Straftaten in Behörden kosten Milliarden

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Berlin - In deutschen Behörden verursachen kriminelle Handlungen einer Studie zufolge jährlich finanzielle Schäden von mindestens zwei Milliarden Euro.

Allein Bestechlichkeit und Vorteilsannahme belaufen sich auf wenigstens 20.000 Delikte pro Jahr, wie eine am Dienstag in Berlin vorgestellte Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ergab. In den vergangenen zwei Jahren habe es bei 52 Prozent der befragten Behörden mindestens eine nachgewiesene Straftat oder einen konkreten Verdacht gegeben. Ein Vergleich der Ergebnisse mit denen der jüngsten PwC-Studie zur Wirtschaftskriminalität zeige, dass die öffentliche Verwaltung zwar seltener von Straftaten betroffen sei als die Wirtschaft: Demnach gab es bei 22 Prozent der Behörden nachgewiesene Delikte, bei den befragten Unternehmen 48 Prozent.

Dennoch hinke Prävention und Kontrolle im Kampf gegen Kriminalität im öffentlichen Dienst den Erkenntnissen der Privatwirtschaft nach, kritisierte PwC-Partner Frank Weise. Nur die Hälfte der Verwaltungen habe einen Korruptionsbeauftragten, 70 Prozent der Straftaten würden zufällig entdeckt. Alarmierend ist nach Ansicht von PwC-Forensik-Experte Steffen Salvenmoser zudem die Einschätzung der Bevölkerung zur Verbreitung von Korruption. Fast jeder zweite Bundesbürger vermutet Bestechlichkeit der Behörden. Tatsächlich seien aber rund ein Drittel in den vergangenen Jahren betroffen gewesen. “In der Bevölkerung besteht die Wahrnehmung, dass Bestechung und Unterschlagung in öffentlichen Verwaltungen üblich sind“, sagte Salvenmoser. Für die Studie befragte TNS Emnid 500 Behörden auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene sowie 1.000 Bürger.

dapd

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