Stoiber warnt vor Zerfall Europas

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Edmund Stoiber

München - Der frühere CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hat am Wochenende zu energischen Anstrengungen aufgerufen, das europäische Projekt in der aktuellen Schuldenkrise zu verteidigen.

Auf seiner privaten Geburtstagsfeier am Samstag sagte der CSU-Ehrenvorsitzende laut MÜNCHNER MERKUR (Dienstags-Ausgabe) in einer Rede, Europa stehe heute am Scheideweg, und er bemühte in einer drastischen historischen Parallele die Ereignisse des Sommers 1914, als nach dem Attentat von Sarajewo der Erste Weltkrieg ausbrach. Anders als damals gebe es in Europa heute zwar keine Kriegsgefahr, doch werde der Kontinent wie damals in bittere Gegnerschaften zerfallen, wenn die gemeinsame Währung zerbreche.

Stoiber zitierte, auf die aktuelle Situation gemünzt, einen Satz des damaligen britischen Außenministers Sir Edward Grey: "In ganz Europa gehen die Lichter aus. Wir werden nicht mehr erleben, dass sie wieder angezündet werden." Stoiber stützt damit die Position von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der eine Weiterentwicklung Europas zu einer politischen Union gefordert hatte. CSU-Chef Horst Seehofer lehnt dies dagegen ab.

MM

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