Verwandtenaffäre überspielt

Studie: Donau-Flut spülte CSU zum Wahlsieg

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Horst Seehofer spricht am 15.09.2013 in München nach der Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen zur Landtagswahl in Bayern zu seinen Anhängern.

München - Wahlhilfe durch die Donau-Flut: Die bayerische CSU hat einer Studie zufolge bei der Landtagswahl 2013 massiv von der vorangehenden Hochwasserkatastrophe profitiert.

Die Flut habe die potenziell negativen Auswirkungen der so genannten Verwandtenaffäre abgewendet, so dass der Skandal keinerlei Auswirkungen auf die Stimmabgabe für die CSU gehabt habe, heißt es in einer am Samstag vorgelegten Studie des Münchner Ifo-Instituts.

In jenen Wahlkreisen, die von der Flut betroffen waren, habe die CSU sechs bis sieben Prozentpunkte mehr Stimmen bekommen als in vergleichbaren Wahlkreisen, die keine Flut erlebten. Dies sei ein "numerisch bedeutsamer Effekt", erklärte Ifo-Forscher Niklas Potrafke.

Die Verwandtenaffäre war im April 2013 aufgekommen, als bekannt wurde, dass zahlreiche Parlamentarier Ehepartner und andere nahestehende Menschen beschäftigt hatten. Die meisten Fälle gab es bei der CSU, aber auch SPD und Grüne waren betroffen.

Alle Ministerpräsidenten von Bayern im Überblick

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"In den Augen der Wähler scheint die CSU mit dem umgehenden Rücktritt ihres Fraktionsvorsitzenden und mit der schnellen Veröffentlichung aller betroffenen Parlamentarier gute Arbeit geleistet zu haben", erklärte Potrafke. "Und die Bekämpfung der Flut und ihrer Folgen durch die CSU-Regierung erschien den Wählern offenbar als sehr effizient." Von einem ähnlichen Effekt habe die rot-grüne Bundesregierung 2002 bei der Elbeflut profitiert.

Die CSU kam bei der Landtagswahl im September 2013 auf 47,7 Prozent der Stimmen und konnte sich nach fünf Jahren wieder die absolute Mehrheit der Landtagsmandate sichern.

afp

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