytt für die Themen Kunst und Kultur komplettieren sie das Team des Herausforderers von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

dpa

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