Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Streit um Lösegeldzahlung an Piraten

Hansa Stavanger
+
Nach der Freigabe des Hamburger Containerschiffs «Hansa Stavanger» kritisiert der CSU -Sicherheitsexperte Uhl als «Scheckbuch-Diplomatie».

Berlin - Nach der Freilassung des von Piraten entführten Frachtschiffs “Hansa Stavanger“ ist in Deutschland eine Debatte über Lösegeldzahlungen ausgebrochen.

Politiker von Union und SPD warnten ausdrücklich davor, somalische Seeräuber auf diesem Weg zu weiteren Geiselnahmen zu ermutigen. Das Auswärtige Amt in Berlin bekräftigte am Mittwoch seinen Widerstand gegen staatliche Lösegeldzahlungen. Diese Haltung sei auch ein Signal an potenzielle Geiselnehmer, “dass sich die Bundesregierung weder in diesem noch in zukünftigen Geiselfällen erpressen lassen wird“, sagte ein Ministeriumssprecher.

Die “Hansa Stavanger“ war am Montag aus viermonatiger Geiselhaft freigekommen, nachdem die Piraten eigenen Angaben zufolge von der Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg eine Summe von umgerechnet 2,1 Millionen Euro erhalten hatten. Für Christian Pfeiffer, den Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, blieb der Reederei auch keine andere Wahl. Es habe nur die Alternative gegeben, die Seeleute gewaltsam zu befreien, sagte Pfeiffer dem ZDF . “Die Chancen für eine gewaltsame Befreiung waren allerdings nahe Null.“

Der CSU-Sicherheitsexperte Hans-Peter Uhl forderte hingegen ein Ende der “Scheckbuch-Diplomatie“. Für die Piraten am Horn von Afrika sei das eine Aufforderung zu weiteren Überfällen, sagte Uhl der “Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch). SPD -Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann ergänzte in der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“: “Das Problem der Piraterie wird dadurch nicht kleiner“.

Unterdessen beklagte sich der Vater eines der Besatzungsmitglieder in der “Nordwest Zeitung“ massiv über die Haltung der Bundesregierung. “Wir fühlten uns als Angehörige von der Regierung und dem Krisenstab am Ende nur noch im Stich gelassen“, sagte der Vater von Frederik E., dem 2. Offizier der “Hansa Stavanger“. Er habe an Bundeskanzlerin, Bundespräsident und weitere führende Politiker aller Parteien in seiner Not geschrieben und keine Antwort bekommen. “Aus dem Kanzleramt habe ich immerhin eine Eingangsbestätigung bekommen, aber mehr auch nicht.“

Das deutsche Containerschiff mit seinen 24 Crew-Mitgliedern wird spätestens am Freitag in Mombasa erwartet. Etwa zeitgleich sollen auch sieben Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) in der kenianischen Hafenstadt eintreffen, um an Bord des Frachters zu ermitteln. Nach Angaben der Hamburger Staatsanwaltschaft sollen sie unter anderem die Besatzungsmitglieder vernehmen, den Tatort untersuchen und Spuren sichern. Die Staatsanwaltschaft der Hansestadt ermittelt seit April gegen Unbekannt wegen Verdachts eines gemeinschaftlichen Angriffs auf den Seeverkehr und der schweren räuberischen Erpressung.

dpa

Kommentare