Stuttgart richtet Dialogforum ein

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Will den Dialog im Stuttgart-21-Streit weiter fördern: Der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus.

Stuttgart - Auch nach dem Schlichterspruch sollen die Gespräche zwischen Befürwortern und Kritikern des Bahnprojekts Stuttgart 21 nicht abbrechen. Ein Dialogforum soll dabei helfen.

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Die baden-württembergische Landesregierung richtet ein Dialogforum Stuttgart 21 unter unabhängiger Leitung ein. Das kündigte Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) an. In dem Gremium sollen Vertreter beider Lager, Sachverständige und Interessierte Umsetzungsfragen von dem umstrittenen Bahnprojekt und der Neubaustrecke nach Ulm erörtern.
Die Stuttgart-21-Gegner geben sich mit dem Schlichterspruch nicht zufrieden. Sie wollen weiter protestieren, fordern einen verlängerten Baustopp und einen Volksentscheid. Schlichter Heiner Geißler hatte sich gestern für einen Weiterbau des Projekts ausgesprochen, aber deutliche Verbesserungen gefordert. Ein Abbruch der Bauarbeiten wäre nach seiner Ansicht zu teuer. Ein landesweiter Volksentscheid sei rechtlich nicht möglich.

Die Stuttgart-21-Gegner haben bereits zu weiteren Protesten aufgerufen. Die "Parkschützer" wollen am Samstag wieder zehntausende Demonstranten zu einer Großdemonstration vor dem Hauptbahnhof versammeln. Die Aggression der Projektgegner werde nun mit hoher Wahrscheinlichkeit zunehmen, sagte der Tübinger Politikwissenschaftler Hans-Georg Wehling.

Stresstest erst Mitte 2011 fertig

Der von Schlichter Heiner Geißler geforderte Stresstest wird nach Angaben der Bahn erst Mitte 2011 abgeschlossen sein. Infrastrukturvorstand Volker Kefer begründete dies am Mittwoch damit, dass unter anderem ein Fahrplan konstruiert werden müsse. Bislang habe man die Kapazität von Bahnprojekten nur auf Grundlage der in etwa zu erwartenden Taktfrequenzen berechnet. Es sei nicht üblich, "zehn Jahre, bevor der Fahrplan in Betrieb geht, eine echte Fahrplankonstruktion zu machen".

Geißler hatte sich in seinem Schlichterspruch für ein "Stuttgart 21 Plus" ausgesprochen, das leistungsfähiger, sicherer und ökologischer als das derzeitige Konzept sein müsse. Die Bahn soll nachweisen, dass ein Tiefbahnhof zu Spitzenzeiten um 30 Prozent leistungsfähiger ist als der alte Kopfbahnhof.

Der Bahnvorstand sagte zu, sämtliche Verbesserungsvorschläge Geißlers zu prüfen. Kefer erklärte sich auch bereit, alle Bäume auf der Baustelle zu erhalten und nur die kranken zu fällen.

Stuttgart 21: Argumente Pro und Contra

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dpa/dapd

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