Taliban töten Chef der Justizbehörde in Kundus

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Bild nach dem Anschlag am 26. August in Kandahar.

Kabul - Bei einem Bombenanschlag der Taliban am nordafghanischen Bundeswehr-Standort Kundus ist am Mittwoch der Chef der Provinz-Justizbehörde getötet worden.

Ein Sprengsatz sei am Morgen in dem Wagen von Kari Dschahangir in Kundus-Stadt explodiert, als der Behördenchef auf dem Weg zur Arbeit gewesen sei, sagte Provinz-Polizeichef Abdul Rasak Jakubi der Deutschen Presse-Agentur dpa. Dschahangir sei der einzige Insasse des Autos gewesen, das bei der Detonation in Brand geraten sei.

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Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, Kämpfer der Aufständischen hätten die Bombe in dem Wagen versteckt und ferngezündet. Nach dem schweren Anschlag in der südafghanischen Stadt Kandahar stieg die Zahl der Toten unterdessen weiter an. Das afghanische Innenministerium teilte am Mittwoch mit, 43 afghanische Zivilisten seien getötet und 65 weitere verletzt worden. Ein Hotel und zwölf Wohnhäuser seien bei dem “anti-islamischen Angriff“ in der früheren Taliban-Hochburg am Dienstagabend vollständig zerstört worden.

Der Polizeikommandeur der afghanischen Südregion, Gholam Ali Wahdat, sagte, der Sprengstoff sei in einem Lastwagen versteckt gewesen. Die Behörden hatten zunächst von mehreren Autobomben gesprochen. Präsident Hamid Karsai verurteilte den Anschlag. In einer Mitteilung des Präsidentenpalastes hieß es am Mittwoch, Karsai habe ein Dringlichkeitstreffen mit den zuständigen Sicherheitsbehörden in Kabul einberufen.

Anschlag nach Veröffentlichung des Wahlergebnisses

Zu dem schwersten Anschlag in Afghanistan seit Monaten war es kurz nach Veröffentlichung der ersten Teilergebnisse der Präsidentschaftswahl gekommen, zu deren Boykott die Taliban aufgerufen hatten. Die Wahlkommission hatte Ergebnisse aus rund zehn Prozent der Wahllokale bekanntgegeben. Nach diesen Trends liegt Amtsinhaber Karsai bislang nur etwa zwei Prozentpunkte vor seinem wichtigsten Herausforderer, Ex-Außenminister Abdullah Abdullah.

Die Unabhängige Wahlkommission (IEC) wollte am Mittwochabend in Kabul weitere Ergebnisse veröffentlichen. Sollte sich der Trend fortsetzen und keiner der Kandidaten eine absolute Mehrheit erzielen, wäre ein zweiter Wahlgang notwendig. Dann würden Anfang Oktober nur noch der Spitzenreiter und der Zweitplatzierte antreten. Abdullah hat dem Karsai-Lager Manipulationen vorgeworfen. Bei der Beschwerdekommission waren bis Dienstag beinahe 800 Beschwerden über die Wahl und die Stimmenauszählung eingegangen.

dpa

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