Sterbehilfe für Todkranke erleichtert

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Berlin - Todkranke Patienten sollen im Einzelfall etwas leichter Hilfe zum Sterben vom Arzt bekommen können, ohne dass dies den Mediziner in Schwierigkeiten bringt.

Zwar ist die Mitwirkung zur Selbsttötung auch nach neuen Empfehlungen der Bundesärztekammer keine ärztliche Aufgabe - aber im Einzelfall könne es moralisch gerechtfertigt sein, sagte Kammerpräsidenten Jörg-Dietrich Hoppe am Donnerstag in Berlin. “Wenn Ärzte mit sich selbst im Reinen sind, brechen wir nicht den Stab über sie“, betonte er. Etwa Krebspatienten könnten das bevorstehende Sterben akzeptieren, wenn eine Kombinations- oder Chemotherapie plötzlich nicht mehr anschlägt.

Voraussetzung für Hilfe zur Selbsttötung müsse immer das Einverständnis dieser Patienten sein, denn nicht alle seien zur Aufgabe der Therapie bereit. Auch todkranke Jugendliche mit großem Leidensdruck und ohne Chance auf Besserung könnten sich im Einzelfall gegen ein Weiterleben wenden. Die Berufsordnung für Ärzte sieht vor, dass Ärzte Menschenleben nicht aktiv verkürzen dürfen. In den Gremien der Ärztekammer werde derzeit heftig über mögliche Änderungen diskutiert, sagte Hoppe.

Beim Ärztetag in Kiel Ende Mai könnte zu einer Aufweichung in der Berufsordnung kommen. Die Bundesländer müssen Änderungen genehmigen. Hoppe räumte ein, dass es ein Widerspruch sei, dass die Ärzte laut neuen Empfehlungen im Einzelfall Hilfe zum Suizid geben könnten, die Berufsordnung aber enge Grenzen setzt. “Dieser Widerspruch ist noch nicht aufgelöst.“ Hoppe mahnte aber zu gründlichem Nachdenken vor einer möglichen weiteren Öffnung hin zur Sterbehilfe, da sich diese dann bei den nachwachsenden Ärztegenerationen stark ausweiten könnte. “Je älter Ärzte sind, desto mehr nimmt die Bereitschaft zur Suizidbeihilfe ab.“ Diese Mediziner hätten mehr Erfahrung mit medizinischer Sterbebegleitung.

dpa

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